8900 Profile beherrschten die digitale öffentliche Debatte im Wahlkampf – Die Mehrheit diskutiert jedoch nicht mit

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Wie mokant berichtet, haben sie im Jahre 2017, während des Wahlkampfes in Österreich, im Zeitraum von August bis Oktober rund 40 Facebook-Seiten analysiert.

Ausgewählt wurden Seiten, die für die Meinungsbildung im Wahlkampf von Bedeutung waren, also Seiten von Politikern und Medien.

Erfasst wurden unter anderem Daten aller Kommentare, die die Facebook-Nutzer hinterlassen hatten.

Das Ergebnis spricht für sich:

2 Prozent der User sind für 49 Prozent der Kommentare verantwortlich.

Während des Wahlkampfs hat jeder von ihnen 50 oder mehr Facebook-Kommentare auf den untersuchten Seiten verfasst.

Filterblasen, Fake News und Social Bots

In den letzten Jahren wurden einige hitzige Diskussionen auf und über Facebook geführt.

Der Einfluss der sozialen Medien auf die Meinungsbildung der Nutzer führten zu Fragen, die mokant mit dieser Datenerhebung durchaus beantworten konnte.

  • Wie viele Menschen bestimmen den politischen Diskurs auf Facebook?
  • Zeigen die Kommentare der Facebook-User, was die Mehrheit in einem Land denkt?
  • Wer ist für das Meinungsklima auf Facebook verantwortlich?

Eine kleine mächtige Minderheit

Insgesamt wurden 2,9 Millionen Kommentare von etwa 400.000 Personen gepostet.

Es wird der Eindruck erweckt, dass eine Vielzahl Menschen an politischen Diskussionen auf Facebook teilnehmen würden – dem ist aber nicht so.

Zusammenfassend kann gesagt werden:

Die Hälfte der Kommentare stammt von etwa 8900 Personen – das sind 2 Prozent der Nutzer, die für 49 Prozent der Kommentare verantwortlich sind. Sie schrieben rund 50 Kommentare oder mehr.

38 Prozent der Kommentare stammt von etwa 4100 Personen – das sind 1 Prozent aller Nutzer, die für 38 Prozent der Kommentare verantwortlich sind. Sie schrieben 100 Kommentare oder mehr.

Es bleiben 400 Personen, von denen rund 360.000 Kommentare stammen – das sind gerade einmal 0,1 Prozent aller Nutzer, die für 12,6 Prozent der Kommentare verantwortlich sind. Sie schrieben mindestens 500 Kommentare.

Darunter befinden sich einige wenige Nutzer, die über 1000 Kommentare verfassten. Darunter zu finden: Werbung für Parteien und Trolle, die andere User beschimpften, wenn diese Kritik an einer Partei äußerten.

Dies zeigt jedoch sehr deutlich:

Die Mehrheit diskutiert nicht mit

Die ZIB 2 berichtete ebenfalls darüber:

Wer die Online-Debatten über Politik bestimmt

Die Sendung kann noch 6 Tage lang angesehen werden.

Mehr über die Ergebnisse dieser Analyse auf mokant.

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