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Momentan erreichen uns immer mehr Anfragen zu einer neuen Challenge, der sogenannten „Hot Water Challenge“. Dabei soll es darum gehen, sich selbst oder Mitmenschen mit kochendem Wasser zu übergießen, es soll bereits zu einem Todesfall gekommen sein.

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Ich denke, auf den Grad der Wahnsinnigkeit einer solchen Challenge braucht nicht weiter hingewiesen zu werden. Schwerste Verbrühungen sind dabei vorprogrammiert, wenn man sich kochendes Wasser überkippt, oder – wie eine andere Variante fordert – kochendes Wasser durch einen Strohhalm trinkt.

Tatsächlich ist dies jedoch kein Fake, sondern eine wirklich existierende Ausprägung des „Challenge-Hypes“. Während andere Challenges wie die Ice Bucket Challenge noch einen sinnvollen Hintergrund hatten, oder sonst zumeist harmlos sind, besteht hier definitiv eine Gefahr für Leib und Leben. So berichtet das TIME-Magazin von mindestens 3 Fällen mit ernsthaften Verletzungen, in einem Fall sogar mit Todesfolge.

Es handelt sich hier also um ein reales Phänomen mit einer realen Gefahr und tatsächlichen Opfern.

Die Frage ist allerdings: Was verursacht den Hype?

Nicht, wer auf die ursprüngliche Idee kam, sondern wie es weitergetragen wird. Bis jetzt wissen wir nur von einer überschaubaren Anzahl von Fällen. Nun ist das Thema in die Schlagzeilen geraten, und es wäre fatal, wenn es dadurch erst Anschub erfahren würde.

Solche Phänomene haben wir oft beobachten können, zuletzt bei der Blue Whale Challenge, die als Internet-Gruselgeschichte, als ein Hoax anfing und im Laufe der Zeit durch die Medienpräsenz zu einem realen Phänomen wurde. Wir haben dieses Phänomen in diesem Artikel näher beleuchtet.

Ähnlich seinerzeit auch die Warnung von einer Facebook-Gruppe mit dem Namen „Vater oder Mutter zu werden ist das größte Geschenk meines Lebens“, die angeblich von Pädophilen betrieben werde. Bis diese kettenbriefartige Warnung die Runden machte, gab es eine solche Gruppe wahrscheinlich nicht einmal, durch die Warnung inspiriert schossen Gruppen mit diesem Namen regelrecht aus dem Boden.

Es besteht also die Gefahr, dass die Verbreitung durch die Berichterstattung in den Medien erst befeuert wird. Daher möchten wir folgende Empfehlungen herausgeben:

An die Medien

Bitte berichtet sachlich. Clickbait mit reißerischen Schlagzeilen ist hier fehl am Platz, es geht hier um wichtigeres als um Klickzahlen oder Seitenbesuche. Es geht darum, eine Eigendynamik wie bei der Blue Whale Challenge zu verhindern.

An die Eltern

Informiert euch und sprecht mit euren Kindern über solche Challenges. Oft wissen Eltern nicht, auf welchen Seiten ihre Kinder surfen, oder was sie für Nachrichten in WhatsApp geschickt bekommen haben. Offenheit und Ehrlichkeit sind hier wichtig. Es bringt jedoch nichts, mit Zwängen zu arbeiten, die Kinder sollten freiwillig ihren Eltern gegenüber offen in diesen Dingen sein, sie sollten die Kontrolle nicht als Zwang empfinden.

Besonders bei der Vielzahl der kursierenden Challenges ist es für jüngere oft schwer, Gefahren richtig einzuschätzen oder diese zu erkennen. Aufklärung statt Verbot ist das Stichwort.

Autor: Rüdiger

Quellen

http://time.com/4893131/hot-water-challenge/
https://derstandard.at/2000062754791/Die-Hot-Water-Challenge-wird-populaer-sie-kann-toedlich-sein
http://www.heute.at/digital/multimedia/story/8-Jaehrige-stirbt-nach-schockierender-Challenge-53728553
http://praxistipps.chip.de/hot-water-challenge-was-ist-das-einfach-erklaert_95105