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Man nehme ein potentielles „Aufregerthema” (egal ob aktuell oder schon vierzig Mal gebracht), versehe das Thema mit einer moralisch infrage stellenden Schlagzeile und suggeriere dem Leser somit, dass es hier etwas zu sehen gäbe, was er bis dato so noch nie gesehen hat.

Fertig ist der neue Clickbait…

Kein Wunder also, dass die Wissenschaft augenscheinlich wieder an Mischwesen arbeitet.

Genau genommen soll es eine Kreuzung zwischen Mensch und Tier sein.

Um welches Tier es sich dabei handelt, erfahren wir natürlich erst, wenn wir den Link anklicken:

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Quelle: Facebook / Screenshot Mimikama

Werden Tiermenschen bald Realität sein?

Der Titel alleine ist hier schon ein wenig irreführend, denn bei „Beunruhigend: Kreuzung von Mensch und Tier erstmals gezüchtet!” denken viele, so auch ich, zuerst einmal, dass es wirklich gelungen sei, dass sich die DNA von Mensch und Tier vereinigt hätte und es um eine neuartige Kreatur ginge.

Quasi ein lebensfähiger Tiermensch.

Was natürlich nicht der Fall ist, denn hier handelt es sich nicht um die Zucht von Mischwesen, sondern um einen ersten Fortschritt in Richtung Organzucht für den Menschen in einem Schweineembryo.

Die menschlichen Zellen haben sich NICHT mit denen des Schweins vereint, auch wenn es sich im weitesten Sinne um eine Chimäre handelt. Da dies ein Wesen ist, das von mindestens zwei unterschiedlichen Lebewesen Zellen enthält, sieht die Realität ein wenig anders aus.

Wer also befürchtet, dass sich Wissenschaftler ein „Beast Folk” à la „Die Insel des Dr. Moreau” als Ziel gesteckt haben, den können wir beruhigen.

Es wurden KEINE Schweine-Menschen gezüchtet.

Organe für den Menschen

Die Ausgabe der „Cell”, auf die sich “tierfans.net” bezieht, stammt vom 26. Januar 2017 und erschien unter dem Titel „Interspecies Chemerism with Mammalian Pluripotent Stem Cells“.

Der Grund, warum dies eine Sensation war, ist der erstmalige Erfolg, dass überhaupt menschliche Stammzellen in einen Schweinefötus eingepflanzt werden konnten.

Bis dato war es nur geglückt, Zellen von Ratten in Mäusen heranwachsen zu lassen.

Ziel ist es, Schweine zu züchten, die menschliche Organe besitzen, um diese als Spenderorgane zu verwenden.

Dazu wurden tatsächlich menschliche Stammzellen in Schweineembryonen injiziert und diese dann in eine Schweine-Leihmutter eingepflanzt.

Insgesamt 2000 Embryonen wurden präpariert und in 41 Säue eingepflanzt. 18 wurden trächtig und 186 Embryonen waren noch nach vier Wochen lebensfähig.

Diese wurden dahingehend untersucht, ob die menschlichen Stammzellen in den Schweineembryonen noch vorhanden waren und oder sich gar weiterentwickelt hatten.

Biologe Hiromitsu Nakauchi bezeichnete das Ergebnis aber als „eher ernüchternd”:

„Wir fanden menschliche Zellen in den Embryonen, jedoch waren sie weder in den Embryo integriert noch haben sie sich weiter entwickelt“

Erster Erfolg – langer Weg

In Zukunft möchte man diese Stammzellen jedoch so steuern, dass im Schweineembryo von vornherein ein Menschenorgan anstelle dem des Schweines heranwächst, um dieses später als Spenderorgan verwenden zu können.

Doch davon ist die Wissenschaft noch weit entfernt.

Die Embryonen wurden nach den Untersuchungen abgetötet, um ethische Grundsätze zu wahren.

Die Gründe, warum man Schweine und keine anderen Tiere für diese Forschungen herangezogen hat, sind die hohe übereinstimmende DNS (90%) von Schwein und Mensch sowie die Tatsache, dass sich Schweine schnell reproduzieren lassen.

Auch Krankheiten verlaufen ähnlich und auch die Größe der inneren Organe gleichen denen der Menschen.

Fazit:

Es wurde im Endeffekt ein Durchbruch in der Grundlagenforschung erzielt:

Menschliche Stammzellen überlebten in Schweineembryonen.

Es kam allerdings weder zu einer Vermischung von Menschen- mit Schweinezellen noch zu einer Vermehrung oder gar Entwicklung der menschlichen Stammzellen.