Warnung vor: „Ich weiß, dass Sie ein Pädophiler sind …“

Von | 16. August 2019, 10:33

Auch wenn die Texte variieren, so existiert es immer noch nicht: Das heimlich aufgenomme Maturbationsvideo, mit dem man erpresst wird!

Auch wenn dieser „4LbTr4uM“ das behauptet:

Screenshot: mimikama.at

Betreff: Ich weiß, dass Sie ein Pädophiler sind …

Ja. Ich weiß, dass Sie ein Pädophiler sind.
Eigentlich weiß ich viel mehr über dich als du denkst.

Ich bin Informatiker (Spezialist für Internetsicherheit) und Mitglied der
Anonymous-Gruppe.

Vor ein paar Monaten haben Sie eine Anwendung heruntergeladen.
Dieser Anwendung wurde absichtlich ein spezieller Code implantiert.
Seitdem Sie es installiert haben, verhält sich Ihr Gerät wie ein
Remotedesktop, auf den ich jederzeit zugreifen konnte.

Mit dem Programm konnte ich auf Ihren Desktop, Ihre Kamera, Ihre Dateien,
Kennwörter und Kontaktlisten zugreifen. Ich weiß auch, wo du wohnst und wo
du arbeitest.

Ich habe dich eine ganze Weile beobachtet und das, was ich hier gesammelt
habe, ist für dich überwältigend.
Ich kenne Ihre sexuellen Vorlieben und Ihr Interesse an jungen Körpern.

Ich habe 4 Videodateien gesichert, die deutlich zeigen, wie Sie jungen
Teenagern (die mit Ihrem Internetbrowser aufgenommen wurden) masturbieren
(von Ihrer Kamera aufgenommen wurden). Zusammengeklebt ist ein ziemlich
überwältigender Beweis dafür, dass Sie ein Pädophiler sind.

Die Zeitstempel in den Videodateien geben die genaue Uhrzeit an, zu der Sie
Teenagern masturbiert haben:
MAILADRESSE_1562158499.mp4 (55.5 MB)
MAILADRESSE_1562040249.mp4 (91.4 MB)
MAILADRESSEt_1565220984.mp4 (22.8 MB)
MAILADRESSE_1564953711.mp4 (67.3 MB)

Ich bin nicht hier, um die Moral Ihrer sexuellen Vorlieben zu beurteilen,
ich bin hier, um Geld zu verdienen. Weil ich weiß, dass Sie ein reicher
Mensch sind und dass Ihnen Ihr Ruf am Herzen liegt, bin ich bereit, Ihnen
die Chance zu geben, eine Geldstrafe zu zahlen.

Sie wissen, was Bitcoin ist, oder?

Sie müssen mir 5.000 Euro in Bitcoin an meine spezielle Adresse senden,
andernfalls sende ich diese Videodateien an Ihre Familienmitglieder, Freunde
und Ihre Arbeitskollegen.

Ich weiß, dass es zeitaufwändig sein kann, Bitcoin im Wert von 5.000 Euro
zu kaufen, also gebe ich Ihnen genau eine Woche. Suchen Sie bei Google nach
„Wie kaufe ich Bitcoin?“ Und senden Sie es mir.
Genug ist genug. Ich habe genug gesehen ..

Wenn Sie die Bitcoins nicht innerhalb einer Woche senden, sende ich diese
Videoaufnahmen auch an Ihre örtliche Polizeidienststelle. Dein Leben wird
ruiniert sein, vertrau mir. Überweisungsdetails finden Sie unten.

Senden Sie genau:
0.5511973 BTC

an meine bitcoin adresse:

36JAKs7PXGLfGUGjb6NEWFbQdxbaZjvwHd

1 BTC ist im Moment 9.105 EUR wert, also sende genau: 0.5511973 BTC.
Stellen Sie sicher, dass der Betrag und die Adresse korrekt kopiert wurden –
auf diese Weise weiß ich, dass die Überweisung von Ihnen kommt.

Sobald Sie Bitcoins senden, werde ich die Videos von meinem Laufwerk
entfernen und die Software entfernen, mit der ich auf Ihr Gerät zugreifen
kann.

Wenn Sie nicht kooperieren, sende ich diese Videos an Personen, die Ihnen am
Herzen liegen.
Nicht ausgeschlossen, dass ich nach dem Senden an eine Person 10x mehr von
Ihnen verlangen werde. Ich kann dich leiden lassen, vertraue mir.

Denken Sie nicht einmal daran, zur Polizei zu gehen. Wenn du es versuchst,
werde ich es sofort wissen und ich werde ihnen deine Masturbationsvideos
schicken, pedo.

