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“Ist da was wahres dran, oder doch nur wieder unnötige Panikmache?” So beginnt eine Nutzeranfrage, die wir auf unserer Facebook-Seite erhielten:

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Es geht um die ganzen Beiträge, die seit Tagen auf Facebook verbreitet werden. Das Thema: Die Kräuseljagdspinne, die sich angeblich im Moment im Süden Deutschlands breit macht.

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Es wirkt so, als würde diese Spinne erst seit kurzem den Weg zu “uns” gefunden haben.

Doch dem ist NICHT SO!

Bereits im Jahre 2008 kann man die ersten Informationen dazu im Netz finden. Wie z.B.:

“Wirklich überrascht stellten wir im Herbst 2008 fest, dass in unserem Garten neuerdings mehrere, hier in Deutschland erst seit 2005 nachgewiesene Kräuseljagdspinnen (Zoropsis spinimana) leben. Seit die Nächte kälter wurden wanderte mindestens ein großes Weibchen (inzwischen ca. 8 cm) in unser tropisches Gewächshaus ein, wo es nachts auf die Jagd geht.” (Quelle)

Oder im Jahre 2012. Wie u.a. der Focus berichtete:

“Die Spinnenforscher wiesen aber noch eine weitere eingeschleppte Art in Gebäuden in Frankfurt am Main, Mainz, Mannheim, Heidelberg, Heilbronn, Metzingen, Freiburg sowie Bonn, Köln, Düsseldorf und Bremen nach. Die Spinne Zoropsis spinimana (Kräuseljagdspinne) hat eine Körperlänge – ohne Beine gemessen – von bis zu zwei Zentimetern “ (Quelle)

Sprich, es ist in Wahrheit kein aktuelles Phänomen, sondern die Kräuseljagdspinne gibt es schon seit Jahren bei uns!

Einige Informationen zur Kräuseljagdspinne!

Die Tiere sind ursprünglich als wärmeliebende Spinnenart in den Wäldern des Mittelmeerraums beheimatet. Erst seit ein paar Jahren werden immer wieder auch Exemplare weiter nördlich gesichtet; seit 2005 gibt es die recht große Art auch in Deutschland.

Es besteht keine Gefahr für Menschen

Die expansive Art hat inzwischen das gesamte Oberrheintal besiedelt und ist seit neuestem eben auch in München zu Hause.

Im Gegensatz zu ihren Verwandten in Südeuropa, lebt die Art in Deutschland vorwiegend in Gebäuden.

Mit ihren zwei Zentimetern Durchmesser ist Zoropsis spinimana zwar durchaus mit einer Tarantel vergleichbar, eine Gefahr für den Menschen bestehe jedoch nicht, bekräftigt Jörg Spelda von der Zoologischen Staatssammlung München.

Die Spinne sei nicht wirklich aggressiv, außerdem wäre ein Biss vergleichsweise harmlos.

Etwas angriffslustiger ist die ebenfalls aus dem Mittelmeerraum nach Deutschland eingewanderte Mildes Dornfingerspinne (Cheiracanthium mildei). Die kleine, unauffällige Schwester des Ammen-Dornfingers könne durchaus auch mal zubeißen, wobei ihr Biss mit dem Stich einer Wespe oder Biene vergleichbar ist, so Spelda

Quelle: Pressetext.com

Die Dornfingerspinne

Der Ammen-Dornfinger ist neben der Wasserspinne (Argyroneta aquatica) die einzige mitteleuropäische Spinne, deren Biss für den Menschen medizinisch relevante Folgen haben kann.

Der Biss des Dornfingers ist vergleichbar mit einem Wespenstich, kann jedoch bei allergischer Reaktion zu lokalen Lähmungserscheinungen, Schüttelfrost und Fieber führen.

Wenn man nicht allergisch auf das Gift reagiert passiert noch weniger. Vereinzelt wird auch von starken Schwellungen an der Bissstelle berichtet.

Unter Umständen KANN dann das betroffene Fleisch teilweise nekrotisch werden, d.h. absterben. Tödlich ist der Biss nicht und Lebensgefahr besteht auch nicht.