„Hände hoch, das ist ein Überfall!“. Das ist so 2015. Wer ein moderner Dieb ist, klaut bargeldlos, wie ein aktueller Artikel besagt, der derzeit auf Facebook geteilt.


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Mimikama: Halbwahrheit

Doch ist es wirklich so einfach für Diebe, mittels eines Kartenlesegerätes quasi im Vorbeigehen das Konto leer zu räumen?

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„Hast Du eine Karte, mit der Du kontaktlos bezahlen kannst? Dann Achte auf Diebe, die mit schwingenden Lesegeräten in öffentlichen Verkehrsmitteln agieren!“

…so lautet die holprige Überschrift.

Weiter heißt es, dass ein Facebook-User beobachtet hat, wie jemand in einer U-Bahn ein POS (Point-of-Sale) Gerät in der Hand hielt, welches üblicherweise dazu benutzt wird, um in Geschäften bargeldlos zu bezahlen. Zu diesem Zweck muss die Bankkarte einen NFC (Near-Field-Communication) Chip haben und dieser aktiviert sein. Das POS-Gerät muss sich dann wenige Zentimeter entfernt von der Bankkarte befinden, um Geld abbuchen zu können.

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Vor ein paar Tagen, hat ein Facebook-Nutzer die öffentliche Aufmerksamkeit auf eine neue Methode des Diebstahls in Verbindung mit Karten zum kontaktlosen Bezahlen gerichtet. Der Dieb geht mit einem Point-of-Sale-Kartenleser an einen überfüllten Ort, wie einen Zug. Er nähert sich dem Opfer, um das Gerät möglichst nahe an die Handtasche oder Tasche des Opfers zu halten. Innerhalb von ein paar Sekunden verschwinden 10 € vom Konto!

Ist dies eine neue Methode?


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Nein, bereits 2014 gab es international Artikel über diese Form des Diebstahls.

Aktuell wird dies nur wegen dem Foto des Facebook-Users diskutiert, der allerdings sein Profil mittlerweile deaktiviert hat.

Wieviele Opfer dieser Methode gibt es bereits?

„Diese neue Methode ist vor allem im Vereinigten Königreich schon weit verbreitet, wo Tausende von Menschen bereits Opfer dieser Art von Diebstahl geworden sind.“

… so der Blog „istpositiv“. Das klingt schon mal sehr dramatisch, in Wahrheit gibt es aber nur einen einzigen bestätigten Fall in Großbritannien, wie der „Mirror“ berichtete. Einem Mann soll auf diese Weise eine Summe von 2.125 Pfund von der Kreditkarte gestohlen worden sein.

Kann mir das auch passieren?

Theoretisch ja. Die Karte muss dabei nicht mal offen in der Tasche stecken, sondern kann sich auch im Geldbeutel befinden. Wenn der NFC-Chip durch die Bank aktiviert wurde, kann durch ein POS-Gerät ein Betrag von bis zu 25 Euro ohne Eingabe eines Pins abgebucht werden.

Wie kann ich mich schützen?

Am Einfachsten ist es, seine Kreditkarte immer in einer metallenen Schutzhülle aufzubewahren. Ersatzweise kann man die Karte auch mit Alufolie umwickelt in der Brieftasche aufbewahren. Ja, ein Aluhütchen für die Kreditkarte, richtig. Hilft aber in jenem Fall!

Wie wahrscheinlich ist diese Art von Diebstahl?

Und nun kommen wir zur Praxis, denn die ist gar nicht so einfach, wie es der Artikel von „istpositiv“ suggeriert.
Ein POS-Gerät bekommt man nicht einfach so im nächsten Media-Markt! Man muss dazu ein zertifizierter Kleinhandel mindestens sein, steuerlich registriert, bei der Bank mit allen möglichen Papieren angemeldet. Zusätzlich werden die Geldbewegungen auf Konten, die mit einem POS-Gerät verbunden sind, gerade in der Anfangszeit genauestens überwacht.

Praktisch ist es also so, als ob ich jemanden auf offener Straße überfalle und ihm dabei meinen Personalausweis zeige.

Bei offensichtlich unrechtmäßig abgebuchten Beträgen sind Banken im Allgemeinen auch so kulant, das Geld wieder zurück zu buchen. Außerdem kann man bei der Bank einen Höchstbetrag beantragen, welcher pro Tag von der Kreditkarte per NFC abgebucht werden darf oder den NFC-Chip komplett deaktivieren. Häufig ist dies auch per Online-Banking möglich.

Fazit:

Ja, diese Methode ist theoretisch möglich. In der Praxis jedoch ist es ein immenser Aufwand und leicht zu verfolgen. Zudem kann man sich mit einfachsten Mitteln vor dieser Art des Diebstahls schützen.

Wir jedenfalls zahlen lieber bar. Mit Kleingeld. Das klimpert auch schön laut, wenn man es mit einem ungeschickten Dieb zu tun hat.

Autor: Ralf, mimikama.at

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