Es ist so einfach, andere Menschen für ihre Meinung zu verurteilen, ihnen Unverständnis entgegenzubringen. Noch einfacher wird es, wenn dies im vermeintlich geschützten Raum des Internets geschieht.

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Statt es einfach dabei zu belassen, dass auf ein und demselben Bild unterschiedliches zu erkennen geglaubt wird, entsteht eine ungewöhnliche Gruppendynamik: Zweifler an der eigenen Wahrheit werden diffamiert, beleidigt, ausgegrenzt.

Diese versuchen ihrerseits ihre Wahrheit zu verteidigen, und der Schlagabtausch an Worten, die man dann unter diversen Beiträgen lesen darf, lässt an der guten Erziehung dieser Menschen zweifeln.

In der Realität abseits des Internets bleiben zumeist wenigstens die direkten Beleidigungen aus, zumindest, wenn davon abgesehen wird, Diskussionen um die Wohnungsdekoration zwischen Paaren statistisch miteinzubeziehen.

Ein wertneutrales „Ich sehe das anders“ kommt dabei der Realität erschreckend nahe, wie der japanische Professor Akiyoshi Kitaoka eindrucksvoll auf seiner Facebook Seite zu beweisen vermag.

Wie viele schwarze Punkte siehst du gleichzeitig?

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Quelle: Öffentlicher Facebookstatusbeitrag

Jeder Mensch sieht unterschiedlich viele Punkte, bei vielen ist es so, dass je mehr sie sich auf einen einzelnen weißen Punkt zu fokussieren versuchen, die anderen weißen Punkte gar nicht mehr sehen.

Versucht man hingegen, sich auf die Mitte des grauen Quadrats zu konzentrieren, sieht man drei bis vier weiße Punkte. Manche Menschen mehr, andere hingegen weniger.

Und genau deshalb ist es eben so, dass jeder seine eigene Realität hat.

Das Gehirn fügt hinzu, blendet aus, und konstruiert dadurch für jeden Menschen eine ganz eigene Wahrheit. Abzustreiten, dass dieser Unrecht habe mit seiner Ansicht – im wahrsten Sinne des Wortes – kann nur falsch sein.

Denn ohne durch seine Augen, mit dessen Gehirn und nicht zuletzt den im Hintergrund befindlichen Erfahrungen über eine Wahrnehmung urteilen zu wollen, kann keine Aussage über die Richtigkeit oder Falschheit seiner Empfindung getätigt werden.

Umso trauriger ist es, wie vorschnell wir Menschen für ihre Perspektive verurteilen, statt einfach nur zuzuhören und akzeptieren zu wollen, dass diese, wenn sie etwas anders sehen, ihre Realität wiedergeben – die nicht der eigenen Realität entsprechen muss und wird.

Weitere brillante Beispiele des Professors für dieses Phänomen könnt ihr euch hier ansehen:

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Quelle: Öffentlicher Facebookstatusbeitrag

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