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Es sind meist nicht irgendwelche „Hacker” die in fremde Onlinekonten eindringen, sondern Betrüger, denen du selbst das Passwort gegeben hast!

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Natürlich gibt niemand freiwillig irgendwelche Zugangsdaten in fremde Hände, sondern man wird überlistet. So wie es die im Folgenden dargestellte Mail versucht. Es handelt sich dabei um eine E-Mail, die sich als „Sicherheitscenter Warnung” ausgibt und in der Optik von Amazon darstellt.

An dieser Stelle muss man nochmals erwähnen: diese E-Mail stammt nicht von Amazon, sondern wurde von Betrügern versendet. Name, Logo und Corporate Design werden hier missbräuchlich genutzt, um eine Scheinauthentizität aufzubauen und den Empfängern dieser E-Mail vorzuspielen, dass es sich um eine echte Mail von Amazon handelt.

Sehr geehrte/r Kundin/e,

auf Ihrem Konto wurden auffällige Login-Versuche erkannt, daher bitten wir Sie an  unserer Sicherheitsprüfung  teilzunehmen.

Führen Sie die Prüfung innerhalb von 2 Tagen durch, andernfalls wird Ihr Konto zur Sicherheit eingeschränkt.

Bitte klicken Sie auf die Schaltfläche, um den Sicherheitstest abzuschließen.

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Diese E-Mail spielt erneut mit dem Vorurteil, dass „Ausländer betrügen” und durch die Nennung des Standortes Slowenien wird ein Rassismus-Trigger genutzt, um das inhaltliche Argument glaubhaft zu gestalten. Wir haben bereits eine Reihe von E-Mails dieser Machart gefunden (vergleiche). Um die vermeintlichen Logins noch glaubhafter zu gestalten, wird direkt eine Liste mit (natürlich frei erfundenen) Angaben genannt, die den Täter identifizieren sollen.

Phishing!

Es handelt sich bei dieser E-Mail natürlich um einen Phishingbetrug. Sowohl diese Variante, wie auch die vielen ähnlich aufgebauten Mails, verweisen auf Webseiten, die um die Eingabe persönlicher Daten bitten. In diesen Fällen blockierte unsere Antivirensoftware direkt die Webadresse mit dem Hinweis, dass es sich um eine Phishing-Webadresse handelt:

Hier gilt: Der angebliche Verifizierungsprozess ist eine Falle! Betrüger wollen hier lediglich gültige Daten von Amazonnutzern abgreifen.

Tappt man in eine solche Phishing-Falle, helfen folgende Maßnahmen:

Grundsätzlich kann eine Sicherheitssoftware präventiv helfen!

Bei aller Vorsicht kann es dann und wann natürlich trotzdem vorkommen, dass man Opfer einer Phishing-Attacke wurde und seine persönlichen Daten ungewollt Dritten preisgegeben hat.

Wichtig ist dann: Nicht in Panik geraten, aber unverzüglich handeln!

Damit Du im Fall der Fälle tatsächlich weißt, wie im Ernstfall vorzugehen ist, folgt hier unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Nimm unverzüglich Kontakt mit dem Unternehmen auf, für das deine persönlichen Benutzer- oder Login-Daten geklaut wurden. Bitte telefonisch beim Kundendienst um Sperrung Deines Accounts. Speziell bei Banken ist rund um die Uhr eine Sperr-Hotline erreichbar, die genau für solche und ähnliche Fälle existiert. Schildere Deinen Fall und umgehend wird Dein Account bzw. Benutzerbereich mit den alten Login-Daten nicht mehr erreichbar sein.
  2. Melde Dich beim Benutzerkonto an und prüfe, ob Du Dich noch einloggen kannst. Ist dies noch möglich, gehe umgehend zu dem Bereich, in dem Du Deine aktuellen Login-Daten ändern kannst. Lege ein neues Passwort fest und ändere, wenn möglich, auch den Benutzernamen und die hinterlegte Kontaktadresse.
  3. Kontrolliere umgehend, ob bereits Kontoänderungen oder Transaktionen vorgenommen wurden, denn meist sind Kriminelle sehr schnell. Überprüfe, ob beispielsweise Waren gekauft oder Abbuchungen vorgenommen wurden, für die Du selbst nicht verantwortlich bist. Sollte dies der Fall sein, informiere sofort den Kundenservice des jeweiligen Anbieters.
  4. Dokumentiere alle Auffälligkeiten. Fertige Screenshots an, drucke Kontoauszüge und die Phishing-Mail aus bzw. leite die E-Mail an das Unternehmen weiter, in dessen Namen die Internetkriminellen die Phishing-Mail versendet haben.
  5. Kontaktiere einen auf Internetbetrug spezialisierten Rechtsanwalt, schildere ihm Deinen Fall und reiche alle Dokumente ein, die mit dem Betrug in Zusammenhang stehen. Du solltest den Anwalt auch dann kontaktieren, wenn du bis dato noch keinen Schaden verzeichnen konntest.
  6. Eine 2 Faktor Authentifizierung (sofern angeboten) verhindert Zugriffe auch dann, wenn Betrüger durch Phishing an die Zugangsdaten gelangt sind.

Übrigens gibt es auch beim Phishing Hoffnung, dass gestohlene Gelder, beispielsweise beim Onlinebanking, durch Banken ersetzt werden. Grundlage dafür bildet das Bürgerliche Gesetzbuch. Nach § 675u BGB sind Zahlungsdienstleister verpflichtet, bei nicht autorisierten Zahlungsvorgängen die entwendeten Zahlungsbeträge zu ersetzen. Allerdings gilt dies nur, wenn der Betroffene seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen ist. Weitere Informationen zur Rechtsgrundlage im Schadensfall findest Du hier.

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