Immer wieder tauchen dubiose Werbungen auf
Immer wieder tauchen dubiose Werbungen auf

Immer wieder tauchen – auch auf seriösen Seiten – Werbebanner mit alarmierenden Nachrichten auf.

- Sponsorenliebe | Werbung -

Auch unsere Seite bleibt von solchen Werbebannern nicht verschont, da sie automatisch über Google-Ads geschaltet werden. Wenigstens können wir sie aber blockieren, wenn wir sie sehen.

Es geht um Anzeigen wie diese:

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Wenn man nun eine solche Anzeige anklickt, landet man auf Seiten, die mit der Schlagzeile überhaupt nichts zu tun haben – und auf Meldungen, die komplett erlogen sind.

Screenshots: mimikama.at
Screenshots: mimikama.at

Wahlweise wird behauptet, dass entweder Studenten oder Dieter Bohlen eine Finanzplattform gegründet haben sollen.

Konkret soll es sich um eine Plattform handeln, auf der man mit der virtuellen Währung „Bitcoin“ handeln kann. Man zahlt 250 Euro ein, tippt darauf, ob ein bestimmter Kurs steigt oder fällt, und soll damit fantastische Gewinne erzielen. Das System wird auch „binäre Optionen“ genannt – und ist alles andere als einfach und risikolos!

Wem gehören die Seiten?

Man landet auf Seiten, die zuerst einmal gar nicht nach Bitcoin-Handel aussehen:
Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Andere Seiten zeigen schon im Namen, worum es geht:

Screenshot: mimikama.at
Screenshot: mimikama.at

Wenn wir mittels Whois-Abfrage nachschauen, wem die Seiten denn gehören, prallen wir gegen eine Wand: Die Inhaber haben sich anonymisieren lassen.

Screenshots: mimikama.at
Screenshots: mimikama.at

Halten wir fest:

Man wird per Clickbait auf Seiten gelockt, bei der es ausnahmslos um Werbung für Bitcoin-Handelsseiten geht. Diese Werbeseiten sind gespickt mit gefälschten Aussagen von Prominenten, die angeblich darin investiert haben – und die vermutlich keine Ahnung haben, dass ihre Bilder für diese Seite missbraucht werden.

Die Seiten selbst enthalten kein Impressum, und die Seiteninhaber haben sich anonymisieren lassen.

Da der Inhalt der Werbeseiten absolut frei erfunden ist, spricht man hierbei von fabricated content. Hier noch einmal zusammengefasst:

  • Kommerzielle Fake-News enthalten einen pseudoredaktionellen Inhalt, der keinen Wahrheitsgehalt hat und auch nicht haben muss. Ebensoweinig muss der Inhalt in einem Zusammenhang mit der Schlagzeile stehen.
  • Sie stellen sich in Form einer News/Nachrichtenwebseite dar, die jedoch keine ist.
  • Der Inhalt spricht ein Verlangen/eine Angst an (in diesem Falle nur Verlangen).
  • Dem Verfasser ist der Inhalt egal. Es geht darum, Werbung anzuzeigen, bzw. Werbelinks wirksam einzubauen.

Aber vielleicht funktioniert das ja?

Höchstwahrscheinlich eher nicht.
Wenn durch diese Methode viele Leute gleichzeitig Bitcoins kaufen, steigt der Preis in Sekundenschnelle. Gewinner sind dann nur diejenigen, die in den ersten Sekunden gekauft haben.
Umgekehrt genauso: Verkaufen durch diese Methode viele Leute gleichzeitig ihre Bitcoins, fällt der Preis genauso schnell. Wieder gibt es nur wenige Gewinner.
Dadurch würde ein unendlich schnelles Auf-und Ab des Bitcoin-Kurses entstehen, und zwar in extremem Maße. Somit kann das System eigentlich nur funktionieren, wenn nur wenige Anleger das System nutzen; je mehr Nutzer, umso schlechter funktioniert es.
Mal ganz davon abgesehen, dass es sich dabei dann um eine illegale automatisierte Beeinflussung des Bitcoin-Kurses handeln würde: Die echten Gewinner dürften nur die Betreiber der Seiten sein, die jedes Mal Provisionen kassieren.

Fazit

Es handelt sich um irreführende Werbungen, die zu nachgebauten Nachrichtenseiten führen, die eine erfundene Geschichte erzählen und dabei immer wieder auf dubiose Bitcoin-Trading-Plattformen verlinken – bei denen man nur verlieren kann.

-Sponsorenliebe-

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