Und wieder ein dreistes Fake-Gewinnspiel auf Facebook gefunden!

Mercedes Deutschland verlost offiziell derzeit keinen GLE auf Facebook

Von | 3. Januar 2019, 11:51

Und wieder ein dreistes Fake-Gewinnspiel auf Facebook gefunden!

Dieses Mal nennt sich der Veranstalter „Mercedes Deutschland“. Augewählt werden in einem „Neujahr´s Special“ (inklusive Deppenapostroph) nach Veranstalterangaben 3 glückliche Fans, die einen GLE im Werte von 45.000 € gewinnen können. Gut lesen, hier wird nichtmal gesagt, dass es einen GLE als Gewinn gibt.

Bei den Teilnahmebedingungen handelt es sich um die üblichen Vertreter zur Reichweitenerzeugung auf Facebook: man soll den Beitrag teilen und kommentieren.

Screenshot Mimikama.at

Screenshot Mimikama.at

Sowohl das Logo, als auch der Name werden hier missbräuchlich verwendet. Es handelt sich um keine offizielle Seite von Mercedes Benz. Die offizielle Facebookseite von Mercedes Benz findet sich hier.

So laufen Fake-Gewinnspiele ab

An dieser Stelle gehen erneut die Wiederholung, wie ein typisches Fake-Gewinnspiel abläuft. Im Regelfall finden hier 3 Schritte statt. Anhand dieser drei Schritte kann man erkennen, worum es wirklich geht. Denn bei Fake-Gewinnspielen auf Facebook, die eine starke Viralität haben, handelt es sich um ein Geschäftsmodell. Im Gegensatz zu echten Gewinnspielen, die von Firmen zu Werbezwecken veranstaltet werden, nutzen Fake-Gewinnspielveranstalter das Produkt als Lockvogel.

In unserem aktuellen Beispielfall muss nun Audi (ungewollt) als Lockvogel herhalten. Ärgerlich, da solche Fake-Veranstaltungen natürlich einen Reputationsschaden hinterlassen.

3 Schritte

imageDen ersten Schritt stellt der Köder dar. Dieser Köder taucht zumeist in Form einer Statusmeldung auf Facebook, einer WhatsApp Nachricht oder in seltenen Fällen auch als Instagram-Meldung auf. Diese Köder sind in ihrer Art alle identisch: Sie vermitteln die Aussicht auf einen Gewinn, den man im Grunde schon in der Tasche hat. Sie verleiten mit der Leichtigkeit der Teilnahme zum Mitmachenund locken auf eine Webseite. Es handelt sich hierbei um den Köder. Der Köder ist der virale Einstieg in den Gewinnspielablauf. So wie beispielsweise die obn dargestellte „Audi 2019″ Facebookseite.

imageSchritt zwei stellt meist eine Webseite dar, die sich als ein vermeintliches Gewinnspiel mit einer Fragerunde ausgibt. Diese Fragerunde ist nicht zwingend immer vorzufinden,häufig bekommt man auch über den Messenger eine Nachricht, dass man sich auf einer Webseite registrieren soll, um einen Gewinn zu bekommen. Wir nennen diesen Schritt zwei auch die Brücke. Die Brücke zeigt sich in Form eines Fake-Gewinnspiels, in dieser Brücke wird einem zumeist der Gewinn direkt versprochen, es wird getäuscht und mit gefälschten Elementen gearbeitet. Diese Brücke ist letztendlich auch eine illegale Komponente, da die gegebenen Versprechen nicht eingehalten werden und der Aufbau sowie die Darstellung sich geschützter grafischer Elemente bedient. Ziel der Brücke:

a) Viralität erzeugen (Beispiel: Leite dieses Gewinnspiel an 20 Kontakte weiter).
b) Ein Link wird eingebaut, der zu dem vermeintlichen Gewinn führen soll.

imageDen dritten und abschließenden Schritt stellt ein sogenanntes Affiliate Programm dar. Man verlässt die Brücke über einen Link, der einen Partnercode beinhaltet, welcher zu einem Provisionsprogramm gehört. Diesen hat man entweder über den Messenger bekommen oder er wurde unbemerkt in einen „Gewinnlink“ verpackt. Es handelt sich hierbei um ein Affiliate, welches nach Möglichkeit inhaltlich mit dem in der Brücke verlaufenen Fake-Gewinnspiel korreliert. Wir nennen diese abschließende Verlinkung den Ausgang. Merke: Der Ausgang selbst, also die Affiliates, auf die verlinkt wird, ist nicht illegal! Es handelt sich dabei um Geschäftsmodelle, bei denen der jeweilige Anbieter solcher Programme seine Vertriebspartner durch Provisionen vergütet. Diese Vertriebspartner werden vom Anbieter durch einen Identifikationscode erkannt, so dass jeder neu registrierte Teilnehmer an dem Affiliate Gewinnspiel auch dem Vertriebspartner zugeordnet werden kann. Derjenige, der die Brücke gestaltet, entscheidet übrigens beliebig, welches Partnerprogramm er als Ausgang benutzt.

Häufig finden wir auch Systeme vor, welche die Herkunft und die Geräteangaben des Teilnehmers auslesen und somit spezifisch auf unterschiedliche Provisionsprogramme leiten. Daher kann man nie eindeutig sagen, welches Provisionsprogramm am Ende aufgerufen wird, im schlimmsten Fall landet man auf dubiosen WAP-Billing Geschichten oder undurchsichtigen Abo-Serviceleistungen.

 

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