Ein niedlicher Enkel hier, ein drolliges Stubsnäschen da, egal ob mit oder ohne Lätzchen, sauber, beschmiert oder bis über die Ohren dreckig aber glücklich. Täglich überschwemmen immer noch Millionen von Kinderfotos das Internet, mit Vorliebe die Sozialen Netzwerke. Wohlmeinende Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten treten das Persönlichkeitsrecht ihrer Kleinsten mit den Füßen.


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Die Initiative

Bereits vor fünf Jahren hat Stefan Freise die Initiative „Keine Kinderfotos im Social Web“ ins Leben gerufen. Seine Motivation dazu war so einfach wie einleuchtend, der Schutz der Interessen der Kinder, welche oftmals von den eigenen Eltern unbewusst außer Acht gelassen werden. Schütteln die Eltern auf der einen Seite den Kopf über die „Mini Miss Wahlen“ bei denen kleine Mädchen auf das Äußerste herausgeputzt durch einen wahren Marathon an öffentlichen Präsentationen geschoben werden und sagen zu recht aus tiefster Überzeugung „DAS würde ich meinem Kind niemals antun.“ doch auf der anderen Seite wird sofort und ohne Bedenken das eigene Kind in diversen Foren und Gruppen gepostet, weil er/sie gerade so besonders niedlich geguckt hat, oder den ersten Zahn bekommen hat. Da werden dann kurzhand die eigenen Interessen, denen der Kinder übergeordnet, warum?

Das kann man nur vermuten – vielleicht Stolz oder Eitelkeit, allerdings beides völlig fehl am Platze.

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Der Blog

Kurz nach der Initiative auf Facebook startete Stefan einen Blog zum Thema, in dem er hin und wieder interessante Artikel aufarbeitete. Im ersten Eintrag legt er seine Beweggründe deutlich dar, bezieht fundiert und sachlich Stellung zum Thema. Die Argumente sind einleuchtend und könnten dem einen oder anderen Elternteil durchaus eine Hilfestellung bei der Entscheidungsfindung sein, ob er/sie jetzt wirklich das Foto vom Kind so posten soll, oder es lieber bleiben lassen soll.

Was mir in dem Zusammenhang immer mal wieder auffällt, ist die schlichte Tatsache, dass Erwachsene auf Facebook unheimlich gerne den Spruch „Wie gut, dass wir in einer Zeit ohne Handys groß geworden sind, von uns gibt es keine Beweisfotos“ teilen und kurze Zeit später eben jene Beweisfotos der eigenen Kinder online stellen, haben sie nur eine Sekunde daran gedacht, wie peinlich ihnen selber eine Aufnahme in der Form gewesen wäre, wie sie sie gerade der Öffentlichkeit, oder Semi Öffentlichkeit, preisgegeben haben?

Stefan geht auch der Frage nach warum Eltern solche Bilder im Netz veröffentlichen und kommt zu dem Schluss, aus dem gleichen Grund warum die Eltern dieser Eltern sie auf der Hutablage des Autos haben mitfahren lassen, weil sie es nicht besser wissen bzw. wussten. Medienkompetenz wurde uns nicht wirklich beigebracht, weil es diese Form der Medien in unseren Kindertagen eben noch nicht gab, also müssen wir sie uns nach und nach erst einmal selber aneignen, dafür ist dann eine Seite wie www.keine-kinderfotos.de wirklich hilfreich, selbst wenn man nicht unbedingt damit übereinstimmen will, oder kann, weil man viel zu gerne seine Kinder öffentlich zur Schau stellt, so ist sie eine gute Hilfestellung bei der Frage „Muss das jetzt wirklich sein?“

Stefan stellt sich ja nicht konsequent gegen das Teilen von Kinderfotos nur gegen den gewählten Ort. Natürlich ist es einfacher in einem vermeintlich geschützten Bereich wie einer Facebook – Gruppe ein Kinderfoto einzustellen, aber meist geschieht es, weil man es zeigen will und nicht, weil der Rest der Gruppe unbedingt schauen will, als Ausnahme könnte ich mir zum Beispiel eine Hilfsmittelgruppe vorstellen, wie sitzen die neuen Orthesen, kommt das Kind mit der Sitzposition im neuen Rolli zurecht, wie sauber wurde eine Prothese angepasst etc. Also themenbezogen und nicht zwingend das Kind im Mittelpunkt.

Eine logische Konsequenz

Facebook Initiative und dazugehöriger Blog werden auf der Webseite logisch zusammengeführt. Bereits auf der Startseite legt Stefan seine Gründe und Gedanken kurz dar, regt zum Nachdenken an und ist ausreichend Interesse vorhanden findet man zügig den Weg zu den Artikeln aus dem Blog und den Hintergründen der Initiative.

Verweise:

NEIN zu Kinderfotos auf Facebook, WhatsApp und Instagram

Kinderfotos auf Facebook – Werden die Kinder die Eltern eines Tages verklagen?

Kinderfotos auf Facebook – Kinderrechte per Mausklick verletzen

Private Fotos von Kinder auf Facebook, WhatsApp, Instagram und Co

Kinderbilder auf Facebook: nochmal den Fokus auf Henriettes Kinderbasar gelegt

Liebe Eltern, bitte postet keine Bilder eurer Kinder öffentlich!

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