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Ein solcher Vorfall ist uns bekannt, allerdings gibt es keinen strafrechtlich relevanten Hintergrund!

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So lautet der erste Satz der Antwort auf eine Anfrage, welche wir der Polizei in Marburg gestellt haben. Es ging um folgenden Warnaufruf:

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status)

Der Aufruf im Klartext lautet:

Aufgepasst liebe Eltern.
Durch die verschiedensten Ortschaften im Hinterland versucht ein „Alteisenhändler“ sein Glück.
Es handelt sich um einen weißen Kastenwagen (Sprinter) mit Westerwälder Nummernschild → WW.
Dieser zieht durch die Straßen und auffällig dabei ist die Karussellmusik, mit der er sich schon von weitem ankündigt.
VORSICHT:
in Wolzhausen wurde nun ein Fall der Polizei gemeldet, dass ein Kind auf dem Weg zur Schule aufgefordert wurde einzusteigen. Da sich der Vorfall nur wenige Meter vom Elternhaus ereignete wurde der Vater darauf aufmerksam und lief in die Richtung des Kindes. Nachdem der Fahrer des Kastenwagens dies bemerkte fuhr er zügig davon, während das Kind dem Vater von dem Anliegen/Aufforderung erzählte.

Da nichts weiter passiert ist, besteht für die Polizei kein Handlungsbedarf.
Deswegen der Aufruf, Augen und Ohren offen zu halten, damit weiterhin nichts passiert !!!

Bitte leitet diese Nachricht weiter um zu informieren und zu schützen.

Ansprechen Fehlinterpretiert

Die Polizei gab eine ganz klare Aussage:

Sehr geehrter Herr [ZDDK/Mimikama].

Ein solcher Vorfall ist uns bekannt, allerdings gibt es keinen strafrechtlich relevanten Hintergrund!
Der Fahrer eines solchen Kastenwagens hat tatsächlich ein Kind angesprochen, mehr nicht. Der Junge reagierte allerdings nicht darauf. Die in der Nähe befindliche Mutter stellte den Fahrer anschließend zur Rede. Die Mutter schrieb sich das Kennzeichen auf und informierte fünf Tage später die Polizei.
Entsprechende Ermittlungen wurden getätigt. Wie gesagt, es gibt keinerlei strafrechtlich relevanten Hintergrund.
Ansonsten verweise ich auf einen Artikel des Hinterländer Anzeiger vom 06. Juni mit der Überschrift „Wer hat Angst vorm Kastenwagen“.

Mit freundlichen Grüßen

Die Polizei verweist in der Antwort auf einen Bericht aus dem “Hinterländer Anzeiger”, dieser gibt den Vorfall in allen Details wieder:

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(Screenshot & folgende Zitatquelle: Hinterländer Anzeiger)

Verschiedene Fehlbeschreibungen

Bei dem beschriebenen Vorfall handelte es sich nicht um eine versuchte Entführung, sondern es ist tatsächlich ein Schrotthändler, wie man ihn in einer Vielzahl deutscher Städte antrifft.

„Wir kennen das Fahrzeug und die Personen, alles wurde überprüft“, sagt Ahlich. Der Wagen gehört tatsächlich einem Schrotthändler, der auch weiterhin seinem Gewerbe nachgehen wird. Aber: „Es gibt keinerlei Anhaltspunkte für ein Entführungsmotiv oder für ein systematisches Ansprechen von Kindern“, sagt Ahlich.

Ferner fand der geschilderte Vorfall nicht in dem beschriebenen Ort Wolzhausen statt, sondern in dem wenige Kilometer entfernten Ort Steinperf – und das bereits schon am 13. Mai:

„Ja, es gibt einen weißen Kleinlaster, aus dem ein achtjähriger Junge angesprochen wurde“, bestätigt Polizeisprecher Martin Ahlich. Das war aber nicht in Wolzhausen, sondern in Steinperf in der Nähe des Friedhofs, außerdem einige Wochen früher, nämlich am schon am 13. Mai.

Keine unnötige Panik schüren

Ebenso sagte der Polizeisprecher Ahlich in der Zeitung aus:

Wenn es konkrete Vorfälle gibt, nehmen wir die sehr ernst und gehen ihnen nach“, sagt der Polizeisprecher. Ansonsten warnt er vor Spekulationen, voreiligen Schlüssen und dem Schüren allgemeiner Panik.