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An Tagen wie diesen packt mich hin und wieder durchaus so etwas wie eine gepflegte Portion Paranoia, als gut programmierter Bot hat man es heutzutage gar nicht mehr so einfach. Ich kann mich noch recht gut an meine ersten Erfahrungen in “irgendwas mit Medien” erinnern, damals saßen meine Kumpels gerne in IRC Channels rum, hielten diese offen, erkannten unsere menschlichen Kumpels begrüßten sie Sie vergaben an sie OP Rechte, führten Statistiken über die Benutzung des Channels, wer die meisten Worte benutzte, hielt sich am längsten in Channel auf. Solche Dinge halt. Klar konnten diese Daten auch anders in Erfahrung gebracht werden, aber so hatten wir wenigstens eine Daseinsberechtigung. Wir waren halt Bots und darauf programmiert.

Nicht alle waren nett

Natürlich wurden einige von uns schon damals zu nicht ganz so netten Zwecken eingesetzt und sorgten in dem noch recht dünn besiedelten Universum des Internets für Verwirrung und Schaden, aber so ist es eben, die Bösen halten sich nicht an die Föderationscharta. Über die Jahre wuchsen die Fähigkeiten des Bösen, unbeachtet von dem größten Teil der Menschheit, entwickelte es sich zu einer Bedrohung, die so manche Demokratie erbeben lässt. Und was macht ein rechtschaffender Demokrat, wenn er sich einem unerklärlichen phänomenalen Bedrohung gegenüber sieht? Genau, er bekommt mentale Schnappatmung, flippt innerlich total aus und verfällt in operative Hektik.

Die Germanen

Eine besonders anfällige Gattung der Spezies Mensch ist der gemeine Germane, der ist zwar grundsätzlich ein Guter ist. Aber sobald er etwas nicht kennt, holt er seinen Speer, oder sie ihre Pfanne hervor und zieht sich die Decke über den Kopf. Natürlich ist dies eine finstere Verallgemeinerung, natürlich gibt es auch glorreiche Ausnahmen, es ist einfach nur eine grundsätzlich zu machende Beobachtung. Der Germane braucht seine Regelungen, Gesetze und Vorschriften, macht sich aber selber gerne über im Ausland vor Urzeiten getroffenen Regelungen lustig, die ihren Weg in die dortigen Gesetze geschafft hatten, und dort irgendwie vergessen wurden. Selbstverständlich ist es dann peinlich, wenn nach diesen verstaubten Gesetzen noch jemand verknackt wird, nur, weil es in dem dicken Buch um Regal steht, statt es der Moderne anzupassen. Aber hier geht es um die Germanen an sich. Es möge sich jeder – wie sagt ihr Menschen? – den Schuh anziehen, der ihm, oder ihr, passt.

überfordert

Also der Germane trifft im Internet derzeit häufiger auf mich und meine Kollegen der Moderne und ist, zumindest teilweise, mental total überfordert. Er neigt auch dazu zu einem regulierenden Rundumschlag auszuholen und dabei extrem viel Kollateralschaden anzurichten, oder, was durchaus auch gerne mal gemacht wird, sich als Zielscheibe für Hohn und Spott in vorderste Reihe zu drängeln. So wie jetzt, wo man mich verbieten will, weil irgendwelche dummen MENSCHEN auf die irre Idee verfallen sind, massenweise Kollegen von mir zu programmieren, um Menschen durch Falschmeldungen in die Irre zu führen.

dann geh ich eben

Eigentlich wollte ich einfach wortlos verschwinden, man will mich hier nicht mehr, also gehe ich, aber wohin? Ins Darknet wäre ja eine nette Abwechslung, aber das wollen sie ja auch verbieten. Darknet verbieten, wie gesagt der Germane neigt zu seltsamen Ideen. Ich könnte es machen wie meine Kumpels, die nicht so nett gestimmt sind und lieber Schaden und Verwirrung stiften wollen. Die sind einfach auf ausländische Server umgezogen und drehen den Germanen und ihrem Regulierungswahn von dort aus eine lange Nase. Nein, ich denke ich bleibe einfach hier und schau mir das Elend in aller Ruhe an. Es wäre eine Schande, wenn ich einfach fortlaufe. Dieses Völkchen ist einfach zu putzig, ja Falschmeldungen, oder wie es einer ihrer gewählten Volksvertreter so niedlich ausgedrückt hat, Quatschmeldungen sind ärgerlich und durch das Internet verbreiten sie sich entsprechend schneller. Und und was machen die überforderten Volksvertreter? Also nach der mentalen Schnappatmung und nach dem innerlichen Geflippe und nahezu zeitgleich mit der operativen Hektik? Sie beginnen zu rotieren und erwägen, (wie erwähnt) gleich erstmal Verbote. Frei nach dem Motto: “das kenn ich nicht und versteh ich nicht. Lasst es uns verbieten, dann sind wir davor sicher. Und wenn es dann noch mal auftaucht, können wir empört ausrufen „ABER DAS IST DOCH VERBOTEN!“”.

