Quellencheck: Die Mahnung an Schülerinnen eines Gymnasiums in Berlin ist nichts weiter als eine erfundene Geschichte. Urheber ist laut Signatur ein alter Bekannter, der bereits vorbestraft ist.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Inhalt: laut Schreiben ermahnt ein Schulleiter die Schülerinnen dazu, keine bauch- und beinfreie Kleidung mehr zu tragen, was aus Rücksicht auf muslimische Mitschüler geschehen soll.  Die Regelung sei ursprünglich über die Zeit des Ramadans eingeführt worden, solle jetzt jedoch weitergelten.

Diese Mahnung betreibt ein sogenanntes Victim blaming, also eine Täter-Opfer Umkehr, bei der die Schuld für eine Straftat beim Opfer dargestellt wird: die Schülerinnen seien angeblich Schuld daran, wenn es zu Übergriffen seitens muslimischer Mitschüler komme. Es handelt sich dabei um folgenden Brief, welcher derzeit auf Facebook verbreitet wird:

Bild könnte enthalten: Text

Dieser Brief ist ein Fake!

Faktencheck:

  • Eine Schule mit diesem Namen gibt es in Berlin nicht.
  • Die Rufnummer kann ebenso keiner Schule zugewiesen werden
  • Es gibt keine Fuchsstr. 18 in Berlin
  • Das Bild trägt die Signatur “In Satira by Uwe Ostertag”

Es handelt sich also definitiv um einen Fake bei dieser Grafik.

In Satira

Laut Signatur ist diese Grafik Uwe Ostertag zuzuordnen. Es ist nicht das erste Schreiben dieser Art, welche die Signatur “In Satira” trägt. Bereits im Juni 2016 gab es einen dubiosen “Elternbrief”, welcher ebenso ein Fake war und inhaltlich nahezu identisch ist.

Dürfen wir vorstellen – Uwe Ostertag. Immer wieder geistern Memes durchs Netz, über die sich die Leute mit einer beachtlichen Vehemenz streiten, darauf findet man zum einen bekannte Persönlichkeiten aus der Politik, denen ein falsches Zitat in den Mund gelegt wird, zum anderen findet man meistens (es sei denn, es wird absichtlich entfernt) den Aufdruck „In Satira Veritas by Uwe Ostertag“.

Seines Zeichens frühberenteter Vollzeittroll und selbsterklärter Satiriker, mit einem durchaus erkennbaren Hang zu radikalen Denkstrukturen. Ein Troll? Durchaus, denn so nennt man User, deren Hauptziel es ist, Unfrieden zu stiften. Meinungen sind ihnen da relativ egal, sie drehen sich gerne hin und her, um so zu polarisieren. Ein durch ihren Kommentar angefachter, schöner Shitstorm, ist ihnen jede Zeit der Welt wert. Sie wollen nicht diskutieren, sie wollen Streit. Uwe Ostertag bezeichnete sich seinerzeit in einem FAZ- Artikel selber als Troll, da er sich diesem Aktionismus den lieben, langen Tag widmet, kann man ihn also durchaus als Vollzeittroll bezeichnen.

Die Themen der Ostertag-Memes haben es schon häufiger bei uns auf die Webseite geschafft, denn Ostertag kreiert seine Inhalte am Puls der Zeit: frei erfunden, aber gefühlt wahr.

Was nun damit machen?

Diese Art Memes sind nichts weiter als bildgewordene Trollkommentare, damit erreicht ein Troll vermutlich eine viel größere Beitragsreichweite, als er sich bislang in seinen feuchtesten Träumen hat ausmalen können. Man könnte also die Bildchen behandeln wie einen normalen Trollkommentar, also getreu dem Motto „Don’t feed the Troll“, einfach links liegen lassen.

Man kann nun über Ostertag denken, was man will. Wichtig ist jedoch zu erkennen, dass es sich bei den Ostertagschen Kreationen um seine Form der Satire handelt und um keine Tatsachenzitate.

Überdies bekam Ostertag im Februar 2017 eine 22-monatige Gefängnisstrafe, da er eine Geldstrafe wegen Volksverhetzung nicht bezahlt habe [1].

-Mimikama unterstützen-