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“Islamisierung: Erstes Kino mit Geschlechtertrennung”

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So beginnt ein Statusbeitrag zu den wir immer wieder Anfragen bekommen:

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Eines vorweg: Die Islamisierung steht uns nicht bevor. Hier geht es um nichts anderes als um eine Frauengruppe, die sich jeden letzten Montag in einem kleinen Kino trifft.

Worum geht es? Im Jahr 2011 eröffneten Stadtkino in Trostberg hat sich erstmals eine Frauengruppe aus zahlreichen Ländern getroffen. Die Idee dazu hatte die Schauspielerin Marie Theres Kroetz-Relin weil es Frauen aus Afghanistan nicht erlaubt sei, zusammen mit (fremden) Männern in einem geschlossenen Raum und damit auch nicht in einem Kino zu sein.

So weit, so richtig auch die Darstellung in einzelnen alternativen Internet-Medien. Laut diesen sei das allerdings ein deutliches Zeichen für die Islamisierung Deutschlands. Zwar verweist man in dem Beitrag, der meist nur teilweise kopiert wird, auf die „Heimatzeitung“. Einen Link zum Beitrag hat man allerdings nicht gesetzt. Eventuell liegt das einfach an dem beigefügten Bild der Frauengruppe: Von den 18 Frauen tragen nämlich nur fünf ein Kopftuch, eine weitere Frau eine Kopfbedeckung, wo nicht genau erkennbar ist, ob überhaupt alle Haare verdeckt sind. Islamisierung sieht irgendwie anders aus.

Nur weil die Idee für die Frauengruppe mit afghanischen Frauen zu tun hat, steht das vermeintliche „Frauenkino“ dennoch allen Frauen offen.

  Die Bezeichnung „Frauenkino“ ist im Übrigen auch falsch, ob islamisches oder nicht: Denn die Frauengruppe trifft sich nur jeden letzten Montag im Monat. Also nur an einen von 30 Tagen, und dann auch nicht den ganzen Tag.   Quelle 

Generell ist die Verbindung zwischen Islam und der Intention ohnehin falsch.

Zwar mag es vielen afghanischen Frauen nicht gestattet sein sich in einem geschlossenen Raum mit (fremden) Männern aufzuhalten. Das trifft allerdings auf die meisten muslimischen Frauen in der Regel nicht zu. Als langjähriger Mitarbeiter eines multinationalen Unternehmens hatte ich mit zahlreichen Personen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen zu tun. Darunter waren auch zahlreiche Muslima, teilweise mit Ganzkörperverschleierung, wo nur das Gesicht zu sehen war, die ganz selbstverständlich mit Männern in einem geschlossenen Raum waren. Und sich außer ihrem Aussehen auch kaum von den nicht-muslimischen Frauen unterschieden.

In Trostberg trifft sich eine Frauengruppe, von denen es zahlreiche in Deutschland gibt – und das schon seit vielen Jahrzehnten – und die sich eben in einem Kino treffen. Spezielle Abende für Frauen und andere Zielgruppen gibt es bei vielen Firmen. Von den fünf bis sechs Muslima in der 11.650-Seelen-Kleinstadt geht also keine Gefahr einer Islamisierung aus.

Autor: Christian U., Mimikama.at