Mail ist kein Fake

Keine Sinti und Roma auf dem Campingplatz -> Mail ist kein Fake

Von | 12. Juli 2019, 10:38

Ein Campingplatzbetreiber in Bayern weist in einer Mail darauf hin, dass sie keine Sinti und Roma aufnehmen. Und auch andere Personen nicht.

Auf Socialmedia findet man einen Screenshot einer Mail. In dieser Mail ist eine ganz spezielle Passage markiert, in der man erfährt, dass bestimmte Gäste auf dem Campingplatz nicht erwünscht sind.

Diese zentrale Stelle in der Mail lautet:

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Wir weisen sie darauf hin, dass wir keine Handelsreisende, Schausteller sowie Mitglieder von Sinti und Roma auf unserem Campingplatz aufnehmen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Dieser Screenshot wurde von Niema Movassat, Bundestagsabgeordneter der Linken, am 10.07.2019 auf Facebook veröffentlicht:

Wer auf diesem Campingplatz in Bayern Urlaub machen will darf nicht Sinti und Roma sein. Wenn du den falschen Namen…

Gepostet von Niema Movassat am Mittwoch, 10. Juli 2019

Doch wurde die Mail wirklich versendet?

Mail ist kein Fake, Absender bittet um Entschuldigung

Bereits am 11. Juli 2019 hat der Spiegel sich mit diesem Thema auseinandergesetzt. In einem Artikel mit der Überschrift „“Keine Sinti und Roma“ – Campingplatzbetreiber bittet um Entschuldigung“ (hier) erfährt man, dass der Politiker die Mail nicht selbst empfangen habe. Er habe sie bei einem Bekannten gesehen.

Movassat verbreitete die Nachricht mit den Kontaktdaten des Campingplatzes. Darin sieht er kein Problem: „Ich finde, dass jemand, der solche E-Mails schreibt, sich auch öffentlich rechtfertigen muss.“ Er habe die Hoffnung, dass der öffentliche Druck dazu führe, „dass der das Verhalten abstellt“.

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In dem Spiegel-Artikel erfährt man zudem, dass der Betreiber des Campingplatzes um Entschuldigung bitte und seine Wortwahl als einen Fehler einsieht. Es war und ist nicht die Absicht des Betreibers, ethnische Minderheiten zu diskriminieren oder auszuschließen. Dies liest man sowohl in dem Spiegelartikel, als auch in den Kommentaren zu dem Posting auf Facebook (hier):

Bzgl. unserer E-Mail-Antwort zur besagten Anfrage möchten wir in aller Form entschuldigen. Es ist nicht und war auch nie unsere Absicht eine ethnische Gruppierung gschweige denn Mitmenschen zu diskriminieren. Die Formulierung ist einfach falsch gewählt.

In dem Kommentar (ebenso hier) wird nach Aussage des Politikers eine Erklärung des Campingplatzes genannt. Die lautet:

Die Grundorientierung unseres Campingplatzes ist der Erholung und der Freizeit gewidmet. Dies ist auf unserem Platz und in unserer Region zweifellos gegeben. Aufgrund öußerst negativer Erfahrungen aus der Vergangenheit bei Anfragen von Gruppen mit mehrere Fahrzeugen, die über einen längeren Zeitraum bleiben wollen und zudem Sonderkonditionen erwarten, wurden wir im Nachhinein böse überrascht. Schausteller und auch Handelsreisende (unaghängig der Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, etc.) bereiteten uns und auch den weiteren Gästen auf dem Platz desöfteren Probleme und hielten sich nicht an die Platzordnung. Der Handel (von in diesen Fällen Sinti-Gruppen) wird auf unserem Platz einfach nicht geduldet. Da die Anfrage dies vermuten lies, wurde diese unglückliche Antwort formuliert. Sollte es sich um Gäste handeln, die sich bei uns erholen wollen, so steht einer Buchung bei freien Plätzen nichts im Wege. Unsere pauschale Antwort war falsch gewählt.

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