Hustentechnik kann gefährlich werden

Hustentechnik kann gefährlich werden.

Von | 14. November 2019, 12:16

Umstrittene Hustentechnik: Wenn es um deine Gesundheit geht, solltest du keine Ratschläge ungeprüft aus dem Internet annehmen.

Seit Jahren hält sich das Gerücht einer Hustentechnik, die du im Falle eines Herzinfarkts anwenden sollst. Doch Halbwissen bzw. Halbwahrheiten aus dem Internet können sehr gefährlich werden.

Es geht um diesen langen Text hier, der auf Facebook geteilt wird:

Screenshot by mimikama.at

Screenshot by mimikama.at

Bitte pausiere für 2 Minuten und lies das:
(Ich bin gespannt, wer sich von meinen Freunden die Zeit nimmt):

1. Nehmen wir an, es ist 19.45 Uhr und Du gehst nach einem ungewöhnlich harten Arbeitstag nach Hause (natürlich bist Du alleine…!).

2. Du bist wirklich müde, verärgert und frustriert.

3. Plötzlich beginnst Du, starke Schmerzen in der Brust zu empfinden, die sich in Deinen Arm und in Deinen Kiefer ziehen. Du bist nur etwa fünf Kilometer vom Krankenhaus entfernt, das Deinem Haus am nächsten liegt.

4. Leider weißt Du nicht, ob Du noch soweit kommen wirst.

5. Du wurdest in Erster Hilfe ausgebildet, aber der Typ, der den Kurs unterrichtet hatte, hat Dir nicht gesagt, *wie Du es an Dir selbst anwenden könntest*.

6. Wie kannst Du alleine einen Herzanfall überleben, bis Dir geholfen wird? Da
viele Menschen alleine sind, wenn sie ohne Hilfe einen Herzinfarkt erleiden, hat die Person, deren Herz unzulänglich schlägt und die sich ohnmächtig fühlt, nur etwa 10 Sekunden, bevor sie das Bewusstsein verliert.

7. *Diese Opfer können sich selbst helfen, indem sie immer wieder stark husten.*

*Vor jedem Husten sollte ein sehr tiefer Atemzug genommen werden und der Husten muss tief und verlängert sein, wie bei der Produktion von Sputum= Auswurf aus der Tiefe der Brust*.

Ein Atemzug und ein Husten müssen etwa *alle zwei Sekunden ohne Unterbrechung wiederholt* werden, bis die Hilfe eintrifft oder bis das Herz wieder normal schlägt.

8. Tiefe lange Atemzüge holen mehr Sauerstoff in die Lunge und damit in den Körper und ins Gehirn und die heftigen Hustenbewegungen drücken das Herz und halten das Blut im Kreislauf. Der Druck auf das Herz hilft auch, den
normalen Herz-Rhythmus wiederherzustellen. Auf diese Weise können
Herzinfarkt-Opfer in ein Krankenhaus gelangen.

9. *Erzähl dies so vielen anderen Leute wie möglich! Es könnte deren Leben retten!!!*

10. Als Notfallmediziner sagte ich:

*Wenn jeder, der diese Nachricht bekommt, es an 10 Personen sendet, kann man darauf wetten, dass jeder mindestens ein Leben retten wird*

11. Anstatt Witze und Whatsapp Nachrichten und Bilder zu versenden, bitte diesen Text weiterleiten oder teilen, der das Leben mindestens eines Mitmenschen retten kann.

12. Wenn diese Nachricht erneut zu dir zurück kommt … auch mehr als einmal … bitte ärgere dich nicht … Du solltest stattdessen glücklich sein, dass Du viele Freunde hast, die sich für Dich interessieren und Dich immer wieder daran
erinnern, wie man mit einem Herzinfarkt umgeht.

13. Bitte :…..
*Teilen nicht vergessen!*

Der Faktencheck

Der Text kursiert bereits seit 2011 in den sozialen Netzwerken.

Die Rhein-Zeitung hat diesen Kettenbrief auf seinen Wahrheitsgehalt hin überprüft. Zusammen mit Experten der Universitätsmedizin Mainz gelangte man zu einem eher erschreckenden Ergebnis:

Die Informationen in diesem Kettenbrief sind nämlich nicht ausschließlich falsch, doch können sie im falschen Moment auch tödlich sein.

„Diese Hustentechnik gibt es zwar, aber sie kann nur bei gutartigen Herzrhythmusstörungen helfen. Bei einem Herzinfarkt kann sie schädlich sein“,

sagt Dr. Felix Post, Kardiologe und Intensivmediziner der II. Medizin der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Das einzig Richtige sei in den Augen des Mediziners, dass man den Notarzt verständigt.

Informationen aus dem Internet richtig einkalkulieren lernen.

Informationen aus dem Internet zu beziehen, ist an und für sich absolut legitim. Doch sollte man seine Quellen immer prüfen und nicht alles für bare Münze nehmen, was man findet.

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Vor allem Informationen, die über Statusbeiträge geteilt werden oder aus anderen kettenbriefartigen Quellen stammen, sollten zwei Mal gecheckt werden.

Es gibt genügend Trolle, die das Internet nutzen, um Unwahrheiten zu verbreiten oder Schaden anzurichten.

Fazit

Bei diesem Text handelt es sich um einen Kettenbrief mit einer gefährlichen Halbwahrheit als Botschaft.

Diese Hustentechnik gibt es zwar, aber im falschen Moment angewendet, kann sie eher schaden als helfen.

Wer seine medizinischen Informationen aus dem Internet bezieht, sollte auch immer gegenprüfen, ob die Aussagen wirklich stimmen.

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