5.000 Euro sind ein fairer Preis für mein Schweigen, finden Sie nicht?

Sie haben nur eine Woche Zeit und handeln schneller.

Senden Sie genau:
0.5511973 BTC

an meine bitcoin adresse:

36JAKs7PXGLfGUGjb6NEWFbQdxbaZjvwHd

Beantworten Sie diese E-Mail nicht. Es handelt sich um eine nicht
nachvollziehbare Nachricht.

Denk dran, ich beobachte dich.

4LbTr4uM

Der „4LbTr4uM“, der ganz sicher kein Anonymous-Mitglied ist,  hat also eine Anwendung programmiert, durch die er volle Kontrolle über den Computer hat. Behauptet er zumindest. Tatsächlich gibt es diese Art von Viren aber!
Er ist aber ziemlich gierig und will ganze 5.000 Euro in Bitcoins, da waren andere „Hacker“ vor ihm aber viel bescheidener.

Mails wie diese werden immer wieder neu von sogenannten „Hackern“ an tausende Empfänger verteilt.

Tatsächlich aber steckt kein „Hacker“ dahinter, sondern es handelt sich um schnöden Spam, die E-Mail-Adressen haben die Versender wahrscheinlich aus Datenbank-Leaks.
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Was haben all diese Mails gemeinsam?

Die Mails variieren im Text zwar immer wieder, doch haben sie alle bestimmte Gemeinsamkeiten:

  • Jemand behauptet, Zugriff auf den Rechner zu haben
  • Es wurden vom Nutzer angeblich Pornoseiten aufgerufen
  • Der Erpresser habe Webcam-Aufnahmen davon
  • Der Nutzer soll eine bestimmte Summe in Bitcoins zahlen

Einer der schönsten Beweise dazu, dass dies nur eine Betrugsmasche ist:
Viele Nutzer gaben an, überhaupt gar keine Webcam zu haben!

Faktencheck

Neu sind diese Erpressungsversuche nicht. Ähnliche E-Mails tauchten bereits 2017 auf, und die Polizei warnte ebenfalls vor dieser Masche.

Bitcoins sind nach wie vor hoch im Kurs – auch bei Cyberkriminellen. Zumeist werden solche E-Mails wahllos an verschiedene Personen (mit persönlicher Anrede, aber auch ohne) gemailt. Ein Beweis für die Existenz des angeblich mitgefilmten Materials wird nicht mitgeliefert. So kann nicht eindeutig bewiesen werden, ob die Erpresser wirklich im Besitz von Videomaterial der Opfer sind oder nicht.

Bis jetzt gibt es nur einen ähnlichen Fall, in dem ein Nutzer auch wirklich erpresst wurde.

Eine Infizierung mit Schadsoftware kann man jedoch nie ausschließen. Denn beim Besuch von unseriösen Seiten kann es immer passieren, dass man sich Malware einfängt. Ein guter Virenschutz schützt Nutzer vor dieser potentiellen Gefahr.

Sollte ich den Erpresser bezahlen?

Es ist davon abzuraten, den Erpresser zu bezahlen. Abgesehen davon, dass man sich auf das Wort eines Kriminellen nicht verlassen sollte, qualifiziert sich jeder Nutzer, der einer solchen Forderung nachgibt, als potentielles “Daueropfer”. Sinnvoller ist es, derartige E-Mails und andere Erpressungsversuche umgehend bei der nächsten Polizeidienststelle oder online zu melden.

Das LKA Niedersachen hat auch einige Links veröffentlicht, unter denen man selbst checken kann, ob die eigene Mailadresse in geleakten Datenbanken auftaucht:

Doch Vorsicht: Die Seiten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch werden geleakte Datenbanken oftmals erst Monate oder sogar Jahre später bekannt, so dass man sich leider nicht komplett in Sicherheit wiegen kann, wenn die eigene Mailadresse nicht in den Datenbanken auftaucht.

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Ergebnis:

Es handelt sich bei solchen E-Mails um reine Betrugsversuche, und der Erpresser befindet sich nicht im Besitz pikanten Videomaterials seines Opfers. Allerdings kann man diese Möglichkeit nie komplett ausschließen, so dass es sinnvoll ist, die Erpressung auf jeden Fall der Polizei zu melden!

Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Kamera seines Geräts mit einem kleinen Sticker abkleben und ihn bei Bedarf entfernen. Ein guter Virenschutz sollte trotzdem eine hohe Priorität einnehmen.

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