Ein Flieger landet – das Frontfahrwerk ist beschädigt. In einem Newsbeitrag sieht man nun, wie ein Mechaniker eine todesmutige Rettung startet!

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Dieses Video bietet mehrere Fundstellen im Netz, wie zum Beispiel hier auf Youtube. Was wie ein Newsbeitrag anmutet, entpuppt sich mit einem Blick hinter die Kulissen jedoch als etwas anderes.

Dieses 70 Sekunden lange Video zeigt einen Nachrichtenbericht über einen Flughafenmechaniker, der ein Flugzeug bei der Landung „abfängt“.

Auf der Webseite Pfuschamkfz.de wird dieses Video zum Beispiel mit diesen Worten beschrieben:

Courage und Geistesgegenwart beweist dieser  Flughafenmechaniker, als er hört das sich das Fahrwerk nicht komplett ausfahren lässt. Ohne lange zu „fackeln“ rast er mit seinem Pickup zur Landebahn, positioniert sich vor dem landenden Flugzeug und „fängt“ es mit einem gewagten Manöver ab. Respekt vor dieser Leistung!


SPONSORED AD

Hinter die Kulissen geschaut

Ein waghalsiger Rettungsversuch? Ein tollkühner Held? Schauen wir mal genauer hin. Laut der englischsprachigen Nachrichtenseite AdWeek.com für Marketing, Medien und Werbefachleute handelt es sich hierbei um eine Werbekampagne des Automobilherstellers Nissan. Die Werbeanzeige lief im Jahr 2011 und wurde in der AdWeek bereits im Oktober 2011 vorgestellt. Die, für den Werbespot verantwortliche Agentur, ist die TBWA \Chiat \Day aus Los Angeles. Die Kampagne wurde ins Leben gerufen um zu beweisen, dass der Nissan Frontier LKW robust genug ist, um auch in ungewöhnlichen Umständen, wahre Stärke zu zeigen.

clip_image004
(Screenshot: Adweek)

Unmögliches Szenario(?)

Es wurde diskutiert, ob das Szenario in diesem Video auch möglich ist.
In dem Video ist eine Boeing 727 zu sehen, dort liegt die Landegeschwindigkeit bei 226 km/h TAS, Anflüge bis 183 km/h TAS (mit Klappen) sind laut Flugzeughandbuch möglich. Ohne Klappen liegt diese bei bei 302 km/h TAS. (TAS = True Airspeed, wahre Eigengeschwindigkeit). Die Geschwindigkeit über Grund (vg) kann je nach Wind entsprechend abweichen, wenn man den Vektor des Windes von dem Geschwindigkeitsvektor des Flugzeugs abzieht. (Man landet immer möglichst gegen den Wind).
Der „Stunt“ wäre also theoretisch möglich, wenn man mit vollen Klappen und möglichst leer (die oben angegeben Werte beziehen sich auf das maximal zulässige Landegewicht von 64,6 t) und mindestens 10-15 kts Gegenwind anfliegt.
Wie es übrigens in echt aussieht, wenn das Nose Gear nicht korrekt ausgefahren ist (hier 90° quer blockiert), sieht man hier:

Fazit: Dieses Video ist ein Teil einer Werbekampagne des Automobilherstellers Nissan, welches mit seinem Pickup Nissan Frontier. Die Notlandung hat so nicht stattgefunden.

Autor: Marvin R., Mimikama.at

-Mimikama unterstützen-