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Hunde zu Tode geprügelt!? Und schon verstehe ich keinen Spaß mehr. Tierquäler findet man überall auf der Welt und jedes Mal schockieren mich solche Meldungen zutiefst. Gegen Ungerechtikgeit zu kämpfen ist mir selbst sehr wichtig und deshalb interessierten mich vor allem in diesem Fall beide Seiten der Medaille …

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Im indischen Staat Kerala wurden Ende September von Demonstranten 10 streunende Hunde totgeschlagen, auf eine Stange gebunden und durch die Straßen der Stadt Kottayams getragen – welche Demonstrationsgründe stecken dahinter? Seit Anfang Oktober kursieren Bilder von Männern in weißen Gewändern im Internet, zu ihren Füßen tote Hunde aufgebahrt oder auf einen Balken aufgereiht, werden sie von ihnen durch die Straßen getragen. Auch Likemag hatte diesen Fall auf ihrer Website aufgegriffen und die Bilder veröffentlicht.

Doch was sehen wir hier wirklich?

Mutwilligen Mord? Spaß an der Sache? Politische Fehden? Wir folgen dem roten Faden noch ein Stück weiter.

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Quelle: screenshot von likemag.com

Fakt ist:

Der Kader des Jungvolkes einer Splitter-Gruppe des Politikers K. M. Mani des Kerala Kongresses demonstrierte gegen das Problem streunender Hunde, indem sie 10 Hunde totgeschlagen und die leblosen Körper öffentlich zur Schau gestellt hatten. Sie banden die Tiere auf eine Stange und trugen sie durch Kottayams Straßen, um auf die Problematik gefährlicher Straßenhunde aufmerksam zu machen.

Ziel war ein Postamt in Kottayam, wo sie forderten, die Hunde zu Ministerin Maneka Gandhi zu schicken, als Protest ihrer Aussagen gegenüber der Problematik aggressiver, tollwütiger Hunde in Kerala, welchen Menschen gefährlich werden, Ende August.

Die Demonstranten ließen die Hunde vor dem Postamt inklusive Adresse der Ministerin liegen. Verwaltungsbeamte haben die Hunde begraben.

Maneka Gandhi

Sie ist Ministerin für Frauen- und Kinderentwicklung im Indian Union Cabinet in der Regierung von PM Narendra Modi und war als Ministerin in vier Regierungen tätig.

Gandhi ist unter anderem Tierschutzaktivistin und hat einige Bücher zu dem Thema veröffentlicht.

Ende August hatte sie die Entscheidung der Regierung Keralas, “gefährliche” streuende Hunde zu töten, mit den Worten “rechtswidrig und unwissenschaftlich” kritisiert, da das Töten ihrer Artgenossen Hunde womöglich noch aggressiver machen könne.

“You say kill, kill, kill. You keep killing and they keep biting. The dog becomes more hostile”,

“Ihr sagt töten, töten, töten. Ihr tötet weiter und sie beißen weiter. Die Hunde werden noch feindseliger”,

so Gandhi.

Weiters ist Maneka Gandhi der Meinung, dass die Entscheidung “gefährliche Hunde töten zu dürfen”, durchaus missbraucht werden kann:

“This is an excuse to kill any dog”,

“Dies ist eine Ausrede, irgendwelche Hunde zu töten”,

behauptet sie mit der Erklärung, dass wenn man Hunde tötet, Hündinnen umso mehr Welpen werfen und weitere Hunde zuwandern werden. Sie sei absolut auf der Seite Keralas’ Bürger, doch sieht in der Massentötung nicht die Lösung des Problems. Die Menschen verletzen damit die Gesetze und werden kontinuierlich etwas machen, das nicht funktioniert.

Für Gandhi stellt die beste Lösung die Sterilisation und Kastration der Hunde dar.

“If you sterilise the dogs they will be happy, they will be gentle. No sterilised dog ever bites. They will also be vaccinated and the problem will go”,

“Wenn ihr die Hunde sterilisiert, werden sie glücklicher und sanfter sein. Ein sterilisierter Hund beißt nicht. Sie werden auch geimpft werden und das Problem wird verschwinden”,

sagt sie.

Ferner müsse Kerala die Abfallbeseitigung der Stadt verbessern, da Hunde Aasfresser sind und in die Stadt kommen, um die Ratten zu fressen. Die starke Urbanisierung Keralas bringt mehr Müll, der besser verwaltet werden müsse.

Nicht nur Maneka Gandhi ist dieser Meinung. Die Organisation “Mission Rabies” kämpft ebenfalls um diese Lösungsansätze, um die Bedrohung von Hundebissen mit der Folge von Tollwut beim Menschen entgegenzuwirken. Ziel ist es, Mensch und Tier vor Tollwut zu schützen, indem sie den Virus, welcher über den Speichel eines Infizierten übertragen wird, bis 2030 eliminiert haben zu wollen.

