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Ein alter Aushang der Schottener Tafel stiftet abermals Verwirrung.

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Am 14.1.2018 wurde, aus welchem Grund auch immer, mal wieder ein Bild auf Facebook in Umlauf gebracht, über das wir bereits im Mai 2017 berichtet haben.

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Bild im Klartext:

Dieser Aushang einer hessischen Tafel ist KEIN Fake, sondern wurde auf Nachfrage von den verantwortlichen bestätigt.
Zuerst dürfen sich die staatlicherseits bestens versorgten Asylanten mit Lebensmitteln ihrer Wahl eindecken. Das, was die Luxus-Flüchtlinge übrig lassen, dürfen sich dann die bedürftigen Deutschen nehmen.
Das ist pure Inländerdiskriminierung!
Sie passt aber zur linken Ideologie der Bundesleitung der Tafeln. So sagte Jochen Brühl, Vorsitzender Tafel Deutschland e.V., etwa: “ Wir stehen für eine gelebte Willkommenskultur … “
Das ist hier nachzulesen: Link

Schottener TAFEL e.V. Ausgabestelle Nidda
Sehr geehrte Tafelkunden,
seit kurzem bedienen wir auch Kunden, deren Asylverfahren mit Anerkennungsstatus abgeschlossen wurde.
Damit die Lebensmittel, die diese Kunden aus ihren Kundenkisten, die sie aus kulturellen und persönlichen Gründen nicht annehmen können den übrigen Kunden zugutekommen, werden wir die neuen Asyl-Kunden in der Zeit von ca. 10.15 Uhr bis 10.45 Uhr vorrangig bedienen.
Bitte haben sie also Verständnis, dass – auch wenn diese Kunden später als sie am Tafelladen eintreffen –, diese dennoch vor ihnen bedient werden. Nur so können wir die zurückgereichten Waren ihnen zur Verfügung stellen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Tafelteam des Tafelladens in Nidda

Es handelt sich um einen Aushang der Schottener Tafel e.V.

Dieser Aushang ist nicht von Dritten verfasst worden, sondern hing tatsächlich in der Ausgabestelle Nidda.

Der Tafelladen in Nidda bedient neben Asylbewerbern und Personen mit abgeschlossenem Asylverfahren grundsätzlich Mitbürger, die Hartz IV, Arbeitslosengeld II, Grundsicherung oder eine ähnliche Sozialunterstützung erhalten. Dementsprechend gilt der Aufruf zu dieser Art der Zurückhaltung eben jenen anderen Kunden.

So wie der Aushang verfasst war, konnte man durchaus meinen, dass hier eben andere bedürftige Mitbürger abgewertet werden, hinten anstehen müssen und gar nur die aussortierten Reste bekommen. Was nun genau hinter diesem Aushang steckt, konnte uns Andreas Bill, 1. Vorsitzender der Schottener Tafel e.V., genauer erklären.

Nachgefragt!

Auf unsere Anfrage hin wurde bestätigt, dass eben dieses Schreiben aushing und auch, warum man aus logistischen Gründen um diesen Ablauf gebeten hat. Gleichzeitig räumt der Vorsitzende ein, dass die Ausdrucksweise gerade für Außenstehende unsensibel scheinen dürfte und beschreibt daher den Sinn des Ablaufes:

Schotten, den 04.05.2017

Sehr geehrter Herr Sachs !

Wie gerade telefonisch besprochen möchte ich die Sache richtigstellen.

Zugegeben das Plakat war etwas unsensibel abgefasst. Wer aber die Abläufe in den Tafeln kennt, weiß dass an den Ausgabetagen die Lebensmittel in Kisten gleichmäßig verteilt werden. Die Mitarbeiterinnen der Tafel geben sich die größten Mühen, die Lebensmittel gerecht aufzuteilen. Jeder Bedürftige bekommt eine Kiste. Familien mit mehreren Kindern werden natürlich großzügiger bedacht als Einzelpersonen.

Es ist also vollkommen egal, ob ich meine Lebensmittel um 11.00 Uhr oder um 15.00 Uhr bekomme, es ist immer der gleiche gerechte Anteil drin.

In diesem Fall sollten die Flüchtlinge früher drankommen, weil der überwiegende Teil muslimischen Glaubens ist und aus religiösen Gründen nicht alle angebotenen Lebensmittel verzehren darf und diese dann an uns zurückgeben. Diese zurückgegebenen Lebensmittel müssen wir dann nicht wegschmeißen, sondern können diese anderen Bedürftigen anbieten.

Vor diesem Hintergrund ist es also eher ein Vorteil, wenn man die Ware etwas später bekommt, weil man dann eher mehr in seiner Kiste hat.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Bill

Abwarten ja – weniger bekommen nein

Ja, die Schottener Tafel e.V. bat ihre deutschen Kunden, erst muslimische Asyl-Kunden ihre Lebensmittelkisten nehmen zu lassen.

Jedoch nicht, um aus den Resten Kisten für die übrigen Kunden zu erstellen, sondern um die Reste zusätzlich anbieten zu können. Die Lebensmittelkisten, welche deutsche Kunden bekommen, sind nach Aussage der Tafel grundsätzlich identisch mit denen der Flüchtlinge, um jedoch überflüssiges Wegwerfen zu vermeiden, können die aus kulturellen oder persönlichen Gründen aussortierten Lebensmittel dann eben späteren Kunden zusätzlich angeboten werden.

Diese Form der Organisation des Ablaufs steigert also die Effektivität der Ausgabe für Alle, man muss jedoch zugeben, dass das in gewissem Sinne zu Lasten der Wartezeiten der übrigen Tafelkunden geht. Letztendlich ist es auch eine Sache der Formulierung, wenn man darauf hinweist, dass es eventuell von Vorteil wäre, etwas später zu kommen, da man dann durchaus zusätzliche Waren zum normalen Lebensmittelpaket bekommen kann.

In der ursprünglichen Formulierung schwang jedoch eben dieser Beigeschmack mit, dass deutsche Kunden am Ende des Tages wartend nur Reste abbekommen würden, was nach der Erklärung durch den Vorsitzenden eben nicht der Fall ist. Auch in einem Zeitungsartikel über die Niddaer Tafel kann man dies nachlesen:

Wir weisen immer wieder darauf hin, nur das mitzunehmen, was verbraucht wird. Oft wissen wir schon, was einzelne Kunden nicht essen dürfen und legen es mit ihnen zusammen weg, das kommt dann anderen zugute.

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