Verzweiflung: Kindesmissbrauch im Netz / Artikelbild: varandah - Shutterstock.com

Kinderpornos auf traurigem Höchststand

Von | 24. April 2019, 14:26

Internet Watch Foundation: 105.000 Webseiten ausgeforscht – vier von fünf aus Europa

 

Bei diesem Inhalt handelt es sich um eine Pressemitteilung von: pressetext.redaktion

Die Verbreitung kinderpornografischer Inhalte im Web hat 2018 einen neuen traurigen Höchststand erreicht. Daten der Internet Watch Foundation (IWF) nach konnten 2018 über 105.000 Webadressen ausgeforscht werden, die entsprechendes illegales Material zur Verfügung stellten.

IWF-Analysten finden alle fünf Minuten Bilder oder Videos von missbrauchten Kindern – in vier von fünf Fällen auf Webseiten aus europäischen Ländern. Knapp die Hälfte davon hat seinen Ursprung in den Niederlanden.

Ungebrochen starke Nachfrage

„Wir suchen und löschen nun schon seit 23 Jahren Bild- und Videomaterial, das sexuellen Missbrauch von Kindern zeigt“,

erklärt IWF-CEO Susie Hargreaves.

Doch trotz der Tatsache, dass ihre Organisation auf modernste technologische Hilfsmittel setzt und dadurch immer mehr solcher Inhalte aufspüren und entfernen kann, sei es klar, dass dieses Problem heute immer noch ungelöst bleibt.

„Das ist ein Thema, das niemand gerne lesen oder verstehen will, aber es ist real“,

betont Hargreaves.

Die Ursache der ganzen Problematik liegt der Expertin zufolge in der anhaltend großen Nachfrage.

„Unglücklicherweise sagt uns auch die Polizei sehr oft, dass gerade jetzt alleine in Großbritannien 100.000 Menschen herumsitzen, die auf kinderpornografisches Material warten“,

schildert die IWF-Leiterin. Natürlich habe man es hier aber mit einem globalen Problem zu tun.

„Solange es eine derartige Nachfrage nach Bildern gibt, die zeigen, wie Kinder vergewaltigt werden, müssen wir den Kampf weiterführen“,

so Hargreaves.

Starker Anstieg von 2017 auf 2018

Dem neuen IWF-Jahresbericht nach ist die Zahl der illegalen Webseiten von 2017 (78.589) auf 2018 (105.047) sehr stark angestiegen. Die unabhängige Organisation begründet den enormen Zuwachs zumindest zum Teil auch mit neuen technischen Hilfsmitteln, die ein wesentlich effizienteres Suchen und Finden von Kinderpornos ermöglichen. Das ändert aber nichts daran, dass diese Entwicklung „überaus bedenklich“ sei, betont Hargreaves.

Bedenklich erscheint auch der Umstand, dass die große Mehrheit der Webseiten (79 Prozent), die derartige Inhalte bereitstellen, aus Europa stammt. Insbesondere die Niederlande, die für 47 Prozent der betreffenden Netzadressen verantwortlich sind und von der IWF als „sicherer Hafen für Kindesmissbrauch“ bezeichnet werden, stechen hier negativ hervor.

„Once upon a year“ – Jahresbericht 2018 der Internet Watch Foundation

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