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Am 5.9.2015 haben wir berichtet: “Die Polizei ermittelt wegen Volksverhetzung (Facebook-Seite: Berlin wehrt sich)” und nun erfahren wir folgendes: Kündigung – Der Berliner Facebook-Hetzer ist nun arbeitslos

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Er trauert nun und feiert nicht mehr – ein 26-jähriger Berliner, der traurige „Berühmtheit“ durch ein Facebook-Posting seiner Seite „Berlin wehrt sich“ erlangte, hat bald noch mehr Zeit, online zu sein.

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„Wir TRAUERN NICHT sondern wir FEIERN ES!“

So menschenverachtend kommentierte der junge Mann das Foto des ertrunkenen Flüchtlingsjungen Aylan. Auch die B.Z. wurde darauf aufmerksam, Chefredakteur Peter Huth forderte den Verfasser mit eindringlichen Worten auf, sämtliche Links zur B.Z., welche missbräuchlich verwendet werden, zu löschen.

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Die komplette Seite wurde mittlerweile gelöscht, gegen den Seitenbetreiber ermittelt die Polizei wegen Volksverhetzung, wie wir ebenfalls berichteten.

Aber es kommt noch dicker…

Auch die Presse fand schnell heraus, wer der Seitenbetreiber ist, welcher sich freimütig Interviews stellte, in denen er betonte, nichts von seinen Aussagen zu bereuen. Dabei wurden auch Fotos von ihm geschossen, die ihm nun noch mehr Ärger einbringen.

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Quelle: Pressefoto Wagner, Facebook, Verpixelung und Hervorhebung von uns

Deutlich sichtbar ist das Hermes-Logo auf seinem Pullover. Und Hermes findet das gar nicht lustig.

Wie herauskam, war der junge Mann bei einer Zeitarbeitsfirma beschäftigt, welche ihn an einer Berliner Logistikunternehmen auslieh, welches im Auftrag von Hermes tätig ist.

Er war beschäftigt? Richtig, er war!

Hermes leitete die Hinweise an das Logistikunternehmen weiter, jene wollten daraufhin den Berliner nicht weiter beschäftigten. Die Zeitarbeitsfirma war über die Umstände auch nicht sonderlich glücklich und gab dem Mann unbegrenzten unbezahlten Urlaub, im Volksmund auch „Kündigung“ genannt.

Darf Hermes das?

Wir hören schon die Stimmen, die rufen „Was soll das? Das ist doch seine Privatsache, was hat denn das mit seiner Arbeit zu tun?“. Nicht so voreilig, denn wie jede Firma hat auch Hermes, für die der junge Mann ja quasi tätig war, Unternehmensgrundsätze, die auch für alle Mitarbeiter gelten.

Auf dem Internet-Blog von Hermes schreibt Unternehmenssprecher Martin Frommhold:

„Für uns arbeiten Menschen verschiedenster Nationalitäten – derzeit rund 60 – und darauf sind wir stolz.  Entsprechend verurteilen wir jedwede rassistische und menschenverachtende Äußerung – und dulden diese nicht! Schließlich handelt es sich bei diesen um eindeutige Verstöße gegen unseren Verhaltenskodex. Und dieser ist gleichermaßen verbindlich für unsere eigenen Mitarbeiter wie auch Angestellte von Kooperationspartnern formuliert.  Wer die hier fixierten Werte nicht respektiert, muss mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen. Und zwar umgehend!“

Fazit:

„Freie Meinungsäußerung“ wird immer gerufen. Das ist der hässliche Nachfolger von „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“. Hetzer berufen sich gerne darauf und schreien „Zensur“, sobald es Klagen hagelt und die Beiträge gelöscht werden. Nicht bedacht wird vielmals, dass auch die Meinungsfreiheit Grenzen hat, u.a. beim Schutz der persönlichen Ehre gegen Beleidigung. Und diese Grenze wurde bei dem Facebook-Posting weit überschritten.

Nun ist der junge Mann auch noch arbeitslos. Zu Recht. Vielleicht hätte Hermes gar nicht reagiert, wenn das Bild nicht veröffentlich worden wäre. Auf seiner Facebook-Seite hatte der Berliner seine Arbeitsstelle nicht angegeben, niemand wusste, wo er genau arbeitet. Nun aber sahen sehr viele Leser das Hermes-Logo auf dem Pullover. Eine Negativ-Werbung, wie es sich kein Unternehmen wünscht. Und Hermes tat das einzig Richtige: Konsequent der Sache nachgehen und transparent reagieren.

„Ja, aber das hat doch nichts damit zu tun, wie gut er arbeitet!“

Stimmt. Seine persönliche Einstellung hat nichts damit zu tun. Aber wenn er diesen Pullover anzieht, repräsentiert er nicht mehr sich, sondern das Unternehmen, für das er arbeitet. Und wenn dieses Unternehmen durch einen Mitarbeiter in ein dermaßen schlechtes Licht gerückt wird, hat jeder Chef das Recht, den Mitarbeiter zu kündigen, um einen Image-Schaden abzuwenden.

„Wir wünschen ihm alles Gute für seinen weiteren beruflichen Weg“, so heißt es gerne am Schluss eines Kündigungsschreibens. Wünschen wir dem jungen Mann auch. Aber vor allem wünschen wir uns, dass er seine innere Verbitterung los wird und irgendwann einsieht, dass Menschlichkeit und Mitgefühl nicht etwas ist, das man an der Garderobe abgibt, sobald man sich einloggt.

Autor: Ralf, mimikama.at

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