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Gemeinsam gegen Fakes, Fake-News und anderen Unwahrheiten im Internet. Bitte hilf mit!

Täglich fragen wir uns aufs Neue, ob es überhaupt noch möglich ist, vermittelnd und nüchtern zu kommunizieren, einen Dialog auf Faktenbasis zu führen, zu hoffen, dass der Mensch am Ende auf Vernunft Entscheidungen fällt.

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Doch ist diese Art der Kommunikation eigentlich überhaupt noch möglich? Und das frage ich mich gerade in alle Richtungen: können die Menschen überhaupt noch vernünftig miteinander kommunizieren? Die einen stürmen Wahlkampfveranstaltungen, die anderen zeigen Mittelfinger.

Ernsthaft, ist es das, wohin wir gehen wollen? Ist es das Ziel, dass wir uns alle hassen sollen und am Ende am besten gegenseitig die Schädel einschlagen sollen?

Ich bin es so leid!

Wirklich. Ich bin es wirklich leid. Denn es wäre recht einfach, sich auf eine der beiden Seiten zu schlagen und auf die andere zu schimpfen. Aber das will ich nicht. Eigentlich will ich ja, dass der ganze Scheiß [sic! und das ist auch so gemeint] aufhört und diese ganzen Menschen wieder runterkommen.

Diese ewigen Anfeindungen machen mich müde, denn gerade dann, wenn man in der Mitte steht, bekommt man es von allen Seiten ab. Dennoch weiche ich nicht aus dieser Position, denn ich will auch deutlich sagen dürfen:

Dieses Verhalten kotzt mich an!

Ja, es kotzt mich an. Faktenlos. Ohne Quellnennung. Einfach aus dem Bauch heraus. Die einen brüllen wie Primaten, die anderen zeigen Stinkefinger. Hurra, wir sind ja so zivilisiert. Aber es ist ja nicht nur dieser Fall, es sind ja noch weitere Beispiele, die einfach nur zeigen, wie stark wir in einen  Sumpf der Meinungsradikalisierung gezogen werden. immer und immer weiter.


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Ebenso ist es eine Unart geworden, Aussagen zu verdrehen und Gegenteile zu interpretieren. Daran erkrankt die Diskussion, daran erstickt die Kommunikation. Und da dürfen sich alle Seiten angesprochen fühlen: frei nach dem Motto “Bist Du nicht für mich, dann bist Du gegen mich!” wird jede Art von Kommentar zur Tretmine verdreht.

Da wird aus einer Person, die sich im Alltag unsicher fühlt schnell mal ein “besorgter Bürger”, ja vielleicht ein Patriot oder gar ein Nazi gemacht. Alles nur, weil jemand Ängste geäußert hat. Umgedreht wird jemand, der diverse konservative Ansichten nicht vertritt, direkt zu einem linken abgestempelt.

Leute, habt ihr (alle) vergessen, dass es einen großen Bereich dazwischen gibt? Dass man auch punktuell Meinungen vertreten kann, dass ein einzelner Kommentar noch lange keine politische Entscheidungshaltung darstellt?

Es macht mich mürbe

Mit jedem Mal, bei dem ein politisch motivierter Inhalt zur Anfrage auf unserer Seite landet, graust es mir vor dem Ergebnis. Denn es geht ja eigentlich nicht wirklich darum, hier etwas aufgeklärt zu bekommen, sondern vielmehr darum, den Gegnermenschen dieses Ergebnis um die Ohren zu donnern. Ist das Ergebnis eines Artikels die Entlarvung eines “linken Fakes”, liest man schnell Kommentare, “ob wir auf einmal in das rechte Lager gegangen seien.”. Handelt es sich um die Aufdeckung eines Fakes von rechtspopulistischen Alternativmedien, werden wir direkt als “linkes Mimikama” hingestellt.

Kommunikationsmöglichkeit gleich null, egal zu welcher Seite, die es vorwirft.

Irgendwie muss da eine andere Lösung her

Vielleicht liegt der Fehler hier ja bei uns – auch bei mir: wieso suche ich eigentlich noch die faktenbasierte Kommunikation? Wieso stellen wir uns da überhaupt in die Mitte und liefern eine Analyse? Dumm. Das ist doch dumm. Als ob sich jemand mit einem Eimerchen Wasser in ein brennendes Haus stellt, um dieses zu löschen.

Nein, da muss der Wasserschlauch her – eine Leiter – ein Hydrant. Es muss von außen gelöscht werden.

Diskutiert!

Und das kündige ich an dieser Stelle an. Diskutiert einfach, wir lassen Euch gerne diskutieren. Findet die Wahrheit, wir haben Euch eigentlich genug Werkzeug in der Vergangenheit an die Hand gegeben. Benutzt es. In den meisten Fällen hat doch bereits euer Bauchgefühl schon gesagt, dass ein bestimmter Inhalt nicht passen kann – sonst hättet ihr den doch gar nicht angefragt.

Diskutiert, aber schlagt Euch nicht die Schädel ein. Auch nicht virtuell. Da auch wir in gewisser Weise Sorge um die Diskussionskultur auf unseren Facebookseiten tragen müssen, werden wir keine überschreitenden Beleidigungen mehr gelten lassen. Sorry, denn wir sind es leid.

Lassen wir “im Zuge der Meinungsfreiheit” alles stehen, drohen Nutzer mit rechtlichen Schritten.
Greifen wir in Kommentare ein, wirft man uns Zensur vor.

Merkste was? In der Mitte zu stehen, ist beschissen. Also müssen wir uns zumindest in diesem Punkt entscheiden, und zwar für unseren eigenen Schutz. Wer beleidigt, pöbelt, und andere Diskreditiert wird in Zukunft ausgeschlossen. Punkt. Ich habe keine Lust mehr.

Beginnt einfach wieder mit der Kommunikation!

Lernt bitte, miteinander vernünftig zu kommunizieren. Entfernt vor dem Absenden einfach all jene Worte oder Ausdrücke von denen ihr wisst, dass ihr damit andere provoziert.

„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ – Immanuel Kant

Wir alle sind einfach mehr Wert, als die Wut, den Stinkefinger und den Hasskommentar, den wir von uns geben. Wir alle können mehr, als rein destruktiv zu wirken. Denn am Ende müssen wir das irgendwie gemeinsam schaukeln. Und ich habe keine Lust darauf, mir durch überzogene Politdiskussionen oder Gesten jeden Tag aufs Neue die Laune verderben zu lassen.

Grünwähler? Blauwähler?

Wenn ich so meinen Freundeskreis anschaue (also so den echten, da draußen), dann habe ich da alles drin. Viele tun deutlich kund, ob sie Grünwähler oder Blauwähler sind. Und das ist mir völlig egal, denn ich habe Freundschaften nicht aufgrund von politischen Einstellungen geschlossen. Was ich selbst wähle? Das behalte ich mir immer situationsbedingt vor, denn Politik kann sich ändern, Zeiten ändern sich, Wege ändern sich. Ich stehe jedoch nicht auf pöbelnde Gruppen – und auch nicht auf Stinkefinger.