Polen kontrolliert Quarantäne mittels einer Smartphone-App

Ja, Polen kontrolliert Quarantäne mittels einer Smartphone-App

Von | 21. März 2020, 12:49

Mithilfe einer App kontrolliert Polen nun Menschen, die wegen der Coronavirus-Pandemie in Quarantäne sind

Ja, Polen kontrolliert Quarantäne mittels einer Smartphone-App – Das Wichtigste zu Beginn:

Im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus in Polen setzt das Digitalministerium auf eine Smartphone-App. Mithilfe der App werden Menschen geortet und aufgefordert, Selfies zu übermitteln. Bei Nichtbefolgung drohen hohe Strafen.

Ortung von Menschen in Quarantäne mittels App

Das polnische Digitalministerium gab bekannt, dass es nun im Kampf gegen den Coronavirus und dessen Ausbreitung eine neue Lösung habe, um Personen in Quarantäne zu kontrollieren.
Mithilfe einer Smartphone-App werden Menschen in Quarantäne geortet. Bei Verstößen gegen die Quarantäne-Auflagen drohen Geldstrafen oder Polizeibesuche.

In erster Linie sei die App dazu entwickelt worden, um aus dem Ausland Zurückgekehrte zu überwachen.

Karol Manys, Sprecher des Digitalministeriums dazu: „Menschen, die unter Quarantäne gestellt werden, haben die Wahl: entweder unerwartete Besuche der Polizei zu erhalten oder die App herunterzuladen.“

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Quarantäne-Selfies

Die App fordert die Nutzer mehrmals täglich unangekündigt auf, ein Selfie zu machen. Dafür bleibt den Nutzern 20 Minuten Zeit, um zu reagieren.
Das Handy-Foto wird dann mit einem der ersten Bilder vom Quarantäneort abgeglichen, um zu überprüfen, ob sich der Nutzer am selben Ort befindet.

Reagiert man nicht innerhalb von 20 Minuten, erhält man eine Mahnung. Antwortet man auch innerhalb weiterer 20 Minuten, werden Strafverfolgungsbehörden via App in Kenntnis gesetzt.
Die Polizei berichtet, dass bereits eine Person, die sich von ihrem Wohnort entfernt hatte, eine Geldstrafe von 500 Zloty (111 Euro) zahlen musste.

Strafen zukünftig noch höher

Die Strafen werden in Zukunft noch härter sein. Bisher liegen Bußgelder bei Nichteinhaltung der Quarantäne in einer Höhe von bis zu rund 1.130 Euro. Diese werden auf 6.800 Euro erhöht.

Polen im Epidemiezustand

Polen rief aufgrund der steigenden Infektionszahlen mittlerweile den Epidemiezustand aus. Das Gesundheitsministerium und auch die Chefs der Regionalverwaltung können medizinischem Fachpersonal und anderen Personen Aufgaben im Kampf gegen die Verbreitung des Coronavirus auftragen.

Kindergärten, Schulen und Universitäten bleiben bis Ostern geschlossen.

Laut dem polnischen Gesundheitsministerium gibt es in Polen derzeit 411 bestätigte Coronavirus-Fälle, fünf davon mit tödlichem Verlauf.

Drohnen in Brüssel

In Brüssel beispielsweise werden Drohnen zur Überwachung eingesetzt. So überwacht die Polizei die Ausgangssperre aufgrund des Coronavirus.
Vor allem wird beobachtet, dass Sportler und Spaziergänger in Grünanlagen wie Parks die vorgegebenen Vorschriften einhalten und Abstand halten.

Die Bevölkerung wird mit dreisprachigen Durchsagen an die Regelungen erinnert.

Seit Beginn der Ausgangssperre wurden im Zentrum von Brüssel bereits mehr als 100 Geldbußen wegen Verstößen gegen die Regeln verhängt.

Quelle: ORF
Artikelbild: Shutterstock / Von lunopark

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