Kettenbrief über leukämiekrankes Kind wieder im Umlauf

Kettenbrief über leukämiekrankes Kind wieder im Umlauf

Von | 20. Dezember 2019, 12:02

Seit Jahren wird immer wieder eine Statusnachricht über ein leukämiekrankes Kind geteilt, dass die Blutgruppe B-RH(-) benötige.

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Der Text hat sich dabei nicht verändert. Noch immer wird dieselbe falsche Nummer und derselbe falsche Name angegeben. Es geht um folgenden Statusbeitrag, der auf Facebook kursiert:

Screenshot by mimikama.at

Screenshot by mimikama.at

Bitte schicke das weiter zu möglichst viellen Personen: für ein Leukämiekrankes Kind wird dringend Blutgruppe B-Rh(-)gebraucht; sehr seltene Blut Gruppe. Kontakt:515 250 700 Patrycja Szulc.

Der Faktencheck:

Es handelt sich hierbei um einen Kettenbrief, der auf einer realen Information beruht. Die Originalnachricht stammt aus Polen und resultiert laut ddwloclawek.pl aus einem echten Aufruf.

2015 berichtete Gazeta Wyborcza über ein 9-jähriges Mädchen, das an Leukämie erkrankt war. Ihre Eltern starteten den Aufruf, um einen Spender mit der seltenen Blutgruppe B RH- zu finden, was ihnen sehr schnell gelang.

Irgendjemand nutzte jedoch diesen Aufruf, um einen Kettenbrief zu generieren, der bis heute geteilt wird und es sogar in den deutschsprachigen Raum schaffte.

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Die Informationen über das leukämiekranke Mädchen sind also nicht mehr aktuell und wer heute unter der angegebenen Nummer anruft, muss mit Zusatzkosten rechnen. Denn im Originalaufruf waren diese Nummer sowie dieser Name nicht enthalten. Wohl aber der Name des behandelnden Krankenhauses.

Nichts destotrotz erfüllt diese Nummer 515250700 nicht den suggerierten Sinn, wie Nieznany numer ebenfalls zeigt.

Fazit:

Es wurde zwar im Jahr 2015 tatsächlich nach dieser Blutgruppe gesucht, jedoch in Polen. Das Mädchen bekam das benötigte Blut gespendet.

Wer heute unter der Nummer anruft, erhält keine Informationen zu dem Kind oder darüber, Spender werden zu können. Im Gegenteil, der Anruf kann teuer enden. Sie hat also nichts mit diesem Mädchen zu tun.

Ein alter Kettenbrief, der es immer wieder auf Soziale Netzwerke schafft.

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Artikelbild: bebebyul / Shutterstock
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