Und das darf man gerne teilen! Martin Rath unterlag als Besitzer eines blauen Lieferwagens einer Facebookhetze im Stile einer weißen Bulli Meldung. Nun erreichen ihn ständig üble Beschimpfungen und auch Androhung von Gewalt. Zudem ist auch seine berufliche Existenz gefährdet.

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“Pädophiles Arschloch” war da noch eine der harmlosesten Beleidigungen, welche Martin Rath empfangen hat. All das und noch einiges mehr musste Martin Rath über sich ergehen lassen. Der Grund: er besitzt einen blauen Lieferwagen.

In Düsseldorf Gerresheim tauchte vor wenigen Tagen ein blauer Van auf, dessen Fahrer Kinder zum einsteigen animiert haben soll. Es wurde auch polizeilich gemeldet. Dies war dann durchaus in dem Düsseldorfer Stadtteil bekannt. Gerresheim ist auch der Stadtteil, in dem Martin Rath lebt, bzw. zieht er gerade um. Daher steht sein blauer Sprinter derzeit vor dem Gebäude.

Für ihn zum Verhängnis, denn die Sichtung des blauen Vans fand lediglich gut 150 Meter von seinem Zuhause statt. Diese Sichtung bezog Martin Rath natürlich nicht auf sein Fahrzeug, denn letztendlich definierte er seinen Sprinter als Kleinlaster.image

Eine Vernehmung

Es kam jedoch anders und prompt geriet Rath ins Fadenkreuz der Beamten und wurde an exponierter Stelle in Düsseldorf Gerresheim angehalten. Später am Abend wurde er zusätzlich als dringend Tatverdächtiger einer Kindsentführung kriminalpolizeilich vernommen. Am Ende klärte sich zwar dann wieder auf, dass er unschuldig ist und die Polizei nicht weiter gegen ihn ermittelt, aber das Internet hat augenscheinlich seine eigenen Gesetze.

In der Facebookgruppe NETTwerk Düsseldorf, die mit etwa 64000 Personen nahezu 10 Prozent aller Düsseldorfer erreicht, ging es bereits richtig rund.

Als Martin Rath um 23.30 Uhr als ich von der Polizei entlassen wurde und er seine Nachrichten checkte, wurde er von einer Flut an Mitteilungen überhäuft. Die in der Facebookgruppe gestartete Hetze nahm einen horrenden Lauf. Er wurde tituliert als “pädophiles Arschloch”, “dürfe nie wieder rauskommen”. Fatal in diesem Zusammenhang: sein kompletter Name wurde genannt, genau wie der Name “Raumausstattung Rath”, also seine berufliche Existenz.

Thread gelöscht, Gerüchte existieren weiter

Auf Drängen mehrerer Nutzer wurde jedoch der Thread in der Facebookgruppe gelöscht, was für Martin Rath jedoch zu spät kam: sein Name war in Zuge einer Falschdarstellung ins Spiel gekommen, da es sich um eine “lokal” orientierte Facebookgruppe handelt nun auch im realen Leben unterwegs. Bekannte und Freunde von Rath werden im Ort auf ihn angesprochen und somit unterliegt er einer Negativdarstellung.

„Muss ja was dran sein, wenn er bei der Polizei war.“ Diese und ähnliche Gerüchte haben daher trotz Löschung überlebt und nun ist Rath an der Stelle angekommen, dass er sich selbst helfen muss und auch den richtigen Weg geht: den Sachverhalt öffentlich aufklären!

Zuerst denken – dann klicken!

Seit Jahren warnen wir bereits vor den Risiken privater Fahndungen. Seit Jahren warnen wir davor, dass man keine Namen oder Informationen von Personen veröffentlichen soll, die nicht von der Polizei stammen. Und warum? Weil man unschuldige Menschen damit in Gefahr bringen kann.

Menschen wie Martin Rath, ja auch seine Familie, sind nun unschuldig in das Visier eines “Volkszorns” geraten. Eine Jagd auf einen mutmaßlichen Pädophilen, der keine Gnade zu erwarten hat. Doch Martin Rath ist unschuldig. Nachweislich unschuldig. Er besitzt lediglich einen blauen Lieferwagen.

Abschließende Informationen

Wir haben in diesem Zusammenhang direkten Kontakt zu Marin Rath gehabt. Zum einenwürde es ihn freuen, wenn die Aufklärung über seine Situation in mindestens gleicher Reichweite bekannt wird, zum anderen steht er für Medienanfragen ebenso zur Verfügung. An dieser Stelle dürfen wir gerne vermitteln.

Artikel Vorschaubild: Art Konovalov / Shutterstock.com

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