Tiere in dramatischen Situationen, unschuldige Kinderaugen, skandalöse Ungerechtigkeiten oder romantisch-herzliche Liebeserklärungen an Familienmitglieder…

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Es gibt Seiten oder Profile auf Facebook, die bieten nicht unbedingt den größten Informationswert, sondern eher einen großen Emotionalisierungswert. Da kommt es den Seiteninhabern nicht so sehr darauf an, ob wirklich alles stimmt, was man da so schreibt, sondern ob das Veröffentlichte anschließend auch einen hohen Klickwert hat.

Im Zentrum dieser Veröffentlichungen stehen dabei Emotionen, die bei den Lesern geweckt werden sollen. Diese Art der Darstellung hat sogar einen Namen: Likebait! (In den verschiedenen Schreibweisen auch als like-bait oder like bait).

Bei einem Likebait handelt es sich um einen Web-Inhalt, der speziell dafür gedacht ist, Facebook-Nutzer dazu zu bringen, auf „Gefällt mir“ zu klicken, bzw. eine Social Media Reaktion zu tätigen.

Der Begriff des Likebaits ist jetzt keine neue Erfindung, da man es eben in Social Media täglich auch mit Inhalten aus dem Likebait-Konzept zu tun hat. Manche machen daraus sogar eine Kunst!

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Und alle machen mit…

Natürlich ist es eine ganz normale menschliche Reaktion, wenn man auf einen Likebait reagieren möchte. Doch man muss sich im Klaren sein, dass der Verfasser es in der Veröffentlichung nicht immer so meint, wie man es selbst wahrnimmt. Likebait-Inhalte sind häufig kommerziell motiviert oder werden dazu genutzt, sich selbst zu inszenieren.

Likebait wird grundsätzlich mit dem Ziel gepostet, Emotionen bei Social Media Nutzern hervorzurufen. Da es ursprünglich auf Facebook nur den Like-Daumen gab, war das klassische Likebaiting auch ein echtes Likebaiting und zielte darauf ab, gemocht zu werden, bzw. die Nutzer zu animieren, mittels „Gefällt mir” zu signalisieren, dass sie dem Inhalt zustimmen. Mittlerweile kann man auf Facebook mehr als nur ein einfache Like geben, daher hat sich auch der Inhalt des Likebaits verändert und man findet darunter immer mehr Veröffentlichungen, welche Nutzer empören.

Vorhersehbar!

Wer Likebaits veröffentlicht, der weiß genau, dass die Nutzer daraufhin interagieren. Dies geschieht oft auf vorhersehbare Weise – z.B. durch die Veröffentlichung eines ansprechenden Videos, Zitatbildes oder Memes. Das Schlagwort hierbei ist „Emotion”. Und eine dramatische Eindeutigkeit.

Leider hat es sich beim Likebait auch gezeigt, dass gerade Fakes ein hohes Emotionalisierungspotential haben und somit werden (bewusst?) auch Falschmeldungen in das Likebaitschema gepresst und veröffentlicht. Die führt nicht allein zu Reaktionen der Leserschaft, sondern auch zu der Entstehung unnötiger Ängste bis hin zu einer Hysterie. Da emotionale Inhalte zumeist auch eine sehr hohe Reichweite auf Facebook haben, läuft man an dieser Stelle einem Fake jedoch jämmerlich hinterher und hat kaum eine Chance, diesen einzuholen, um ihn zu widerlegen.

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Gefahren

Leider gibt es auch das damit zusammenhängende Phänomen, dass ein Likebait in eine Falle führt. Auf nachgebauten Webseiten finden sich dann vermeintliche Like-Buttons, die eben KEIN Like auslösen, sondern aufgrund ihres unterlegten Quelltextes etwas völlig anderes starten.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Gefahr, dass sich irgendwann Trittbrettfahrer dazu angeregt fühlen, Fakeszenarios im wahren Leben ausprobieren, um andere Menschen damit zu schädigen.

Daher gilt auch beim Likebaiten: Zuerst denken – dann klicken!

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