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Kinderehe. Seit wenigen Tagen ist dieses Schlagwort ein Thema, auch wenn es über Jahrzehnte nicht wirklich stark thematisiert wurde. Im Kontext mit dem Islam ist es aktuell jedoch zu einem “Volksthema” geworden.

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Thema Kinderehe – darüber darf sicherlich auch gestritten werden, aber bitte immer mit Würde, Respekt und Anstand, unter den Diskussionsteilnehmern.

Wir werden an dieser Stelle die bisherige gesetzliche Regelung anschauen, damit alle Diskussionsteilnehmer dieselbe Grundlage haben und wissen wie war es bisher und was soll sich ändern. Anhand dessen kann sich dann jeder seine eigene Meinung dazu bilden.

Wie ist es in Deutschland geregelt?

Grundsätzlich gilt in Deutschland die Ehefähigkeit ab dem 18 Lebensjahr. In Ausnahmefällen und mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten dürfen Jugendliche mit 16 Jahren heiraten, der Ehepartner muss aber mindestens 18 Jahre alt sein. Sprich.

Wie wird bislang mit „Kinderehen“ verfahren?

Im Gegensatz zu der Regelung bei deutschen Ehen, wurden Kinderehen in Deutschland bisher dann nicht anerkannt, wenn ein Partner jünger als 14 Jahre ist. Bei Ehen, die mit 14-jährigen oder älteren Minderjährigen geschlossen wurden, haben die Gerichte einen Ermessensspielraum. Die Kriterien sollen jetzt verschärft werden, es stehen derzeit jedoch noch unterschiedliche Aussagen im Raum.

Ein erster veröffentlichter Entwurf wurde von zwei Seiten interpretiert: Seite A berichtete, dass nun die Regeln bezüglich Kinderehen schärfer werden. Seite B interpretierte daraus, dass Kinderehen ja gar nicht verboten werden. Letztendlich geht es auch darum, wie mit den vorhandenen Ehen zugereister/geflüchteter Personen in Deutschland umgegangen werden soll.

Zu der Problematik gibt es ein interessantes Interview mit dem Juristen Mathias Rohe, dem Leiter des Erlanger Zentrums für Recht und Islam in Europa (hier).

Er berichtet von einem Fall in dem eine 11jährige mit einem älteren Ehemann verheiratet worden ist, mittlerweile sei sie 13 und Mutter eines Kindes. Diese Ehe kann nach deutschem Recht natürlich nicht anerkannt werden. Woraufhin die junge Frau vorgab 17 Jahre alt zu sein, sie ist eben überhaupt nicht darauf vorbereitet alleine klar zu kommen.

Schließlich lebt sie mit ihrem Mann zusammen und sie haben ein gemeinsames Kind, deshalb sei es auch wichtig, dem Vater ein Umgangsrecht einzuräumen, aber auf der anderen Seite sei es auch wichtig deutlich zu machen, dass über unsere Grundüberzeugungen nicht verhandelt wird. In dem Alter (11) ist man sich über die Tragweite einer Eheschließung noch gar nicht bewusst und kann demzufolge auch keine solide Entscheidung über eine Eheschließung treffen. Das aber kommt einer Zwangsehe gleich und um das Mädchen zu schützen müsse die Aufrechterhaltung dieser Ehe verhindert werden. Dies ist natürlich schwer vermittelbar, denn viele Menschen aus dem Kulturkreis würden nicht verstehen, wenn der Staat sich, außerhalb von Mord und Totschlag, in Familienstreitigkeiten einmische. Es gelte also zunächst zu kommunizieren, dass unser starker Staat vor allem dem Schutz der Schwächeren diene und sich deshalb auch „einmischt“.

Genau aus diesem Grund wird jetzt eine neue gesetzliche Regelung erfolgen, über die sicherlich auch gestritten werden darf, aber bitte immer mit Würde, Respekt und Anstand, hüben wie drüben sitzen Menschen. Diese Diskussion darf und muss betrieben werden, da natürlich und erster Linie auf Dauer Deutsche davon betroffen sind, sie sollte jedoch nicht zu einem reinen Islambashing verkommen.

Quellen: