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“Schamverletzende Aufklärungsmaterialien von Pro Familia NRW” lautet der Titel eines Artikels, welcher seit 2 Tagen stark diskutiert wird.

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Dabei handelt es sich um einen Artikel der Initiative “Familienschutz”, in welcher ein Ratgeber für die Sexualerziehung von Kindern angeprangert wird.

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(Screenshot: Facebook)

Der Ratgeber existiert tatsächlich und ist ist Teil der „Sexualpädagogischen Reihe“ des Verbandes pro familia Nordrhein-Westfalen.

Vorwürfe 2015

Die Zitate, welche in dem Artikel von  Familienschutz angegeben werden, stammen in der Tat aus dem Buch und wirken in der tat teilweise befremdlich.

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(Screenshot: Familien-Schutz)

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(Screenshot: Demofüralle)

Jetzt muss man jedoch ein mal kurz stoppen und auf die Quellen schauen. Zunächst: Das Buch “Lieben, Kuscheln, Schmusen” stammt aus den frühen 90ern, die letzte Ausgabe erschien 1996. Das ist bereits über 20 Jahre her. Das Buch erregte seinerzeit viel Aufsehen und auch Ablehnung. Pro familia musste sich damals bereits starker Kritik aussetzen und rechtfertigen:

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(Screenshot: Web-Archiv)

Vorwürfe gibt es noch – aber das Buch?

Es ist jedoch fraglich, ob das Buch überhaupt so zum Einsatz kommt, wie es propagiert wird. Zum einen stammt die letzte Auflage von 1996, das bedeutet, es wurde seit dem auch nicht mehr gedruckt. Man kann also davon ausgehen, dass es in großen Stückzahlen neu nicht mehr zu bekommen ist. Bei Amazon zum Beispiel ist es zwar geführt, jedoch nicht erhältlich:

Derzeit nicht verfügbar.
Ob und wann dieser Artikel wieder vorrätig sein wird, ist unbekannt.

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(Screenshot: Amazon)

Gemessen an den Rezensionen bei Amazon erkennt man auch hier deutlich, dass das Buch sehr kritisch angesehen wird.

Warum nun die erneute Diskussion?

Da dieses Buch im Grunde nicht mehr im Umlauf ist, sollte eine derartige Diskussion eigentlich nicht mehr aufkeimen können. Eigentlich … Aber das Buch ist vor dem Hintergrund der Meldung zu sadistischer Gewalt in einem Mainzer Kindergarten erneut in die Diskussion geraten. Interessanterweise hat es jedoch nichts mit dem Fall zu tun, sondern wird dem Verhalten nur beigedichtet. Ein Kommentar unter einem Artikel zu den Vorfällen stellt sich so dar:

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(screenshot: Focus)

Die Wahrheit wird wohl in der Mitte liegen

In den Darstellungen prallen nun zwei Welten aufeinander. Zum einen steht da “pro familia” mit einer sehr offenen Anschauungsweise, mit welcher der Verband auch immer wieder in die Kritik rückte, zum anderen stammen die neuen Vorwürfe von “Familienschutz” aus einem recht konservativen Umfeld. Wo am Ende die Wahrheit liegt, müssen Eltern und Pädagogen dann für sich entscheiden.