Von Klicktivisten und Slacktivisten
Von Klicktivisten und Slacktivisten

Der Begriff „Aktivismus“ ist dir sicherlich bekannt. Die digitale Variante davon ist der „Klicktivismus“.

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Wobei der Vergleich allerdings mehr als hinkt, aber das wirst du gleich merken.
Ein Aktivist geht nämlich auf die Straße, um zu demonstrieren oder kettet sich an Bäume.
Ein Klicktivist hingegen… nun ja, er klickt. Das war es auch schon. Und scrollt dann weiter, mit dem beruhigenden Gedanken, etwas Gutes getan zu haben.

Was zeichnet einen Klicktivisten aus?

Mit einfachem Klicken ist es natürlich nicht getan, man muss auch an den richtigen Stellen klicken.

Wenn du unsere Artikel anklickst und sie liest, bist du kein Klicktivist, sondern ein Leser.
Wenn du unsere Artikel aber dazu auch noch teilst, macht dich das schon zu einem Klicktivisten, da du uns damit hilfst, Fake News und Hoaxes zu bekämpfen.

Es gibt aber auch andere Möglichkeiten:
Beispielsweise gibt es auf Plattformen wie „Avaaz“ und „Change“ viele Petitionen. Die kann man virtuell „unterschreiben“, um mal mehr, mal weniger wichtige Forderungen zu unterstützen. Deine virtuelle Unterschrift macht dich ebenfalls zum Klicktivisten.

Wir können also kurz sagen, dass ein Klicktivist jemand ist, der mit wenigen Mausklicks eine bestimmte Sache oder ein Anliegen unterstützt.

Slacktivismus – der böse Bruder

Es klang ja bisher alles recht positiv, oder?

Leider hat der Klicktivismus einen bösen Bruder, den „Slacktivismus“. Das ist die abwertende Bezeichnung für Leute, die zwar etwas durch Klicktivismus unterstützen, wobei es ihnen aber nur darum geht, das eigene Ego zu stützen oder das eigene Gewissen zu beruhigen.
Per se ist es nicht falsch, etwas Gutes zu unterstützen, jedoch lauern da auch viele Fallen, auf die wir im Folgenden eingehen.

Klicktivismus an den falschen Stellen

Speziell auf Facebook finden sich Bilder mit kranken Kindern, die angeblich Krebs haben, und denen Facebook 1 Dollar spendet, wenn man das Bild teilt. In den allermeisten Fällen sind diese Bilder jedoch zig Jahre alt, und die Kinder hatten niemals Krebs.

Leider immer noch oft missbraucht wird beispielsweise auch ein Bild von einem Mädchen mit einem blauen Auge. „Teile dies, wenn du gegen Gewalt an Kindern bist!“ wird der Nutzer dann emotional erpresst. Dabei wurde das Kind in Wirklichkeit gar nicht von den Eltern geschlagen.

Und wenn ich es nicht teile? Heißt das dann, dass ich für Gewalt an Kindern bin? Also lieber schnell teilen! Dann sehen auch alle meine Freunde, dass ich gegen Gewalt an Kindern bin, jawohl!

Merkst du es? Genau das ist der Slacktivismus! Du teilst dann etwas, von dem du gar nicht weißt, ob es wahr ist, und das nur, um vor deinen Freunden gut dazustehen und dein Gewissen zu beruhigen!

Klicktivismus und die Daten

Du siehst also, dass Klicktivismus auch in die ganz falsche Richtung gehen kann.
Es gibt aber noch eine andere Gefahr, die wir dir nicht vorenthalten möchten: Deine Daten!

Facebook merkt sich natürlich, was du so likst und wo du kommentierst. Ob es ein Trauersmiley oder „Amen!“ unter einem Bild ist: Facebook registriert dies und fügt diese Information quasi in dein „Verhaltensprofil“ ein.
Aha, der Nutzer teilt oft solche Bilder. Wir sollten ihm mehr Werbung für Spendenaktionen einblenden!„, so kannst du dir das vereinfacht vorstellen.

Auch Seitenbetreiber, die solche Bilder verteilen, freuen sich:
Denn Seiten mit vielen Likes und Kommentaren lassen sich später gewinnbringend verkaufen. Plötzlich wirst du in deiner Timeline Gewinnspiele oder Beiträge über Autos sehen und dich fragen „Moment einmal, das hab ich doch nie gelikt, wo kommt das her?„.
Und natürlich ist dein Name immer sichtbar, wenn du etwas likst oder kommentierst, und damit wirst du zur Zielscheibe von anderen Werbetreibenden, im schlimmsten Falle sogar von Betrügern, die speziell nach Nutzern suchen, die eher leichtgläubig sind.

Fassen wir zusammen

Es ist nichts Schlechtes daran, ein Klicktivist zu sein. Es kann nicht jeder Bäume erklettern oder auf Demonstationen gehen, um für eine Sache einzustehen.
Du musst nur aufpassen, nicht vom Klicktivisten zum Slacktivisten zu werden.

Einfach gesagt: Zuerst denken – Dann klicken!

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