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“McDonalds verliert Prozess: „Fleisch“ in Burgern besteht aus Fettpaste und Ammoniak!” so lautet ein Statusbeitrag auf Facebook zu dem wir diverse Anfragen erhielten.

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Sieht man sich den dahinterliegenden Bericht an, dann kann man erkennen, dass dieser am 27.7.2016 publiziert wurde.

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Publiziert am 27. Juli 2016

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Weiters heisst es:

“Der prominente Koch Jamie Oliver hat gegen McDonald´s ein spektakuläres Gerichtsverfahren gewonnen, in dem er bewies, dass die Fast Food Kette anstatt Fleisch – Fett und Ammoniak – verwendet.”

OK! Jamie Oliver! Alles klar.

Diese Geschichte ist nun aber wirklich nichts Neues. Es handelt sich hier nicht um eine aktuelle Geschichte, sondern um eine Tatsache aus den USA, die auf 2011 und 2012 zurückgreift. Jamie Oliver hat tatsächlich diese Vorkommnisse angeprangert und daraufhin wurde die Nutzung des “Pink Slime” deutlich eingschränkt.


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Kurz noch der Hinweis: die Darstellung als “Fett und Ammoniak“ ist so nicht richtig.  Es handelt sich um Ammoniumhydroxid, das als als antimikrobielles Mittel beigesetzt wird, um z.B. Coli Bakterien abzutöten, und hierzulande als E527 bekannt ist.

Es ist tatsächlich so, dass Oliver in seiner Sendung “Jamie Oliver’s Food Revolution” aufdeckte, was in den US-Burgern von Fastfood-Ketten landet: unter anderem monierte er, dass minderwertiges Rindfleisch, das sonst im Hundefutter steckt, mit Hilfe von Ammoniumhydroxid wieder genießbar gemacht wird. Das Produkt daraus, was er im Original “Pink Slime” (rosa Schleim) nannte, war zu jenem Zeitpunkt in den USA offiziell erlaubt. Mit bis zu 15% Anteil durfte mit dieser minderwertigen Masse das Endprodukt gestreckt werden.

In der Episode von “Jamie Oliver’s Food Revolution”, die am vom 12. April 2011 ausgestrahlt wurde, sagte Oliver:

Basically, we’re taking a product that would be sold at the cheapest form for dogs and after this process we can give it to humans

Er kreidet also an, dass diese billige Form von Fleisch, die eigentlich nur für Hunde verkauft, hier aufbereitet und für Menschen zubereitet wird. Wie sich herausstellte, arbeiteten auch Burger King und Taco Bell in den USA so – wohlgemerkt zu diesem Zeitpunkt völlig legal.

Zu diesem Zeitpunkt

Die aktuellen Facebookquellen nennen nämlich eine Sache überhaupt nicht: das Dingen ist alt! Wirklich! Die DailyMail titelte zum Beispiel am 26.01.2012:

Victory for Jamie Oliver in the U.S. as McDonald’s is forced to stop using ‘pink slime’ in its burger recipe

Die gesamte Schlagzeile stammt also von Ende Januar 2012.

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(Screenshot: Ibitimes)

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(Screenshot: CBS)

Ebenso erfährt man aus dem Artikel der DailyMail, dass der monierte “Pink Slime” in den USA genutzt wurde. Eine Nutzung des “Pink Slime” also der aufbearbeiteten Fleisches, gab es im Vereinigten Königreich und Irland nicht.

Ebenso gibt es auch keine Nachweise für die Nutzung in Deutschland oder Österreich. Der Grund, warum dieses Thema nun wieder im Interesse der Nutzer landen könnte, ist das Freihandelsabkommen TTIP und die Befürchtungen, dass derartige Praktiken durch Knebelverträge in Mitteleuropa landen.

Also halten wir abschließend fest

Es handelt sich hier nicht um eine aktuelle Geschichte, sondern um eine Tatsache aus den USA, die auf 2011 und 2012 zurückgreift. Jamie Oliver hat tatsächlich diese Vorkommnisse angeprangert und daraufhin wurde die Nutzung des “Pink Slime” deutlich eingschränkt.

Es gibt nun sehr viele fremdsprachige Quellen zu diesem Thema, an dieser Stelle möchten wir als weiterführende Information noch einen ausführlichen deutschsprachigen Artikel nennen:
AMMONIUMHYDROXID Starkoch Jamie Oliver gewinnt langen Kampf gegen McDonalds