Nein, das Fleisch ist nicht gestreift

Kein Fake: Zebrasteak beim Discounter

Von | 6. Dezember 2018, 11:56

Werbegag? Echt? Nutzeranfragen zeigen uns, dass daran gezweifelt wird, ob es bei Netto diese Woche wirklich Zebrasteak gibt.

Viele Verbraucher wunderten sich über das fast unscheinbare Angebot auf Seite 11 des aktuellen Netto-Prospektes:

Screenshot: mimikama.at

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In unserer Mimikama-Community auf Facebook wird auch darüber diskutiert, wobei verständlicherweise ein Tiger es entspannter sieht, dass Zebrafleisch verkauft wird. 😉

Screenshot: mimikama.at

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Wo kommt das Fleisch her?

Netto äußerste sich gegenüber Bento nur lapidar, dass es aus Südafrika kommt, über Details zum Import, beispielsweise die Menge, wollte der Discounter keine Auskunft geben.
Auch hilft der Hinweis auf der Verpackung, dass das Fleisch Geschossrückstände enthalten könnte, nicht wirklich: Zwar klingt das, als ob die Zebras gejagt wurden, also nicht aus einer Zucht stammen, jedoch findet sich dieser Hinweis standardmäßig auf Wildfleischverpackungen.
Bekannt ist nur, dass die Firma „Damien de Jong“ das Fleisch vertreibt, diese spezialisierten sich auf exotisches Wildtierfleisch wie Krokodil, Kamel, Känguru und eben auch Zebra.

Ist das Zebra vom Aussterben bedroht?

Auch wird befürchtet, dass damit die Tiere noch stärker vom Aussterben bedroht sind, wie beispielsweise dieser Tweet zeigt:

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

Tatsächlich sind zwar die Grevyzebras und die Bergzebras vom Aussterben bedroht, für das Steppenzebra gilt dies allerdings (noch) nicht, deren Bestand etwa 660.000 Tiere beträgt.
„Es kommt darauf an, wo die Tiere herkommen, ob sie aus einer Zucht stammen und wenn ja, wie sie gehalten werden“, sagt Roland Gramling von der Naturschutzorganisation WWF gegenüber RP-Online.

Der Kunde entscheidet

Überwiegend scheint das Angebot in den sozialen Medien eher negativ aufgenommen zu werden, letztendlich werden die Verkaufszahlen zeigen, ob Netto oder andere Discounter ein weiteres Mal Zebra oder anderes exotisches Fleisch anbieten werden.

Artikelbild: Shutterstock / Julien Tromeur / Bjoern Wylezich

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