Artikelbild Symboldbild Kindesentführungen: Shutterstock / Von Joshua Sanderson Media

Warnung vor Kindesentführungen: Was ist dran?

Von | 29. Januar 2020, 14:07

Auf Facebook und WhatsApp werden regelmäßig Statusmeldungen oder Nachrichten mit einer Warnung zu Kindesentführungen veröffentlicht. Nicht alle stimmen, andere wiederum schon.

Das Wichtigste über das Kindesentführungen-Posting in Kürze:

  • Posting warnt vor Entführungen im Kreis Euskirchen
  • Verweis auf Fälle in der Eifel
  • Polizei beschreibt Fälle in der Eifel und Euskirchen

Zu einem aktuellen Fall aus dem Kreis Euskirchen hat sich nun auch die Polizei geäußert. Die Warnung vor den versuchten Kindesentführungen findet man primär auf Facebook.

In dieser Warnung wird beschrieben, dass an mehreren Stellen Kinder in Autos gelockt wurden. Der Beschreibung nach zu urteilen, dürfte das Kind des Verfassers eine versuchte Kindesentführung beobachtet haben. Man liest:

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Aktuelles Top-Thema:

Versuchte Kindesentführungen im Kreis Euskirchen !!!! Teilen !!!!

Hallo Leute wie ihr vielleicht irgendwo gelesen habt gibt es im Kreis Euskirchen an mehreren stellen Versuche Kinder in Autos zu locken . So gestern auch bei uns in Kommern. Unser L. kam nach Hause gelaufen und berichtet von einem Mann mit Dunklen Haaren und Bart , der ihn am Kreisverkehr aus einem dunklen Auto raus aufgefordert hat einzusteigen !!!! Ja es passiert wohl nicht immer nur woanders und im Radio ….
Die Polizei bestätigte uns von mehreren Fällen in der Eifel […]

Optisch tritt das Posting in folgender Form auf:

Posting Euskirchen, Quelle Facebook

Faktencheck: Das sagt die Polizei dazu!

In einer Pressemitteilung hat sich die Polizei Wittlich bezüglich versuchter Kindesentführungen geäußert. Diese Pressemitteilung deckt sich mit der Aussage im zweiten Teil der Warnung auf Facebook, in der von mehreren Fällen in der Eifel gesprochen wird. Für den Kreis Euskirchen gibt es ebenso mittlerweile eine Meldung (siehe Textende).

Man erfährt in dem Pressebericht der Polizei Wittlich zunächst,  dass sich bereits am 10. Januar besorgte Eltern bei der Polizeiinspektion Daun meldeten. Sie teilten mit, dass ihre Tochter kurz nach 16 Uhr auf dem Nachhauseweg in der Ortslage von Immerath aus einem PKW heraus von einem Mann angesprochen worden sei. Dieser habe das Mädchen aufgefordert, einzusteigen.

Geistesgegenwärtig rannte das Kind in Richtung des Friedhofs davon, wobei das Fahrzeug ihr noch kurz gefolgt sei. Zuhause angekommen offenbarte sich das Mädchen ihrer Mutter, die sogleich die Polizei informierte.

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Bei dem Fahrzeug soll es sich um einen dunklen PKW, möglicherweise einen Golf 4, gehandelt haben, an dem keine Kennzeichen angebracht waren. Besetzt war der PKW mit zwei hellhäutigen Männern, einer mit schwarzen, der andere mit braunen Haaren.

In einem ähnlichen Fall wandten sich die Eltern eines Kindes aus Oberöfflingen am gestrigen Donnerstagnachmittag an die Polizeiinspektion in Wittlich. Gegen 13.15 Uhr habe ein Mann ihre Tochter aus einem dunklen Kleinwagen heraus angesprochen und zum Einsteigen aufgefordert.

