Ausländische Hunde raus!

Von | 4. Juni 2018, 12:49

„Gefährliche Hunderouten schließen” wird bereits auf Social Media gewitzelt.

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„Hunde mit Migrationshintergrund nehmen unseren Tieren leider oftmals den Platz in den örtlichen Tierheimen weg.” Bei diesem Satz handelt es sich weder um einen Fake, noch um Satire. Die Witzeleien auf Social Media beziehen sich auf einen Satz aus der Berichterstattung der Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN), in welchen der niederösterreichische Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) mit diesem Satz zitiert wird.

Auf Facebook findet sich auf Waldhäusls Profil thematisch identisch ein Meme, auf dem ein traurig wirkender Welpe abgebildet ist. Die Nationalität des Welpens ist anhand des Aussehens schwer auszumachen, daher ist es nicht eindeutig, zu welcher der beiden in der Grafik aufgeführten Gruppen dieser Welpe gehört.

Kontext

Waldhäusl kritisierte im Nachhinein die Berichterstattung und merkte an, dass es sich bei der Darstellung um ein Zitat handle, welches aus dem Kontext gerissen sei. Im Kern geht es ihm bei der Aussage um den Kampf gegen eine „Welpenmafia”. Mit dieser Darstellung möchte er zeigen, dass 60 Prozent der in Tierheimen aufgenommenen Hunde aus illegalen Welpenimporten oder aus Tötungsstationen (wie z.B. in Rumänien) stammen, nachdem sie von dort gerettet wurden.

Reaktionen

Speziell auf Social Media sind die Reaktionen stark, zudem dort natürlich der Schwerpunkt auf die interpretierte Aussage „Ausländische Hunde raus” gelegt wird. Wie bereits erwähnt, war das gemäß Waldhäusl nicht seine Aussage, doch mit der interpretierten Version erlangte er virale Bekanntheit.

Und nicht allein österreichische Medien griffen dieses Statement auf, auch das britische Boulevardblatt Daily Mail nahm das Zitat zum Anlass, um in klassischer Daily Mail Art über den „Far-right Austrian politician” zu berichten. Die Mail bezeichnete die Rede übrigens als „bizarre Schimpftirade“ (original: „bizarre rant“). So liest es sich, wenn der Boulevard aus Populismus eine Meldung bastelt.

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