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Viele Facebook-Nutzer kennen sie, die ominösen Freundschaftsanfragen von hübschen Frauen aus heiterem Himmel. Doch wo will uns so eine Dame hinführen? Wir folgten mal den Links…

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So betraten wir mutig das Profil jener Lady, die uns gleich in ihrem ersten und einzigen Beitrag vielversprechendes offenbart:

Screenshot Facebook
Screenshot Facebook

Ein scheinbares Video zeigt uns da nackte Tatsachen. Werden wir die hübsche Dame in Profilbild dort etwa entdecken können? Vielleicht sogar die große Liebe finden? Das wollen wir doch gleich mal anklicken:

Screenshot mimikama.at
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Na, toll. Wir bekommen also erst einmal kein Video zu sehen, sondern werden stattdessen auf eine externe Seite geleitet. Aber dort wird uns augenscheinlich ebenfalls ein Video zum Schauen angeboten. Zwar immer noch nicht die Dame aus dem Facebook-Profil, aber wir sind ja nicht wählerisch!
Klicken wir es also einfach mal an…

Screenshot mimikama.at
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Na toll. Immer noch kein Video. Stattdessen werden wir wieder auf eine andere Seite umgeleitet, die uns mit nackten Frauen begrüßt und uns fragt, ob wir Mann oder Frau sind. Transgender sind somit schonmal ausgeschlossen.
Da der Autor aber eindeutig männlich ist, klickt er selbstbewusst auf „Mann“. Und dann beginnt die Fragen-Odyssee….

Screenshot mimikama.at
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Wir müssen nun eine Reihe von Fragen nach dem Alter und anderen Dingen, beispielsweise, ob wir Kondome benutzen oder ob wir ein Problem damit haben, nur Frauen zu treffen, die Sex wollen. Es ist übrigens völlig egal, was man für Antworten anklickt, am Ende kommt man zu der spannenden Auswertung der Fragen!

Screenshot mimikama.at
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Uuuuuh, Zeitdruck! Wir haben uns tatsächlich qualifiziert, Wahnsinn! Aber wir haben nur 5 Minuten Zeit, uns kostenlos zu registrieren! Dieser Druck! Sollen wir es wagen? Werden wir dort endlich die Facebook-Lady treffen? Was kann schon schiefgehen?
Wir wagen es!!

Screenshot mimikama.at
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Was?? Kann sich diese Seite denn gar nichts merken? Schon wieder werden wir umgeleitet, und schon wieder müssen wir dieselben Fragen beantworten! Und für alle Leseschwachen wurden auch noch kleine Bildchen beigefügt. Wobei der Autor, der sowohl lange Haare als auch einen Bart hat, nun echt ein Problem hätte, würde er nicht lesen können!

Wir ersparen euch jetzt mal die Screenshots der folgenden Fragen. Denkt sie euch einfach dazu, nur mit anderen Grafiken. Kommen wir nun lieber zur Hauptattraktion: Der Geldfalle!

Kurz, nachdem wir die Registrierungsprozedur hinter uns gebracht haben, können wir nun endlich auf die Jagd nach dem anderen Geschlecht gehen! Fast zumindest. Denn leider…

Screenshot mimikama.at
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…sind die Gesichter aller vermeintlichen Damen in der Nähe geblurrt. Nein, das kommt tatsächlich nicht von uns, wir haben nur die Namen und den Ort verborgen, die Bilder sind wirklich so verschwommen. Auch wenn man kräftig die Brille putzt.

Aber halt, da will sich jemand mit uns treffen! Und das, obwohl wir so ziemlich das hässlichste Bild hochgeladen haben, dass wir finden konnten (Jason aus „Freitag der 13.“, ohne Maske!).
Da wollen wir doch gleich mal schauen!
Und wir erleben die nächste, große Enttäuschung:

Screenshot mimikama.at
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„A Bidla Buh, a Bidla Buh, a Bidla Bing Bang Buh, Schöne Frauen kosten sehr viel Geld!“
– Georg Kreisler

Und so kommen wir ans Ende unserer kleinen Odysee auf der Suche nach schnellem Sex oder der großen Liebe. Schlussendlich war doch nur die Anmeldung kostenlos. Zukünftig wird aber unser extra dafür erstellter Mail-Account mit unzähligen mehr oder weniger pornografischen und eindeutigen Mails bombardiert.

Und alleine darum geht es bei solchen Profilen. Einfältige Nutzern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Zudem kann man sich über viele Mails freuen, denn man hat mit der Anmeldung den Datenschutzbestimmungen zugestimmt, und da lohnt es sich, vorher einen Blick darauf zu werfen:

Screenshot mimikama.at
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„Vermarktung durch Dritte, Weitergabe von Daten an Drittverarbeiter, Weitergabe von Daten an professionelle Berater und potentielle Käufer.“

Mit anderen Worten: Eure Daten werden fröhlich herumgereicht. Denn Nutzer, die diese Fragen-Odyssee hinter sich gebracht haben und freiwillig soviel Geld zahlen, kann man noch viel mehr schröpfen!

Im Impressum der Seiten, deren Namen und Beschreibungen sich geringfügig unterscheiden, finden wir als Betreiber die Paidwings AG aus der Schweiz und jene bietet mehrere dieser Seiten an, allerdings mit einem hässlichen Beigeschmack: Es werden kostenlose Probeabos von 1 Euro im Monat angeboten, um die Premium-Mitgliedschaft nutzen zu können, jedoch kann dies sehr schnell recht teuer werden.

Beispielsweise berichtet die Seite der Rechtsanwaltskanzlei Dr. Hoffmann, dass auch Nutzer der Seiten, die niemals ein Premium Abo abgeschlossen haben oder den Abo-Vorgang vorher abbrachen, Mahnschreiben der Inkasso-Firma Fairmount GmbH bekamen. Solche Schreiben sind unbedingt ernstzunehmen und sollten nicht ignoriert werden, weswegen dann oftmals ein Gang zum Anwalt nötig ist. Auch die Anwaltskanzei Schuster hat sich auf Anschreiben mit solcherlei Zahlungsaufforderungen spezialisiert.

Fazit

Hinter der so harmlos wirkenden Freundschaftsanfrage verbirgt sich im Endeffekt ein knallhartes Geschäftsmodell. Überwiegend männliche Nutzer werden hier mit verborgenen Links auf Sexportale gelockt, die mit rechtlich zweifelhaften Methoden einem das Geld aus der Tasche ziehen wollen.

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