Krisenplan WKO

Krisenplan zum Coronavirus: Diese Mail stammt nicht von der WKO!

Von | 1. April 2020, 17:02

Seit einigen Tagen wird vornehmlich über WhatsApp ein Krisenplan versendet, welcher über die nächsten Monate gelten solle. Teilweise ist auch ein Screenshot eines Briefs mit dem Plan zu sehen.

Der Krisenplan an sich klingt nicht unrealistisch, die beschriebenen Maßnahmen und Abläufe erscheinen in gewisser Weise plausibel.

So findet man beispielsweise Datierungen zur Lockerung der Kontaktsperre, Veranstaltungen aber auch Angaben zum Reiseverkehr, sowie das Bildungssystem.

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Wichtige Anmerkung: Dieser (nicht weiter bestätigte) Krisenplan wird auch unter deutschen WhatsApp-Nutzern verteilt. Hier dürfte er garantiert nicht anwendbar sein, denn anhand des Begriffs „Matura“ anstatt Abitur merkt man deutlich, dass sich der Inhalt auf Österreich bezieht.

Des Weiteren findet sich dieser Inhalt häufig auch als Fotografie einer ausgedruckten Mail. Diese Mail stammt angeblich von der Wirtschaftskammer Österreich, doch es handelt sich dabei um einen Fake!

Die Wirtschaftskammer (WKO) spricht hier ganz klar von einer Falschmeldung.

Krisenplan: Keine Mail der WKO!

Auf der Facebookseite der Wirtschaftskammer gibt es mittlerweile ein entsprechendes Posting zu dem Schreiben. Dazu lautet es:

❗ 𝗔𝗖𝗛𝗧𝗨𝗡𝗚 𝗙𝗔𝗟𝗦𝗖𝗛𝗠𝗘𝗟𝗗𝗨𝗡𝗚 ❗
Seit Montag kursiert in Sozialen Netzwerken ein Screenshot mit angeblichen Informationen der Wirtschaftskammer zu einem zeitlichen Stufenplan möglicher Betriebsöffnungen. Hierbei handelt es sich um KEINE Info der Wirtschaftskammer sondern nachweislich um eine 𝗙𝗮𝗹𝘀𝗰𝗵𝗶𝗻𝗳𝗼𝗿𝗺𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻!

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Auch wenn der Inhalt des Krisenplans noch so plausibel und nachvollziehbar erscheint, bei der Briefform mit der Absenderangabe WKO handelt es sich um eine Fälschung. Die WKO hat den Inhalt nach eigenen Angaben nicht versendet.

Krisenplan: Der Inhalt

Der Text aus Krisenplan ist übrigens identisch mit einem Inhalt, der seit wenigen Tagen über WhatsApp verbreitet wird und gleichzeitig auch in einem österreichischem Boulevardmedium aufgetaucht ist (vergleiche).  Bisher gibt es keine offiziellen Angaben zu dem darin erwähnten Inhalt.

Zu Wiedererkennungszwecken an dieser Stelle der Inhalt aus dem Schreiben.

Betreff: Schreiben Wirtschaftskammer

Alle österreichischen Maßnahmen werden bis 1.5. verlängert (ab heute 11 Uhr)

Maskenpflicht in Supermärkten

  • Zukünftig darf man Supermärkte nur mehr betreten, wenn man eine Schutzmaske trägt. Diese sollen vor den Geschäften zum Verkauf auflegen. Eine solche Maßnahme hatten Experten zuletzt wiederholt gefordert.

Geschäfte: Bau-Märkte dürfen zuerst öffnen

  • Ende April/Anfang Mai: Frühestens mit Ende April/Anfang Mai sollen erste Geschäfte wieder für Kunden geöffnet werden. Zunächst etwa die Baumärkte – darauf sollen sukzessive weitere Branchen folgen. Allerdings: unter strengen Auflagen. So soll etwa immer nur eine gewisse Anzahl von Personen zeitgleich in die Geschäfte gelassen werden. „Türsteher“ könnten so wie in Großbritannien kontrollieren, ob man das Geschäft betreten darf.   

Dienstleister: Auflagen für Frisöre und Co.

  • Mitte Mai: Im Laufe des Mai sollen auch schrittweise Dienstleister, wie etwa Frisöre, wieder den Betrieb aufnehmen dürfen. Auch hier soll es strenge Corona-Auflagen geben. Bei Frisören beispielsweise ein Mindestabstand zwischen den Kunden im Salon.

Arbeitsplatz: Büroalltag löst Homeoffice ab

  • Mitte Mai: Zeitgleich mit der Öffnung der Dienstleistungsbetriebe wird der Büroalltag im Laufe des Mai schrittweise das Homeoffice wieder ablösen.

Gastronomie: Vorerst nur untertags offen

  • Ende Mai: Auswärts gegessen wird in Österreich frühestens wieder ab Mai. Dann dürfen die Lokale schrittweise wieder öffnen – ähnlich wie der Handel unter Bedingungen betreffend den Mindestabstand und ­vorerst nur untertags. Bis die Gastronomie auch abends wieder den Betrieb aufnehmen kann, wird es ÖSTERREICH-Informationen zufolge noch länger dauern.

Events: Tote Hose bis Mitte des Sommers

  • Juli: Große Veranstaltungen wird es hierzulande noch länger keine geben. Erst ab Mitte des Sommers, also möglicherweise ab Juli, sollen die wieder erlaubt sein. Das Donauinselfest (26. Juni) etwa soll verschoben werden. Die Salzburger Festspiele (ab 18. Juli) könnten hingegen, so ist zu hören, bereits stattfinden.

Reisen: Grenzen und Flughäfen im Juni zu

  • Juli: Auch der Reisebetrieb wird erst ab Juli wieder langsam – und unter Einschränkungen – losgehen können. Österreichs Grenzen und Flughäfen sollen jedenfalls noch bis Ende Juni fix dicht sein.

Bildung: Schulen & Unis sperren im Herbst auf

  • September: Über den Sommer bleiben Schulen, Kindergärten und Unis geschlossen. Erst im September kann der Lehrbetrieb wieder starten. Eine Ausnahme wird es für die ca. 40.000 Maturanten geben. Die Matura soll im Mai stattfinden.

Ausgangsbeschränkungen bleiben bis Anfang Mai

  • Soziale Kontakte: Die Ausgangsbeschränkungen bleiben zumindest bis Anfang Mai und werden entlang des Stufenplans nach und nach gelockert. Für Ältere und Risikogruppen könnten sie bis in den Herbst aufrechtbleiben. 

Hinweis!

Wir weisen an dieser Stelle auch auf unsere Kategorie: CORONAVIRUS 2019 SARS-CoV-2 (hier) hin, in der wir alle relevanten Faktenchecks zum Thema Coronavirus auflisten.

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