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Wenn die Eier verrutschen … beziehungsweise deren Benennung, dann kann dass schon mal zu Irritationen kommen. Vor allem dann, wenn es um traditionelle Werte geht.

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Das musste nun der englische Schokoladenhersteller Cadbury erfahren, der es wagte, das Wort “Easter” (also “Ostern”) stellenweise nicht zu nennen. Speziell in der großen “Eiersuche” nicht, deren Titel von vormals „Easter Egg Trail“ (Osterei-Pfad) nun in „Cadbury’s Great British Egg Hunt“ (Cadburys große britische Eier-Jagd) umbenannt wurde. Es handelt sich dabei um eine jährliche (Oster-)Eiersuche, bei der Cadbury die Eier sponsert, welche in allen Landesteilen durch Mitarbeiter der Stiftung “National Trust” in Anlagen und Bauwerken versteckt, die durch den National Trust betreut werden, und von Kindern gesucht werden.

Diese Umbenennung führte so weit, dass sich sogar die Premierministerin Theresa May dazu zu Wort meldete und (als konservative Politikerin) dies natürlich kritisierte.

Auch auf Verpackungen

Als wäre das noch nicht genug: auch auf der Verpackung des “Egg Hunt Pack” ist das Wort “Easter” bereits seit dem Osterfest 2016 nicht mehr direkt sichtbar, was schon damals zu einem Shitstorm führte. Das Wort wurde auf einigen Verpackungen auf die Rückseite verfrachtet, so klärte Cadbury auf, was dann einen weiteren Shitstorm entfachte, da “Ostern” nun nur noch auf der Rückseite stünde.

Der Vorwurf steht jetzt also im Raume, dass Cadbury (mittlerweile in Besitz des us amerikanischen Konzerns Mondelēz International) Ostern als Begriff verschwinden lassen wolle.

Auch im neuerlichen Fall verteidigt Cadbury nun die Umbenennung der (Oster-)Eiersuche, dass man weiterhin an einer Vielzahl an Stellen auf das Wort “Ostern” hinweise. Selbst die offizielle Webseite trägt weiterhin “Ostern” im Titel: “easter.cadbury.co.uk”. Auch auf der Webseite und auf Werbeaktionen taucht weiterhin Ostern auf.

Das versucht Cadbury natürlich zu vermitteln, doch letztendlich muss man auch eingestehen, dass sie die Büchse der Pandora eben geöffnet haben: sie haben den Namen eines christlich traditionellen Festes aus einem Titel genommen und auch bereits im Vorjahr eine Umplatzierung durchgeführt.

Man kann es anders nicht beschreiben: wenn Hersteller aktuell eine Namenspolitik betreiben, in der “traditionelle” Werte berührt werden, führt das nicht allein zu einem Shitstorm, sondern entfacht auch eine gewisse gesellschaftliche Empörung. Da hilft am Ende kein Lamentieren oder Erklären: in der zweiten Hälfte der zweiten Dekade sollte man sich wirklich überlegen, welche Namenspolitik man betreibt und welche gesellschaftlichen Debatten man damit auslöst.