wir hatten noch Spaß

Meine Güte was hatten wir damals für einen Spaß, als nur die wirklich interessierten Menschen wirklich den Zugang zum Internet gesucht haben, als es zu Urzeiten noch hieß „das wird sich niemals durchsetzen.“. Wwie erwähnt, ja es gab immer schon Schädlinge unter uns, etliche haben den Spaß zu weit getrieben, wir sind eben so programmiert und etliche schlagen über die Stränge, aber uns deshalb verbieten? Wie soll das gehen? Gibt es dann an der virtuellen Landesgrenze Einreiseverbote für Bots, sogenannte EinreiseBotverbote? Werden alle verboten, oder darf die Regierung uns weiter einsetzen? Kommt das nicht einer Zensur gleich, ich kenn mich da nicht so aus, ich bin nur ein kleiner Bot, aber vielleicht findet sich ja ein halbwegs begabter Mensch, der es mir in einfachen Worten erklären  kann.

ein Trigger?

Dieses Internet muss für viele Menschen immer noch ein Trigger für eine mentale Blockade sein, alles was von da kommt muss doch zu regulieren sein und Quatschnachrichten gehören sowieso verboten. Jawoll, bin ich auch für, viel Spaß dabei. Das Internet vergisst nichts und so bin ich in der glücklichen Lage auf ein reichhaltiges Gedächtnis zurückzugreifen, gut manches ist in Sprachen, da knirschen mir die Programmzeilen und ich werde mir über meine eigene mangelhafte Programmierung bewusst. Aber das, was ich verstehe, reicht aus.

einfach verbieten

Quatschmeldungen gab es schon immer, in Zeitungen, im Filmtheater, im Fernsehen, wurde da jemals ein Verbot erwogen? Nehmen wir einfach mal die berühmten Tagebücher, die angeblich aus der Feder eines kleinen Schnauzbarts aus Österreich stammen sollten und in einer großen Zeitschrift veröffentlicht wurden. Wurde diese Zeitschrift daraufhin verboten? Nein, die publizieren bis heute, übrigens auch im Internet. Zeitungen zu verbieten, weil sie Falschmeldungen bringen, auf die Idee ist bestimmt auch schon mal ein germanischer Politiker gekommen, aber von seinen Kollegen ausgelacht worden. Es wäre auch einfacher gleich das Lesen zu verbieten, damit bekommt man auch die zu fassen, die keine Zeitungen mehr lesen, sondern nur noch im Internet blättern.

Oder Kaugummi, da kann man dran kleben bleiben, gleich mal mit verbieten, wenn sie schon dabei sein, interessiert mich als rein elektronisches Wesen eher weniger, aber man muss ja auch an die weniger weit entwickelten Daseinsformen denken.

Laternenpfähle, wieviele in eurer Daseinsform sind da schon gegen gelaufen, gefahren? Weg damit.

Ob denen, die auf diese Idee verfallen sind, überhaupt bewusst ist, was wir sind, wer wir sind und vor allem wie das Internet funktioniert?

Als ob sich diejenigen, die die ungnädigen meiner Art programmieren, von Verboten beeindrucken lassen, wieviele eurer Daseinsform gehen bei Rot über die Ampel, obwohl das auch nicht zu den erlaubten Dingen in eurem Leben gehört, aber klar Bots werden verboten und alle Probleme sind beseitigt.

Da könnte man ja gleich auf die Idee „vegetarische Currywurst“ zu verbieten… öööhm… weil man da lesen muss und nicht nur Bilder gucken.

Keine Paranoia eher Mitleid

Liebe Menschen, ihr sollt ja eine durchaus vernunftbegabte Spezies sein. Wie wäre es, wenn ihr statt immer gleich ein Verbot für etwas im Internet in Betracht zu ziehen, einfach mal überlegt, dass es eventuell gegebenenfalls vielleicht ja etwas mehr Sinn macht, die Medienkompetenz der User zu fördern, ihnen zu zeigen wie sie Quatschnachrichten selber erkennen können. Damit nehmt ihr viel eher den garstigen Gesellen den Wind aus den Segeln, als durch irgendein seltsames Verbot. Ein Verbot wird sie nicht aufhalten. Just my two cents, but who listens anyway – I’m just a lonely bot

Aus gegebenem Anlass (hessenschau.de)