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Hasskommentare auf Facebook sin schon seit Längerem ein viel diskutiertes Thema. Facebook geht nun in die Offensive und kündigt eine spezielle „Task-Force“ in Berlin ab, die sich um jene oft gemeldeten Beiträge und Kommentare kümmert.

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Das stört natürlich jene Leute, die nun ihr „Recht auf freie Meinungsäußerung“ in Gefahr sehen, und so entstand wohl auch jenes auf Facebook fleißig geteilte Meme:

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„Der zum Springer Medien Konzern gehörende Bertelsmann Verlag ist ab sofort zuständig, politisch unbequeme Seiten oder Texte hier auf Facebook zu löschen.
Angela Merkel Ehemann, Joachim Sauer sitzt im Aufsichtsrat der Bertelsmann Stiftung.
Dagegen ist die Zensur vom DDR Regime eine Kindergarten Ausgabe.“

Die Kernaussage ist also, dass der Springer Medien Konzern, weitläufig bekannt durch ihre Druckmedien „BILD“ und „Welt“ mittels Bertelsmann nun Facebook politisch zensieren werde. Um diesen Eindruck zu verstärken, sieht man auf dem Meme noch ein Bild von Friede Springer mit Angela Merkel.

Dröseln wir diese Behauptung mal Schritt für Schritt auf:

Gehört dem Springer Medienkonzern der Bertelsmann Verlag?

Nein. Der Bertelsmann Verlag wurde 1835 gegründet, gehört zur Verlagsgruppe „Random House“, welche wiederrum dem Medienunternehmen Bertelsmann SE & Co. KGaA gehört. Jenes Medienunternehmen befindet sich ebenfalls nicht im Besitz von Springer, eher ist es andersrum: Bertelsmann besitzt Anteile am Springer Verlag, beide Unternehmen gelten als Partner.

Sitzt Joachim Sauer, Merkels Ehemann, im Aufsichtsrat der Bertelsmann Stiftung?

Nein. Im sogenannten  Kuratorium (eine Art Aufsichtsrat) der Bertelsmann Stiftung ist Joachim Sauer nicht aufgeführt. Er sitzt nur im Kuratorium der Friede Springer Stiftung.

Und das Bild von Friede Springer mit Angela Merkel?

Wir sind mal so nett und verweisen auf den Ursprung des Bildes: Fotograf war Sean Gallup, Anlass war eine Veranstaltung am 7. Mai 2013 in Berlin über Frauen in Führungspositionen. Angela Merkel begrüßt Friede Springer als Gast dieser Veranstaltung.

Werden „politisch unbequeme Seiten oder Texte“ nun also gelöscht?

Nein. Dies  würde auch sämtlichen Demokratiewerten widersprechen und wäre tatsächlich eine Zensur.

Fazit:

Das Meme will suggerieren, dass Springer und die Kanzlerin dicke Freunde sind, somit die Kanzlerin indirekt nun bestimmen kann, was bei Facebook gelöscht werden muss.

Diese Schlussfolgerung ist schlichtweg falsch!

Zwischen dem Springer Konzern und Facebook besteht keinerlei Zusammenhang. Nicht mal der Bertelsmann Verlag hat etwas mit Facebook zu tun, jener kümmert sich weiterhin um sein Literaturgeschäft.

Jene Task-Force wird von „avarto“ organisiert, ein Tochterunternehmen von Bertelsmann, welches sich weltweit als Outsourcing-Dienstleister anbietet.

Im Endeffekt ist dieses Meme also eine einzige Fehlinformation in drei Sätzen.

Autor: Ralf, mimikama.at

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