Erneut bekommen wir Anfragen zu einem Thema, welches immer wieder die Runde auf Facebook macht.

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Erst vor wenigen Tagen wieder, wurde nachstehender Beitrag veröffentlicht: “Moslems fordern ein Verbot der Hundehaltung…das erwartet uns wenn die Zahl der Moslems zunimmt“. Klar ist, dass wir zu so einem Thema gebeten werden, die Fakten zu checken. Dies haben wir bereits im Jahre 2016 getan. Unser Autor Ralf N. hat sich diesem Thema damals angenommen und folgendes dazu geschrieben:

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„Moslems fordern ein Verbot der Hundehaltung…das erwartet uns wenn die Zahl der Moslems zunimmt“…so tönt ein obskurer Blog in seinem Vorschaubild. Zu sehen ist ein Mann mit Hund, der einen Flyer in der Hand hält:

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Dort ist auf Englisch zu lesen, dass eine Organisation namens „For Public Purity“ („Für öffentliche Reinheit“) fordert, dass die Anzahl der Hunde in der Öffentlichkeit eingeschränkt werden muss, da sich die muslimische Gemeinde dadurch gestört fühle.

Jener Blog verlinkt dann wiederrum auf den Artikel von „Deutsche Lobby“, die unverhohlen ihre Abneigung gegen Muslime zum Ausdruck bringen:

„Vorab: ich fordere die sofortige Verbannung nicht assimilierbarer Fremdkörper ich liebe Hunde aber ich verabscheue die oben erwähnten Fremdkörper .“

Ist das Flugblatt echt?

Tatsächlich fanden viele Einwohner Manchesters in Großbritannien und umliegenden Städten jene Flyer im Juli 2016 in ihren Briefkästen. Kurzzeitig existierte auch die auf dem Flyer erwähnte Webseite, welche mittlerweile offline ist, hier aber jedoch noch eingesehen werden kann.

Wer steckt dahinter?

Das wird wohl im Dunklen bleiben, da weder der Flyer noch die Webseite irgendwelche Kontaktdaten enthielt. Auch die Facebookseite der Gruppe gibt keinerlei Hinweise und wird seit Juli 2016 nicht mehr gepflegt.

Was sagen Muslime zu diesem Flugblatt?

Die Seite „Manchester Evening News“ wollte es genauer wissen und befragte dazu dort lebende Muslime:

Fayyaz Ali, 39, aus Salford:

„Das muss ein Scam sein. Ich bin Muslime, und das muslimische Gesetz besagt, dass man, wenn man in einem nichtmuslimischen Land lebt, also England, die Gesetze dieses Landes zu achten hat.
Die muslimischen Gesetze zählen hier nicht. Beispielsweise kommen meine Eltern aus Pakistan. Hätte ich ein Problem mit den Gesetzen hier, müsste ich einfach wieder zurückkehren.

Ich finde es gut, dass ich hier leben darf, aber wir sollten respektieren, wie die Menschen hier leben. Wir sollten ein Teil der Gesellschaft sein, anstatt unsere eigene kleine Gesellschaft zu bilden.“

Naeem Hassan, Stadtrat von Cheetam Hill:

„In unserem Haus in Pakistan haben wir Hunde, und viele meiner Freunde haben ebenfalls Hunde. Bevor wir beten, reinigen wir uns und halten uns von den Tieren fern, aber Muslime halten sehr wohl auch Hunde im Haus.

Ich denke, da möchte jemand einfach nur Zwietracht säen. Ich sehe keinerlei Probleme, die Leute sollten den Flyer einfach ignorieren. In den 30 Jahren, in denen ich hier lebe, kam noch nie ein Muslim zu mir und hat darüber eine Beschwerde vorgebracht.“

Fazit:

Wir berichteten bereits mehrmals über angebliche Hundeverbote, doch auch hierbei handelt es sich um nichts anderes als Gekläffe.

Pöbelnde Kleingeister nutzen das ungenügende Wissen darüber, wie Muslime und Hunde zueinanderstehen, wissen meist nur, dass die Tiere als unrein angesehen werden und basteln sich daraus ihre eigene kleine Verschwörungstheorie, dass Muslime Hundehaltung verbieten wollen.

So wurde hier ein anonymer Flyer gedruckt + Webseite + Facebook-Seite, um so richtig schön die Gemüter gegeneinander aufzuhetzen. „Geholfen“ hat es aber nicht.

Die Bürger von Manchester nahmen diese anonyme Forderung einer mittlerweile wohl eingestampften Organisation eher gelassen. Und das sollten wir auch.

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