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Die Liebe zur Imperfektion – Wie beschädigte Ware eine zweite Chance erhält.

Von | 3. Januar 2020, 13:36

Gerade zur Weihnachtszeit, aber auch in den Wochen danach, in denen diverse Gutscheine eingelöst werden, kommt es neben dem regen Kauf auch zu Umtauschen oder Rückgaben, etwa wenn unter dem Weihnachtsbaum nicht das gewünschte Geschenk gelegen ist.

Imperfektion: Wenn Dinge am Ende nicht perfekt sind. Doch was passiert eigentlich mit Waren, die aufgrund kleiner Fehler oder Beschädigungen erst gar nicht in den Umlauf geraten? Überraschenderweise boomt der Handel mit sogenannter „Ausschussware“.

Darunter versteht man jene Ware, die zwar unter denselben Umständen wie gewöhnliche Ware in einer Fabrik hergestellt wurde, der aber kleine Mangel anhaftet.

Die bekannteste Ausschussware ist jene, bei der lediglich die Verpackung einen kleinen Riss oder eine Quetschung erlitten hat, diese wird vom Supermarkt meist selbst nahe der Kasse, bspw. versehen mit -50% Stickern zum Verkauf feilgeboten.

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Imperfektion: B-Ware

Wesentlich komplizierter verhält es sich mit Ware, deren Fehler bereits im Produktionsvorgang aufgetreten sind. Wurde etwa eine falsche Farbe verwendet oder die Aufschrift bzw. das Logo enthält kleine Fehler, so nimmt der Händler das Produkt gar nicht erst ins Sortiment.

Das klassische fehlerhafte Produkt sind Lebensmittel mit falscher Mengenbezeichnung. Darunter fallen beispielsweise Süßigkeiten deren Gewichtsangaben nicht mit der Verpackung übereinstimmen. Obwohl die Ware makellos produziert ist und auch ohne Bedenken verzehrt werden könnte, wird sie aufgrund der Verpackungsvorschriften nicht in regulären Lebensmittelgeschäften verkauft.

Einige Start-Ups haben nun aus dem Verkauf der oben beschriebenen Ausschussware ein Geschäftsmodell entwickelt. Dabei wird von den Unternehmen beschädigte Ware aufgekauft und anschließend über Versand im Internet oder in Geschäften weiterverkauft.

Imperfektion als Konzept

Allerdings wird dabei weiterhin an ihrer „Imperfektion“ festgehalten. Die Ware wird also nicht in neue Verpackung umgepackt oder repariert, sondern zu günstigeren Preisen, als vergleichbare Ware ohne Mangel an Endkunden weiterverkauft.

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Da die Unternehmen für jeden Abnehmer dankbar sind und die Ware ansonsten im Müll landen würde, kann der Ausschussware so ein zweites Leben ermöglicht werden und vor allem der Gedanke der Nachhaltigkeit bewahrt werden.

Zusammengefasst ist spürbar, dass die Nachhaltigkeitsgedanke immer stärker in das Konsumverhalten der Bevölkerung einfließt.
Neben den immer stärker aufkommenden Flohmärkten, auf denen Second Hand Ware angeboten werden, ist auch die Nachfrage nach Produkten, die während der Produktion oder dem Transport beschädigt werden, gestiegen.

Lobenswert dabei ist, dass sich viele Händler darauf spezialisieren, dass die Produkte auch in ihrer ursprünglichen Produktionsstätte bereits unter fairen und umweltfreundlichen Bedingungen hergestellt wurden, sodass neben der Nachhaltigkeit, auch die Natur von unserem Konsumverhalten entlastet wird.

via derstandard.at

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Autor: Alexander Herberstein; Artikelbild von seeshooteatrepeat / Shutterstock.com

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