Kannst du uns einen kleinen Gefallen tun? Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und hilfreich findet, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben. Folgende Möglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady, via Banküberweisung

Jeder Hund (und auch jedes andere Tier) verdient ein liebevolles Zuhause.

- Sponsorenliebe | Werbung -

Aber leider kommt es überall auf der Welt immer noch vor, dass viele Hunde auf der Straße leben. Wir erhielten Anfragen zu einem Artikel der Seite deinetiere.com und einem Video auf Facebook, die die frohe Kunde verbreiten, dass Holland die Lösung gefunden hätte und das erste Land ohne Straßenhunde sei.

clip_image002

Bei dem Video, welches auf Facebook zu sehen ist, handelt es sich um eine Montage mit diversen Fotos, die nicht unbedingt aus Holland stammen. Wir fanden Fotos, die in dem Video verwendet wurden, zum Beispiel ebenfalls auf Pixabay, wo man Fotos frei von Urheberrechten nutzen darf.




Die Informationen dürften von dem Artikel selbst übernommen worden sein:

Sind die Niederlande tatsächlich das erste Land ohne Straßenhunde?

Nein, in den Niederlanden gibt es noch immer Straßenhunde, aber tatsächlich sind es nur wenige „Streuner“. Während der Sommerferien gibt es noch immer viele Hundebesitzer, die ihre Tiere an einem Baum angebunden zurücklassen. Wenn die Besitzer der Hunde nicht ausfindig zu machen sind, gilt ein solcher Hund als Streuner. Das Zurücklassen eines Tieres ist seit 2014 strafbar.

Gibt es in den Niederlanden tatsächlich Strafen für Tiermissbrauch oder Vernachlässigung von Tieren?

Ja, sie haben ein Tierschutzgesetz, die Höchststrafe für Tierquälerei und Vernachlässigung eines Tieres sind 3 Jahre oder eine Geldstrafe von 19.500 €, aber, wie schon geschrieben, sind das die Höchststrafen, keine festgelegten Strafen.
Ein Richter kann auch zusätzlich entscheiden, dass ein Täter für eine bestimmte Zeit keine Tiere mehr besitzen darf.

Organisierte der niederländische Staat eine Sterilisationskampagne?

Wir konnten dafür keinerlei Beweise finden. Was wir aber fanden, war eine Kampagne im Jahre 2011, als die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ und Tierärzte in Hilversum beschlossen, zusammenzuarbeiten, um die Probleme mit streunenden Hunden und überfüllten Tierheimen anzugehen.
Am 24.,26. und 28. November 2011 konnten Leute streunende Hunde kostenlos kastrieren lassen, aber auch Menschen mit geringem Einkommen konnten diese Aktion für ihre Haustiere nutzen.

Werden Straßenhunde von Vereinen gesammelt, um sie zu versorgen und später zur Adoption freizugeben?

Wenn jemand in den Niederlanden ein streunendes Tier findet, kann er die Tierambulanz oder Tierpolizei anrufen. Sie bringen das Tier in ein Tierheim und dort prüfen sie, ob ein Besitzer gefunden werden kann. Wenn der Besitzer nicht gefunden wird, wird geprüft, ob der Hund zur Adoption angeboten werden kann.

Diese Tierambulanzen sind nicht nur für streunende Tiere da, sondern auch für kranke Tiere, Tiere in Not, wegen eines Unfalls, Missbrauchs oder Vernachlässigung. Dies gilt nicht nur für Haustiere, sondern auch für wilde Tiere.

Fazit

Nein, Holland ist leider kein Hundeparadies. Es gibt immer noch Tiere, die dort auf der Straße leben.

Kommentar des Autoren:

Wenn allerdings mehr Menschen, nicht nur in Holland, sondern überall, anfangen würden, Tiere als das zu sehen, was sie sind, nämlich Lebewesen mit Empfindungen wie Freude, Kummer und Schmerz, gäbe es auch hierzulande weniger Streuner… und mehr glückliche Tiere.

Wenn ihr euch also entscheiden solltet, euch mal ein Tier zuzulegen, denkt bitte daran, dass man es nicht bei Nichtgefallen einfach irgendwo aussetzen oder zurückgeben kann oder sollte.

Wenn man ein Kind hat, dem man eine Freude mit einem Haustier machen möchte, kann man sich sicher auch mal ein Haustier von einem Freund „ausleihen“, wenn jener z.B. in den Urlaub fährt… alleine schon, um zu sehen, ob das Kind überhaupt auch längere Zeit Interesse an einem Tier hat, aber auch, um herauszufinden, ob ein Kind eventuell Allergien gegen Hunde- oder Katzenhaare hat.

Leider ist es nämlich so, dass viele streunende Tiere früher einmal in Familien lebten… aber dann ausgesetzt wurden, weil das Kind das Interesse verlor und es den Eltern zu viel Arbeit und Verantwortung war.

Hunde- und Katzenbabys sind süß. Aber bevor man den großen Schritt wirklich wagt, noch ein kleiner Rat:

Geht nicht sofort in einen Zooladen. Schaut zuerst in den hiesigen Tierheimen vorbei. Die Tiere dort brauchen nämlich wirklich die Zuneigung von liebenden Herrchen und Frauchen.

So macht ihr nicht nur euch, sondern auch einer traurigen Fellnase eine große Freude!

Hinweis für Sprachfetischisten:
Ja, wir wissen, dass das Land nicht direkt „Holland“, sondern „Niederlande“ heißt. Bevor ihr euch aber beschwert: Dieser Artikel wurde von einer Holländerin (!) geschrieben.
„Holland“ ist eine Art Markenname der Niederländer, auch für Niederländer selbst, beispielsweise ist der Name der Webseite des niederländischen Tourismusbranche „holland.com“, alleine schon, weil im Ausland die Niederlande oftmals vereinfacht „Holland“ genannt wird.

Quelle:

Dierenpolitie.nl
vier-voeters.nl
animalstoday.nl
hpdetijd.nl

-Mimikama unterstützen-

Weil du diesen Bericht zu Ende gelesen hast…

Kannst du uns bitte einen kleinen Gefallen tun? Mehr Menschen denn je lesen die Artikel von mimikama.at, aber die Werbeerträge sinken rapide. Anders als andere Organisationen haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten so offen wie möglich halten. Der unabhängige Enthüllungsjournalismus von mimikama.at bedeutet jedoch harte Arbeit, er kostet eine Menge Zeit und auch Geld. Aber wir tun es, weil es wichtig und richtig ist, in Zeiten wie diesen Internetnutzer mit transparenten Informationen zu versorgen. Wir hoffen, dass du es schätzt, dass es keine Bezahlschranke gibt: Unserer Auffassung nach ist es demokratischer für Medien, für alle zugänglich zu sein und nicht nur für ein paar wenige, die sich dieses "Gut" leisten können. Durch deine Unterstützung bekommen auch jene einen Zugang zu diesen Informationen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben.

Folgende Unterstützungsmöglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady