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„Zeitweise befinden sich etwa 1500 Außerirdische auf unserem Planeten und die meisten hier in Manhattan.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

ZDDK-Mystery

Und die meisten sind auch durchaus korrekte Leute, die nur versuchen über die Runden zu kommen.“ – „Taxifahrer.“ – „Nicht so viele wie man glaubt.“

Seit dem Kino-Blockbuster „Men in Black“ sind jene schwarz gekleideten mysteriösen Männer, die UFO-Zeugen besuchen sollen, auch der breiten Öffentlichkeit ein Begriff. Wir gehen nun der Frage nach, ob es sie wirklich gibt oder nur reine Erfindung sind.

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Bildquelle: Columbia Pictures/Everett

Sie fliegen in schwarzen Helikoptern und fahren schwarze Wagen mit unbekannten Kennzeichen. Seit den 50er Jahren suchen sie Zeugen von UFO-Begegnungen auf und raten ihnen dringend, kein weiteres Wort mehr über die Sache zu verlieren. Manche sagen, sie seien von der Regierung, andere sagen, es seien Außerirdische. Es sind die „Men in Black“.

Seit den 50 Jahren scheinen diese Männer UFO-Zeugen zu besuchen. Zeugen sagten aus, dass sie immer spät nachts vor der Tür auftauchen. Ihre Haut sei dunkel oder unnatürlich blaß, ihre Augen haben eine seltsame Farbe, der Körper scheint haarlos zu sein, ihre Kleidung und Fahrzeuge sehen immer wie brandneu aus.

Geschichten über die Men in Black gibt es zuhauf,

doch momentan sind es einfach nur genau das: Geschichten. Es gibt bisher kein einziges Fotos dieser Männer, keine einzige Aufnahme von Überwachungskameras und keine Notiz eines „seltsamen Nummernschildes“. Das ist alleine aber noch kein Gegenbeweis, denn wenn die Men in Black so gut sind, wie in den vielen Berichten über sie, sorgen sie natürlich dafür, dass es keinerlei Beweise für ihre Existenz gibt. Dies macht das Phänomen so interessant: Es gibt weder Beweise noch Gegenbeweise, also müssen wir ein wenig tiefer buddeln, um Genaueres herauszufinden.

Woher kommt der Mythos?

Erstmals mit dem Namen „Men in Black“ tituliert liest man von ihnen in einem Buch von 1956 mit dem Namen „They knew too much about Flying Saucers“ (dt: Sie wussten zuviel über Fliegende Untertassen) des UFOlogen Gray Barker.

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Das Buch erzählt nach eigenen Aussagen die wahre Geschichte, wie UFOlogen von vermeintlichen Regierungsbeamten gezwungen wurden, weder über UFOs zu reden noch darüber zu schreiben.
Dieses Buch konnten die Men in Black aber anscheinend nicht verhindern. Es wurde ein Bestseller und bildet die Grundlage nahezu jeden Berichtes, den es jemals über die Men in Black gab. Sogar in „UFOs and Related Subjects: An Annotated Bibliography“, einer Publikation des US Air Force Office of Scientific Research von 1969 findet es Erwähnungen.

Werfen wir einen Blick auf die Person Gray Barker

Der Autor John Sherwood, ein ehemaliger Autorenschüler Barkers, konnte dazu in einer Serie des Magazins „Sceptical Inquirer“ einiges über seinen ehemaligen Tutor erzählen. So riet Barker ihm, seine Artikel nie so aufgeklärt und nüchtern zu schreiben, sondern immer einen Sensationsfaktor mit einzubauen, um die Leser zu fesseln. Auch soll er miterlebt haben, wie Barker mit verstellter Stimme Parapsychologen wie den damals recht bekannten John Keel anrief, um ihnen von erfundenen ungewöhnlichen Phänomenen zu berichten. All dies, um eine neue Story zu haben.

Als weiteres Beispiel erzählte Sherwood, dass Barker und sein Freund Jim Moseley 1957 einen gefälschten Brief der US-Regierung an den polnischen Immigranten George Adamski schrieben, welcher glaubte, von Aliens entführt worden zu sein. In dem Schreiben hieß es, dass die Regierung sehr angetan sei von seinen Erlebnissen, welche er mit der Weltöffentlichkeit teilen sollte. Kurz darauf erschien, oh Wunder, ein Buch namens „Gray Barkers Book of Adamski“.