In diesem Fall hat sich das Kind ebenfalls richtig verhalten. Es ist nicht eingestiegen, sondern nach Hause gelaufen und hat den Vorfall sofort seinen Eltern erzählt. Diese informierten die Polizei.

Auch hier saßen zwei Männer im Fahrzeug, an dem zumindest kein vorderes Kennzeichen angebracht war. Die Insassen beschreibt das Mädchen als hellhäutig. Der Fahrer habe schwarze Haare gehabt und sei ca. 20 Jahre alt. Der Beifahrer hatte blonde Haare, trug eine schwarze Mütze und ein hellgrünes Sweatshirt. Das Auto sei dem Kind bis zu seinem Zuhause nachgefahren.

In beiden Fällen verlief die sofortige Fahndung der Polizei Daun und Wittlich negativ. Die Kriminalinspektion Wittlich hat die weiteren Ermittlungen in beiden Fällen übernommen.

Die Polizei lobt das Verhalten der Kinder ausdrücklich. Richtig ist in solchen Fällen, keinesfalls in das Auto Fremder einzusteigen, wegzulaufen und gegebenenfalls laut auf sich aufmerksam zu machen. Anschließend sollen sich Kinder unmittelbar den Eltern oder vertrauten Menschen offenbaren. Diese sollten sodann unverzüglich die Polizei informieren.

Kindesentführungen Euskirchen

Die Polizei Euskirchen hat auf Facebook ebenos eine Meldung zu diesem Thema verfasst. Darin liest man:

Schüler angesprochen? Polizei geht Hinweisen nach – Internetseite mit Handlungshilfen eingerichtet

Die Polizei Euskirchen geht Hinweisen nach, wonach Schüler aus dem Bereich Dahlem und aus Mechernich auf ihrem Schulweg durch Unbekannte angesprochen worden sein sollen.

Am vergangenen Donnerstag gegen 13.25 Uhr näherten sich zwei Unbekannte einem neunjährigen Mädchen. Einer der beiden soll das Kind auf dem Heimweg an der Schulter berührt haben. Das Mädchen trat einem Mann gegen das Schienbein und lief nach Hause. Sie erzählte es ihren Eltern, die Strafanzeige erstatteten.

Bei dem zweiten Fall hielt sich am gestrigen Dienstag (28.1.2020) ein siebenjähriger Schüler gegen 12.15 Uhr in Mechernich am Becherhofer Weg / Kreisverkehr in Richtung Rewe auf. An einem Zigarettenautomaten hatte ein Unbekannter angehalten. Er soll dem Jungen die Frage gestellt haben, ob er nicht mitfahren wolle. Daraufhin lief der Junge weg.

Entsprechende Ermittlungen sind aufgenommen. Es wird derzeit in allen Fällen eine strafrechtliche Relevanz geprüft. Zusätzlich stehen die Kollegen des Bezirksdienstes Schülern, Eltern und Schulvertretern bei Fragen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Die Polizei Euskirchen bittet darum, Folgendes zu beachten:

Das bloße Ansprechen von Kindern stellt für sich gesehen noch keine Straftat dar. Selbst das Anbieten von Süßigkeiten oder Ähnlichem muss nicht zwingend eine Vorbereitungshandlung zu einer Straftat sein. Es könnte sich auch um eine unbedachte, jedoch unkluge Geste eines Erwachsenen handeln.

Gleichwohl kommt es immer wieder zu Situationen, in denen Kinder angesprochen werden und nicht klar ist, was mit dem Ansprechen bezweckt wird. Daher nimmt die Polizei jeden dieser Hinweise sehr ernst.

 Die Polizei Euskirchen bittet darum:

Streuen Sie keine ungesicherten Informationen, besonders nicht über die sozialen Medien. Diese verselbständigen sich und führen eher dazu Eltern und Kinder zu verängstigen.

Auf der Internetseite der Polizei Euskirchen finden Eltern und Lehrkräfte Handlungshilfen.

Link: https://euskirchen.polizei.nrw/schueler

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