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Immer wieder stolpern wir in den letzten Wochen über die Webseite von “WIZE.LIFE” die im Moment sehr viele Nutzer mit ihren Überschriften verunsichert.

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Sprich, es werden hier offizielle Meldungen genommen und mit einer Überschrift versehen, die vielen Usern Angst einjagt. Ob dies die richtige Methode ist bezweifeln wir, aber nun gut. Es geht im Moment um Anfragen zu folgenden Beitrag:

“Sie kommen aus dem Wald, fordern Geld uns stechen zu – Warnung vor diesem Duo!”

Hier ein Anfrage einer Userin: “Ich glaube das nicht, bitte um Überprüfung.”

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Wir haben es geprüft und wissen, dass es sich hierbei um eine Meldung der Polizei handelt, denn auch wir haben am 30.12.2016 darüber berichtet.

Jedoch nicht mit dieser Überschrift sondern mit: “Öffentlichkeitsfahndung zu versuchtem Raub in Limmer”

Diesen Inhalt geben wir an dieser Stelle gerne wieder:

Die Ermittler fahnden mit Hilfe von Phantombildern nach zwei Männern, die an der Sichelstraße/ Ecke Holzrehre versucht haben, einen 20-Jährigen auszurauben und ihn dabei mit einem Messer verletzt haben.

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Der 20-Jährige war am 16.12.2016, gegen 23:00 Uhr, zu Fuß auf dem Verbindungsweg Holzrehre unterwegs gewesen, als das Duo in Höhe der Sichelstraße plötzlich aus einem Waldstück auf ihn zukam und Geld forderte. Einer der beiden hielt dabei ein Messer in der Hand. Nachdem der junge Mann sein Portemonnaie übergeben und ihnen mitgeteilt hatte, kein Geld zu haben, verletzte ihn einer der beiden Täter mit dem Messer an der Hand. Anschließend flüchteten die zwei ohne Beute in das Waldstück.

Die Gesuchten haben ein südländisches Aussehen, sind etwa 1,70 Meter groß, hatten zum Tatzeitpunkt beide einen schwarzen, kurzen Vollbart und waren jeweils mit schwarzen Lederjacken bekleidet. Der Mann mit dem Messer trug eine blaue Jeans mit auffälligen roten Nähten an den Innenseiten, weiße „Nike“-Schuhe sowie eine rote Wollmütze. Sein Komplize hatte schwarze, nach hinten gegelte Haare und war mit einer blauen Jeans sowie schwarzen Schuhen, vermutlich ebenfalls der Marke „Nike“, bekleidet.

Hinweise nimmt die Polizeiinspektion West unter der Rufnummer 0511 109-3920 entgegen.

Quelle: Polizeidirektion Hannover

Alarmismus erkennen

About Alarmismus: wenn Überschriften Angst machen. Es gibt viele verschiedene Plattformen, die mit alarmistischen Titeln arbeiten und mit Hilfe dieser Methode einzelne Apsekte übersteigern. Es handelt sich dabei wohlgemerkt um keine Falschmeldungen, das darf man nicht unterstellen.

 

Drastik gewöhnlicher Dinge

Ein einfaches Indiz ist die Darstellung alltäglicher Dinge in dramatisierter Form. Was man von Haus aus eher für harmlos gehalten hat, wird durch den Alarmismus als große Gefahr eingestuft. Zudem: was durchaus punktuell geschehen könnte wird vom Alarmismus immer als pauschal beschrieben (“wir alle sind betroffen” “weltweit”).

Dauerzustand von Superlativen

Wie sieht der restliche Inhalt einer Webseite/Facebookseite aus? Spielt man überall mit Superlativen? Spielt man mit dauerhaft mit der Nennung großer Zahlen (“Millionen von …” “Tausende”). Werden in den Titeln sehr häufig Ausrufezeichen genutzt? Der Alarmismus ruft gerne, ja er schreit die eigenen Inhalte förmlich der Leserschaft entgegen.

Aufbau der allgemeinen Betroffenheitslage

Grundprinzip: alle sind betroffen! Also auch Du. Also bist Du verpflichtet, diese Botschaft weiterzutragen. Mit genau dieser Suggestion arbeitet der Alarmismus und baut somit ein übergroßes Bild einer Bedrohung auf. Das obige Beispiel zeigt diese Verallgemeinerung, indem die Polizeimeldung einfach grammatikalisch in die Gegenwart gesetzt wurde und als augenscheinlich permanente Situatuin wirkt: „Sie kommen aus dem Wald, fordern Geld uns stechen zu“.

Diese grammatikalische Darstellung wirkt wie eine stetige, dauerhafte Gefahr, obwohl dieser Angriff nicht mehrfach beobachtet wurde.

Nicht falsch verstehen!

Es geht nicht darum, Kernpunkte abzuwedeln, wenn man eine alarmistischen Botschaft nicht verbreiten möchte. Es geht darum, die Kernbotschaft sachlich und auch realistisch einzuordnen. Doch leider lässt der Alarmismus wenig Diskussionsspielraum zu: aufgrund der aufgepushten Dramatik entsteht eine Darstellung mit hohem Kontrast. Ja oder nein, schwarz oder weiß. Das Ankreiden eines Alarmismus wird häufig als das Herunterspielen eines Problems geprangert und damit verbunden, dass man ja scheinbar die Gegenposition vertritt. Auch wenn man in dem Moment als Kritiker des Alarmismus das Grundproblem durchaus nachvollziehen kann.

Dennoch: dauerhafter und übermäßiger Alarmismus stumpft irgendwann ab. Wenn ständig die Welt untergeht, jede noch so alltägliche Erscheinung zur großen Bedrohung wird, dann nimmt man die wahren Probleme irgendwann nicht mehr wahr. Eine Fehlbalance in der Einschätzung von Problemen kann dazu führen, dass die Priorität wirklich