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Das ist Spam, den wohl niemand wirklich haben will. Gehen wir auf eine kleine Reise in das Lead-Universum.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Denn täglich grüßt der Werbespam und manchmal irritiert es schon, wenn man in Spammails forsch und direkt angesprochen wird. Speziell dann, wenn man durch Spammails in die Ecke getrieben wird, ja quasi eine Schuldumkehr betrieben wird: du hast ja nicht auf den Spam geantwortet, daher sind die Versender von Spam dazu genötigt, dich weiter anzuschreiben…

In dieser Weise läuft die im Folgenden beschriebene Methode ab. Mit diesem Schreiben werden die Empfänger dazu bewegt, am Ende bei einem Affiliate eines Lead-Generierers teilzunehmen. Wir schauen einmal hin, was hier genau geschieht und wer daran beteiligt ist. Das ganze beispielhaft anhand der Spammail mit dem Betreff „Ihr Amazon-Guthaben, “:

Hallo Frau *****,
Am 29.08.2017 haben wir Ihnen mitgeteilt, dass wir Ihnen einen möglichen Amazon-Gutschein im Wert von 500,- Euro zusenden könnten.
Bisher haben Sie den Gutschein nicht angefordert. Besteht Ihrerseits kein Interesse mehr?
Hier bitte Ihre letzte Chance nutzen
[LINK entfernt]
Ihre Vorteile:
– sofort, einfach und unverbindlich
– 100% kostenlos
– gleich online einlösbar

Falls Sie also als möglicher Gutschein-Empfänger ausgewählt wurden, hier nachsehen
[LINK entfernt]

Mit freundlichem Gruß,
Ihr Gutschein Kundenservice-Team
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Die Maxi Tipp Service GmbH ist ausschließlich technischer Versender dieser Nachricht und kann Ihnen somit leider keine Fragen beantworten!
Maxi Tipp Service GmbH

Diese E-Mail enthält als eigene Absendernennung eine Firma mit dem Namen „Maxi Tipp Service GmbH”, die Antwortadresse verweist auf eine Webseite mit der URL „rabatt-fuchs.com” Diese Webseite trägt im Impressum ebenso den Namen „Maxi Tipp Service GmbH”. Eine kleine Suche via Suchmaschine dazu gibt ein Suchergebnis exakt zu dieser Art der Spammails heraus. Bereits vor zwei Jahren wurde ein Blogeintrag auf https://verbraucherdienst.blogspot.co.at veröffentlicht, der einen ebenso angepriesenen Amazon-Gutschein beschreibt.

Viel geändert hat sich wohl nicht, denn schon damals wie auch heute führt der Link in der Mail auf eine Webseite, die zunächst einen Amazon-Gutschein als Gewinn verspricht. Lediglich die Optik wurde überarbeitet, das System ist identisch geblieben.

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Auf einer Webseite unter der Adresse „mein-diehl.de” soll der Besucher drei Fragen beantworten, die für den Ausgang des Ablaufes keine weitere Rolle spielen. Kurz ein Blick auf die Inhaberdaten dieser Webseite: gemäß Denic und Impressum gehört diese Webseite der toleadoo GmbH mit Sitz in Sulzbach bei Frankfurt. An dieser Stelle wird schnell klar: es handelt sich um ein Affiliate Gewinnspiel. Diese Art von Gewinnspielen ist natürlich nicht illegal.

Man sollte jedoch wissen, was das Ziel dieser Form von Gewinnspielen ist. Es geht dem Veranstalter darum, so viele korrekte, personalisierte Datensätze wie möglich zu erlangen, um diese an “Sponsoren” oder ähnliche Firmen verkaufen zu können, denn Datensätze sind Handelsware. Und einer dieser Händler ist die toleadoo GmbH. Diese Firma ist jetzt weder neu, noch unbekannt. Wir haben bereits früher beschrieben, worum es bei Datenhandel geht, wiederholen das an dieser Stelle jedoch.

2,5 Millionen Datensätze im Monat (2012)

Bereits im Jahre 2012 beschrieb die FAZ unter dem Titel „Die Datensammler aus Sulzbach” Firmen aus der kleinen Stadt Sulzbach, die mit Adressen handeln. In dieser Stadt mit weniger als 10.000 Einwohner waren seinerzeit mehrere Firmen aus dem Bereich Adresshändler angesiedelt sind. Planet49, bzw.Egentic GmbH stechen hier hervor. Auch toleadoo GmbH hat gemäß Impressum eine Adresse in Sulzbach im Taunus.

Diese Firmen betreiben ihr Geschäft unter anderem mit Lead Generierung. Das bedeutet, es geht um die Erstellung vollständiger und korrekter Datensätze, welche zu Werbezwecken verkauft werden. Hierbei bekommen die Partner, welche diese “Partnerprogramme” (Affiliates) einsetzen eine Provision pro Datensatz. Je besser das Zugpferd, also die davor errichtete Lockmethode, desto mehr Datensätze kommen am Ende dabei heraus. Das ist nicht neu, aber auch nicht illegal.

Zudem steht es bei jedem Gewinnspiel auch angemerkt, man muss sogar zustimmen:

Ja, ich bin einverstanden, dass der Veranstalter und die Sponsoren mich postalisch, telefonisch und per E-Mail über Angebote aus ihrem jeweiligen Geschäftsbereich kontaktieren. Ich kann mein Einverständnis jederzeit widerrufen (Weitere Infos hier).

Man stimmt mit der Teilnahme an Affiliate-Gewinnspielen explizit zu, dass man Werbeanrufe, Mails, SMS oder Post bekommt. Also nicht wundern, was da im Nachhinein alles auftauchen kann.

Apropos auftauchen

Aus unserer Amazon-Fragerunde ist urplötzlich ein iPad Gewinnspiel geworden. Diese Seite lud sich von ganz allein und von einem Amazon-Gutschein war plötzlich nicht mehr die Rede.

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