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Dem aufmerksamen Leser wird bereits der Riss in der Logik aufgefallen sein

Einerseits wollen jene Men in Black Aussagen über UFOs verhindern, andererseits scheint aber Barker alleine die Berechtigung zu haben, neue und sensationelle Bücher über das Phänomen schreiben zu dürfen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Zurück zu den Men in Black

1952 fand Barker einen Verleger für seine frühen Geschichten, einen Newsletter namens „Space Review“ des International Flying Saucer Bureau. Klingt nach nem großen Namen. Aber nein, jene Institution bestand nur aus einer Person namens Albert K. Bender, der, obwohl in den Mitdreißigern, mit seinem Stiefvater in einer 1-Zimmer-Wohnung lebte, die er „Chamber of Horrors“ nannte und mit Zeichnungen von Geistern und Skeletten dekorierte. Ab 1953 half Barker Bender jenen Newsletter herauszubringen und stieß in jenem Jahr auf den „Robertson Panel Report“, ein Dokument, welches vom CIA freigegeben wurde. In jenem Report ging es u.a. auch darum, ob UFO-Sichtungen eine Gefahr der nationalen Sicherheit darstellen würden. Offizielle Aussage übrigens: Nein, bisher konnten sämtliche Sichtungen als natürliche Phänomene erklärt werden.

Allerdings stieß Barker noch auf eine weitere interessante Passage in dem Dokument. Dort hieß es, man solle zwei bestimmte Gruppierungen von UFO-Enthusiasten in Los Angeles und Wisconsin im Auge behalten, da Jene durch ihren großen Einfluss evtl. Paniken in der Bevölkerung auslösen könnten, sollte sich wieder eine Sichtung ereignen.

Der sehr paranoid veranlagte Bender beendete daraufhin die Herausgabe des Newsletters, da er befürchtete, ebenfalls von der CIA beobachtet zu werden, und schrieb im letzten Newsletter, dass drei Männer in dunklen Anzügen, die „von einer höheren Autorität seien“, ihn sehr eindringlich, aber ohne grob zu werden, darum baten, den Newsletter nicht mehr weiter zu veröffentlichen. Eine weitere Begründung Benders war, dass laut einer Prophezeiung von Nostradamus die Regierung am 10. Dezember 1953 ohnehin die Wahrheit über UFOs der Weltöffentlichkeit präsentieren würde.

Dies geschah nicht. Stattdessen schwieg Bender bis 1962, als Barker ihn bat, für ein gemeinsames Buch namens „Flying Saucers and the three Men“ seine Erlebnisse und Eindrücke zu schildern.

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Achtung, nun wird es bizarr

In dem Buch schildert Bender, wie er durch Astralprojektion in die geheime unterirdische Basis der Außerirdischen in der Antarktis reisen konnte, welche von drei Arten von Aliens bewohnt wird. Dir drei Männer damals haben ihn auch nicht direkt besucht, sondern waren eine psychische Manifestation. Wir überlassen es an dieser Stelle einfach mal den Psychologen, an welcher Geisteskrankheit Bender litt.

Barker setzte sich nun an den Schreibtisch und schrieb seine eigene Version dieser Geschichte wieder, ungeachtet der Tatsache, dass jene Erzählungen von einem offensichtlich geistig verwirrten Mann stammen. Die Legende der „Men in Black“ war geboren.

Fazit:

Existieren die Men in Black nun oder nicht? Jene erstmalige Erwähnung war das Produkt eines geistig kranken Mannes. Tatsächlich allerdings, das darf man nicht unerwähnt lassen, besuchten Regierungsbeamte zu jener Zeit im Rahmen des „Project Blue Book“ Zeugen von UFO-Sichtungen, um genaueres über jene vermeintlichen Außerirdischen zu erfahren. Keiner jener Zeugen berichtete aber jemals, dass diese Beamten sich in der Art und Weise aufführten, wie Bender es in seinen Fantasien beschrieb. UFO-Sichtungen gibt es zuhauf, und Menschen machen sich gerne interessant. Da schadet es ja nicht, wenn man noch etwas von diesen mysteriösen Men in Black hinzudichtet. Marketing ist alles.

In diesem Sinne: Lasst euch nicht blitzdingsen. Und seit lieb auf Facebook. Bedenkt immer die Worte von Agent J:

„Polieren Sie mal ihre zwischenmenschliche Technik auf. Alle würden viel netter reagieren, wenn sie etwas höflicher wären.“

Autor: Ralf, mimikama.at