Werbekampagne für Trump zeigt Fake-Wähler

Von | 24. Juli 2019, 12:51

Im Wahlkampf wird viel gelogen, um die potentiellen Wähler zufrieden zu stellen. Da muss man nötigenfalls auch Wähler erfinden!

So scheint es sich zumindest auch das „Trump Make America Great Again Committee“ gedacht zu haben, welches Spenden für den Wahlkampf Donald Trumps sammelt, da Trump selbst mit seinem bescheidenen Vermögen von 2,81 Milliarden Dollar unmöglich selbst dafür aufkommen kann.

Jenes Kommitee dachte sich wohl nun, dass es eine gute Idee wäre, Werbespots für den Wahlkampf zu produzieren. Doch anscheinend flossen die Gelder dann doch nicht so gut wie erhofft, anders lässt es sich kaum erklären, warum die Wahlwerbungen nicht einmal echte Wähler zeigen!

So erzählt uns „Tracey aus Florida„, dass Präsident Trump einen großartigen Job macht und sie sich keinen besseren Präsidenten vorstellen könne.
Nur dass „Tracey“ in Wirklichkeit das Stock-Video einer namenlosen Frau ist, das man kaufen kann.

Thomas aus Washington“ betet für Trump, seine Familie und die Regierung, auf dass sie Stärke und Weisheit zeige.
Vielleicht hätte er besser für einen echten Wähler beten sollen, denn zu sehen ist „Hipster-Person“, ebenfalls ein käuflich erwerbbares Stock-Video.

AJ aus Texas„, der von sich selbst sagt, dass er eigentlich schon sein ganzes Leben lang Demokrat gewesen sei, wurde scheinbar von Trump überzeugt, dass eine Mauer zwischen den USA und Mexiko nötig sei.
Nun ist jener Unbekannte aber laut der Beschreibung seines Stock-Videos ausgerechnet lateinamerikanischer oder hispanischer Herkunft, also ausgerechnet der Gruppe von Menschen zugehörig, die Trump am Liebsten raus aus Amerika hätte.

Dazu kommt noch, dass die Personen nicht einmal aus den USA stammen. Bei den Stock-Beschreibungen findet sich „Non US“, teilweise auch die konkreten Herkunftsländer wie „France“.

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Der Mini-Hinweis

Damit aber niemand sagen kann, dass das Kommitee die Wähler für dumm verkaufen will, gibt es in den Wahlwerbespots, die in Texas, Florida und Kalifornien auf Facebook zu sehen war, auch einen deutlichen Hinweis. Etwa für 1.5 Sekunden. Winzig klein in der unteren, linken Ecke, aber ohne Probleme mit einer Lupe direkt vor dem Bildschirm zu lesen.

Screenshot: mimikama.at

„Aktuelle Aussage. Symbolbild.“

Ob nun die Aussagen wenigstens echt sind, kann nicht bewiesen oder widerlegt werden.
Zwar ist es mittlerweile relativ normal, für Werbung Stockphotos und -videos zu verwenden, für eine präsidiale Werbekampagne, die seit Mitte 2018 ca 28 Millionen Dollar gekostet hat, ist dies allerdings schon sehr unüblich.

Artikelbild: Shutterstock / Michele Paccione
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