Kreditangebote auf Facebook - Wie geht das vor sich?
Kreditangebote auf Facebook - Wie geht das vor sich?
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Ihr kennt alle diese verführerischen Kreditangebote in den Facebook-Kommentaren und im Messenger. Was passiert, wenn man darauf eingeht?

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Einer unserer Leser ging auf ein solches Angebot ein und ließ uns dankenswerterweise einige Screenshots zukommen. Die wollen wir nun auch euch zur Verfügung stellen, damit ihr seht, dass hinter solchen Angeboten eine Betrugsmasche steckt.

So bekam unser Leser vor wenigen Tagen jenes Kreditangebot per Messenger:

Screenshot Facebook
Screenshot Facebook

„Hallo
Ich habe ein Kapital, mit dem ich jedem ernsthaften Menschen, der dieses Darlehen will, kurzfristige und langfristige Sonderdarlehen in Höhe von 5.000 bis 1.000000 Euro leihen kann. 3% Zinsen im Jahr nach dem Kreditbetrag, weil, privat, ich möchte nicht den Wucher zu verletzen. Sie können zwischen 3 und 25 Jahren bezahlen, abhängig vom geliehenen Betrag. Es liegt an Ihnen, die monatlichen Zahlungen zu sehen. Ich beantrage nur eine Bestätigung der beglaubigten handschriftlichen Schuld und einiger Dokumente. Wenn Sie interessiert sind, schreiben Sie uns bitte an meine E-Mail-Adresse“

Wen interessieren schon Namen und Bilder?

Unser Leser sah sich das Profil der Dame an, eine gewisse „Schneider Kraus“.

Screenshot Facebook
Screenshot Facebook

Schaut seriös aus, oder? Ist sie auch, denn das Profilbild zeigt Christine Lagarde, Frankreichs Finanzministerin von 2007 – 2011.

Screenshot britannica.com
Screenshot britannica.com

Das Bild ist schonmal nicht echt. Und was den Namen angeht, so wurden anscheinend zwei typisch deutsche Nachnamen zusammengewürfelt, damit er deutsch klingt… obwohl uns jetzt niemand bekannt ist, der Schneider oder Kraus mit Vornamen heißt. Auch achten wir mal gar nicht drauf, dass der Kreditgebername sich sowohl in der Email als auch im Folgenden von „Schneider Kraus“ auf „Kelly Moratha“ ändert.

Angebot angenommen. Wie geht es weiter?

Der Nutzer bekam nun eine Email mit einem irgendwie amtlich ausschauenden Dokument. Doch Artikel 6 des Vertrages fand vorher irgendwie keine Erwähnung:

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

„Folgen Sie den Anweisungen, um die Anmeldegebühr in Höhe von 357 € zu bezahlen“

Unterschrieben wurde das ganze u.a. von der oben genannten „Kelly Moratha“, Kreditgeber ist angeblich die Commerzbank Berlin.

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

Und ja, da steht wirklich „Mach es in Berlin„. Klingt nach nem guten Werbeslogan für die Stadt!

Shut up and take my money!

Unser Leser bekam also einen etwas wirr zusammengeschusterten Kreditvertrag, der am Schluss dazu auffordert, es in Berlin zu machen *kicher* und dessen Unterschriften sogar eigene Hintergrundbilder haben. Photoshop-Level: 9000? „Kelly“ scheint jedenfalls lt. der Unterschrift eher „Gregor“ zu heißen.

Aber wohin nun mit unserem Geld? An die Commerzbank, die uns ja schließlich angeblich den Kredit gibt? Nein, das wäre zu einfach! Jetzt kommt der Knüller:

Screenshot Mimikama.at
Screenshot Mimikama.at

„Hallo mein Herr – herzlich – Deine Bank“

An der BIC ist erkennbar, dass jene Gebühr an einen S. Krüger gehen soll, der sein Konto bei der Sparkasse Neuss hat. Über die Begrüssung und die Verabschiedung müssen wir uns gar nicht länger unterhalten: Das ist so lieblos, dass sich jeder Spam-Ersteller schämen würde!

Unser Leser wurde diesbezüglich natürlich auch mißtrauisch und forderte „Kelly“ auf, ihre Identität zu beweisen. Daraufhin bekam er Fotos einer Frau zugeschickt, die mit dem Profilbild allerdings keine Ähnlichkeiten mehr aufwies, es handelt sich augenscheinlich um Privatfotos einer unbekannten Dame.

Fazit

Unser Leser ist verständlicherweise nicht weiter auf das Angebot eingegangen. So verlockend jenes Angebot auch auf den ersten Blick erscheint, so deutlich sieht man auch, dass es sich hier um eine Betrugsmasche handelt. Der arglose Nutzer soll eine Anmeldegebühr an ein Konto zahlen, das namentlich und örtlich nichts mehr mit dem Kreditantrag zu tun hat, die Namen, Unterschriften und Bilder sind gefälscht, der gesamte Schriftverkehr war laut unserem Leser nur in sehr schlechtem Deutsch.

Wir verstehen, dass man verzweifelt ist, wenn man in Geldnot gerät. Aber nehmt solche Angebote bitte niemals an!

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