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Momentan geht eine Audio – Nachricht mit Morddrohungen auf Whatsapp um. Experten sagen Kinder würden darauf verängstigt reagieren.

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Der Kettenbrief, der bereits im November 2015 in Deutschland für Aufregung sorgte (wir berichteten: Morddrohung von Nico verunsichert Kinder ), ist mittlerweile auch in der Schweiz zu einem Thema geworden. In den letzten Tagen ging auch bei der Züricher Kantonspolizei die Meldung eines besorgten Vaters ein.

«Hi, ich bin Nico und neun Jahre alt», scheppert eine Stimme aus dem Smartphone, «und mein Gesicht ist voller Blut.» So beginnt eine Audio-Nachricht, die derzeit bei deutschen Schülern für Aufruhr sorgt. Der Absender der unheimlichen Whatsapp-Botschaft fordert den Hörer auf, die Nachricht innert 20 Minuten an mindestens 20 Freunde weiterzuleiten. «Sonst komme ich um Mitternacht zu dir und bringe dich um», droht die Stimme.

Jenen, die die Nachricht rechtzeitig weiterleiten, verspricht «Nico» «eine tolle Familie und Reichtum».

Laurent Sédano kennt das Phänomen, solche Botschaften kursieren in regelmäßigen Abständen und flammten immer wieder regional auf, sagt er: „Etwa, wenn ein Kind auf dem Handy seines älteren Bruders eine solche Botschaft entdeckt und wieder einen Kettenbrief startet.“

Kinder können damit oft nicht umgehen

Sédano warnt vor dem leichtfertigen Versenden solcher Drohungen:

„Kinder im Primar- oder Sekundarschulalter, die mit einer solchen Botschaft schutzlos allein gelassen werden, können darauf verängstigt und verunsichert reagieren.“

Der Social-Media-Experte der Swisscom, Michael In Albon,fügt ergänzend hinzu:

„Kinder können in den meisten Fällen nicht damit umgehen.“

In anderen Fällen, wenn die Kinder von ihren Eltern im Umgang mit dem Smartphone begleitet werden, sieht Sédano kein Problem:

„Die Eltern können ein aufgebrachtes Kind beruhigen und dann erklären, dass der Absender wohl nur einen schlechten Humor hat und die Botschaft nicht ernst zu nehmen ist.“

Gefahren in den sozialen Medien thematisieren

Sédano rät betroffenen Eltern, die Ängste der Kinder ernst zu nehmen, wenn sie mit einer solchen Drohung konfrontiert würden.

„Die Eltern sollten den Kindern das Gefühl geben, dass man sie vor einer solchen Drohung schützt.“

Das Auftauchen eines Droh-Kettenbriefes sei auch eine wichtige und gute Möglichkeit für Eltern, Gefahren, in den sozialen Netzwerken zu thematisieren, so Daniele Lenzo, Leiter der Fachstelle für Gewaltprävention der Stadt Zürich.

Nach Beat Jost von der Kapo Zürich sollten Eltern auf jeden Fall den Vorfall zur Anzeige wegen Drohung gegen Unbekannt bringen, damit bereits Anzeigen bestehen, falls eine Täterschaft ermittelt werden kann.

Ist eine Anzeige sinnvoll oder nicht?

Medienexperte Sédano hingegen empfiehlt eine Anzeige nur in Ausnahmefällen

“Werden solche Morddrohungen etwa immer wieder vom gleichen Klassenkollegen versendet, ist eine Anzeige als letzte Möglichkeit sinnvoll.“

Insbesondere, wenn man davon ausgehen müsse, dass die Drohung in die Tat umgesetzt werden könne. Er weist jedoch darauf hin, dass solche Botschaften «oft kopflos» versendet würden und es zudem oft unmöglich sei, den ursprünglichen Absender ausfindig zu machen.

Meistens würde es ausreichen mit dem Versender das Gespräch zu suchen, führe dies zu keinem Ergebnis, oder gingen die Drohungen unvermittelt weiter, könne der Klassenlehrer oder ein Schulsozialarbeiter eingeschaltet werden.

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