Der ehrenamtliche Helfer Vishanth Vijayakumar  bei “Mission Rabies” bezieht eine ähnliche Stellung dazu:

Massentötung von Straßenhunden beseitigt nicht die Ursache des Problems. Wenn man 1000 Hunde in einem Bezirk tötet, kommen 1000 nach, da das Futterangebot für 1000 Hunde vorhanden ist.

Die einzige nachhaltige und Langzeitlösung ist Massenimpfung und Kastration/Sterilisation von Hunden, sowie die lokalen Gemeinschaften darüber aufzuklären, wie sie mit aggressiven Hunden und Müllbeseitigung umzugehen haben.

Dieses System funktioniert erfolgreich in Goa und somit wird Goa der erste Tollwut-freie Staat Indiens.

Vorteile des Systems:

  • Sterilisiere/kastrierte Hunde sind nicht mehr aggressiv. Sie sind sogar sehr gute Haushunde
  • Massenimpfung gegen Tollwut von 70% der Hunde in einem Gebiet ist genug um die Tollwut-Ausbreitung zu stoppen
  • Härteste Herausforderung ist das Müllproblem. Öffentliche Deponien und das Wegwerfen von altem Essen ist das Hauptproblem

Saji Manjakadambil

Der Leiter und Präsident des Kaders des Jungvolkes, Saji Manjakadambil begegnet diesen Lösungsansätzen skeptisch und stellt die Annäherung Maneka Gandhis nach wiederholten Hundebissen in Frage, da die Straßenhunde trotz allem noch immer eine große Bedrohung für die Menschen in Kerala darstellt. So stellt er in einem Interview mit TNM (The News Minute) klar:

“I love dogs; I have dogs in my house. Our protest was against dangerous dogs and we hope that seeing the protest in Kottayam, people across districts do the same. So many people in Kottayam have been attacked by dogs. Dog lovers are okay with any other animal getting slaughtered, why this bias only towards dogs?”

“Ich liebe Hunde; Ich habe selbst Hunde zu  Hause. Unser Protest betrifft gefährliche Hunde und wir hoffen, dass durch unsere Demonstration in Kottayam, Menschen in anderen Vierteln dasselbe tun werden. So viele Menschen wurden in Kottayam von Hunden attackiert. Hunde-Liebhaber sind damit einverstanden andere Tiere zu schlachten, warum diese Befangenheit gegenüber Hunden?”

Manjakadambil versichert, sie haben nur “gefährliche” Hunde totgeschlagen.

“One can understand when one sees dangerous dogs. We identified dogs that were attacking people or were simply rotting in the streets”,

“Man kann es nachvollziehen, wenn man einen gefährlichen Hund sieht. Wir haben Hunde identifiziert, die andere Leue attackiert haben oder praktisch in den Straßen verrottet sind”,

Auch sieht er in der Sterilisation der Tiere keine Lösung:

“Dogs don’t attack people for lust. How will sterilising them help?”

“Hunde attackieren Menschen nicht aus Lust. Wie soll ihnen eine Sterilisation helfen?”

Laut Gesundheitsamt wurden im Jahr 2015 über 10.000 Menschen gebissen, 10 davon sind an den Folgen gestorben.  Bis August 2016 waren es über 51.000 Gebissene und 4 Tote.

Kottayams Polizei hat diesen Fall als “Grausamkeit gegenüber Tieren” registriert und eine Obduktion der Hunde veranlasst.

“We have charged a case against 15 people under section 428 and 429 of IPC and Section 11 of Prevention of Cruelty against animals. Nobody has been arrested yet”,

“Wir haben eine Klage gegen 15 Menschen in der Sektion 428 und 429 der IPC und Sektion 11 der Prävention gegen Grausamkeit gegenüber Tieren registriert. Bis jetzt wurde niemand verhaftet”,

so Nirmal Bose, Kottayams Westzirkel-Inspektor zu TNM.

Fazit:

Ja, es wurden 10 Hunde zu Demonstrationszwecken totgeschlagen. Die politische Partei unter Mani hat diese Hunde getötet, um Aufmerksamkeit gegenüber der Straßenhund-Problematik zu erregen. Dadurch haben sie Tierschutzrechte verletzt. Die Polizei ermittelt. Ich für meinen Teil verstehe die Ansichten beider Parteien, doch muss selbst sagen, dass ich niemals eine Lösung im Auslöschen von Leben sehen werde. Diese Hunde hatten es weder verdient zu sterben, noch irgendein Lebewesen. Symptome zu behandeln, behebt nicht die Ursache.

Quellen: Likemag, The NEWS Minute, Indian Express, Quora, Mission Rabies