Flickr-Fotos: IBM soll sich keine Zustimmung geholt haben / Artikelbild: andriano.cz - Shutterstock.com
Flickr-Fotos: IBM soll sich keine Zustimmung geholt haben / Artikelbild: andriano.cz - Shutterstock.com

Kannst du uns einen kleinen Gefallen tun?
Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und hilfreich findet, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama auch weiterhin geben.
►Hier geht es zur Kaffeekasse: https://www.paypal.me/mimikama

Unternehmen soll fast eine Mio. Fotos ohne Zustimmung für Software-Training verwendet haben

- Sponsorenliebe | Werbung -

IT-Riese IBM hat fast eine Mio. Fotos der Foto-Community Flickr für das Training seiner Gesichtserkennungssoftware verwendet und dabei einen wichtigen Punkt vergessen: das Einverständnis der Personen, die auf den Bildern zu sehen sind.

Laut US-Medien hat der Technologiekonzern das betreffende Datenmaterial sogar noch an andere Unternehmen und Forschungseinrichtungen weitergegeben, um sie bei der Entwicklung ihrer eigenen Programme zu unterstützen. Dafür hagelt es nun Kritik von Datenschützern und Fotografen.

„Schmutziges kleines Geheimnis“

„Das ist das schmutzige kleine Geheimnis von solchen Datensätzen, mit denen Künstliche Intelligenz trainiert wird. Viele Wissenschaftler schnappen sich dafür einfach alle Fotos, an die sie herankommen“,

zitiert „NBC News“ den Rechtsexperten Jason Schultz von der New York University. Für die Entwicklung einer gut funktionierenden Gesichtserkennung würden hunderttausende Bilder benötigt.

„Diese Fotos kommen alle aus dem Internet und werden ohne die Zustimmung der Menschen, die sie dort hineingestellt haben, verwendet und nach Kategorien wie Alter, Geschlecht, Hautfarbe und ein Dutzend anderer Faktoren sortiert, um sie dann mit Forschern von Universitäten und Unternehmen zu teilen“,

erklärt Schultz.

Die fehlende Information der Betroffenen stößt vor allem bei Fotografen auf Unverständnis. Diese müssen nämlich sowohl bei der Erstellung als auch bei der Verwendung ihrer Aufnahmen sehr genau aufpassen und die entsprechenden Rechte mit den abgelichteten Personen schriftlich abklären.

„Keiner der Leute, die ich fotografiert habe, hat eine Ahnung, dass seine Bilder auf diese Weise genutzt werden“,

kritisiert Greg Peverill-Conti, ein PR-Berater aus Boston, der über 700 Fotos zum IBM-Datensatz beigesteuert hat. Dass diese einfach so „missbraucht“ werden können, habe ihn sehr überrascht.

„Nehmen Privatsphäre sehr ernst“

„Wir nehmen die Privatsphäre von Individuen sehr ernst und unternehmen große Anstrengungen, um stets im Einklang mit den geltenden Datenschutzbestimmungen zu handeln“,

heißt es in einer ersten Reaktion von IBM. Das gelte auch für den konkreten Datensatz mit Flickr-Fotos, um den sich die aktuelle Diskussion dreht. Dieser kann nämlich dem IT-Giganten zufolge ausschließlich von verifizierten Wissenschaftlern eingesehen werden.

„Außerdem ist darin nur solches Material enthalten, dass für die Öffentlichkeit frei zugänglich ist. Wenn jemand nicht in diesem Datensatz enthalten sein will, hat er auch die Möglichkeit, sich daraus entfernen zu lassen“,

betont das Unternehmen.

-Sponsorenliebe-

Weil du diesen Bericht zu Ende gelesen hast…

Kannst du uns bitte einen kleinen Gefallen tun? Mehr Menschen denn je lesen die Artikel von mimikama.at, aber die Werbeerträge sinken rapide. Anders als andere Organisationen haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten so offen wie möglich halten. Der unabhängige Enthüllungsjournalismus von mimikama.at bedeutet jedoch harte Arbeit, er kostet eine Menge Zeit und auch Geld. Aber wir tun es, weil es wichtig und richtig ist, in Zeiten wie diesen Internetnutzer mit transparenten Informationen zu versorgen. Wir hoffen, dass du es schätzt, dass es keine Bezahlschranke gibt: Unserer Auffassung nach ist es demokratischer für Medien, für alle zugänglich zu sein und nicht nur für ein paar wenige, die sich dieses "Gut" leisten können. Durch deine Unterstützung bekommen auch jene einen Zugang zu diesen Informationen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben.

Folgende Unterstützungsmöglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady

QUELLEpressetext