Es war nur eine Frage der Zeit, bis dieser Fake wieder auftauchen würde.

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Seit Mitte Dezember wieder verstärkt unterwegs: An Tankstellen wurden nun HIV infizierte Nadeln in die Zapfpistolen geklemmt. Eine französische Facebookseite hat diesen Fake mitsamt seinem alten Bild erneut in Umlauf gebracht.

Es handelt sich bei dieser urbanen Legende um das typische (und falsche) HIV Nadel Narrativ,  welches schon seit vielen Jahren die Menschen immer wieder in Angst und Schrecken versetzt. In der Vergangenheit waren es häufiger Falschmeldungen bezüglich Nadeln in Kinosesseln oder Bahnsitzen, seit Juni 2017 gibt es jedoch auch die Geschichte mit den Zapfpistolen. Dabei wird immer dasselbe Bild genutzt:

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Seit dem 15. Dezember 2017 und mittlerweile über 60.000 geteilt, ist der Fake nun auch wieder im deutschsprachigen Facebook angekommen. Der Grund: Facebooks Übersetzungsautomatik.

An dieser Stelle wiederholen wir daher, dass es sich um einen Hoax handelt! Wir müssen hier auch nicht das Rad neu erfinden:

Faktencheck

Nein, dieses Bild stammt NICHT aus Deutschland. Es gibt keine neue “Sache”, es gibt kein flächendeckendes Phänomen. Schauen wir daher auf die Herkunft des Bildes: Das Foto ist echt. Es stammt aus den USA, genauer gesagt, wurde es an einer Tankstelle am Alessandro Boulevard in Moreno Valley aufgenommen. Es war Jose Medina, der auf dem Weg zur Arbeit am 22. Mai 2017 sein Fahrzeug betanken wollte, jedoch dabei von dieser Nadel verletzt wurde. Medina fuhr daraufhin direkt ins Krankenhaus, um sich auf Infektionen untersuchen zu lassen. Ebenso wurde die Polizei informiert und das Thema auch auf Fox11 veröffentlicht. Seine Tochter Jacqueline Medina veröffentlichte anfangs dieses Foto, um zur Vorsicht zu mahnen. Was sie zu dieser Zeit nicht ahnen konnte: Das Bild sollte eine Eigendynamik bekommen und durch Dritte dramatisiert werden, indem die Geschichte an anderen Stellen veröffentlicht und dort um die HIV-Komponente erweitert wurde.

Der Hoax ist entstanden!

Dieser Hoax drang nach einiger Zeit auch zu Jacqueline Medina, die daraufhin irritiert war und sich an Snopes (US-amerikansiche Faktenchecker) wandte und die Geschichte dort meldete, damit Snopes sie aufklären konnte [1]. Mittlerweile ist das Bild und der Hoax bereits quer durch die USA gereist und wurde auch in Florida als Warnung veröffentlicht, mit dem Hinweis, dass in der Gegend um Jacksonville (Florida) diese Nadel gefunden worden wäre. Nach Angaben von Snopes handelt es sich um einen Kettenbrief, in dem ein (augenscheinlich nicht existierender) Captain Abraham Sands der Polizei von Jacksonville, Florida vor zahlreichen infizierten Nadeln in mehreren Staaten warne:

My name is Captain Abraham Sands of the Jacksonville, Florida Police Department. I have been asked by state and local authorities to write this email in order to get the word out to car drivers of a very dangerous prank that is occurring in numerous states. Some person or persons have been affixing hypodermic needles to the underside of gas pump handles. These needles appear to be infected with HIV positive blood. In the Jacksonville area alone there have been 17 cases of people being stuck by these needles over the past five months. We have verified reports of at least 12 others in various states around the country.

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Und nun?

Mittlerweile sind die Untersuchungsergebnisse aus dem Krankenhaus bei José Medina angekommen. Seine Tochter veröffentlichte über Facebook, dass die ersten Ergebnisse negativ ausgefallen seien, also keine HIV-Infektion vorliegt. Dennoch werden weitere Tests vorgenommen, um ganz sicher zu gehen.

My father’s lab work came back negative, but he will be getting follow up labs just to continue making sure it stays negative and additional testing to make sure he is cleared of everything.

Ebenso gibt sie an, das Originalfoto entfernt und durch ein anderes Foto mit Namensmarkierung ersetzt zu haben, da sie befürchtet, es würden sonst weitere Falschmeldungen mit diesem Bild verbreitet werden. Nun, wir haben an dieser Stelle begründete Zweifel, ob diese Idee funktioniert.

Also, um es zum Abschluss nochmals deutlich zu sagen:

Das Bild ist echt. Diesen Vorfall gab es jedoch nur ein einziges Mal – und zwar im Mai 2017 in Kalifornien. Es wurden bei dem Verletzten keine Infektionen festgestellt. Mehr nicht. Aus. Der Rest ist ein Kettenbrief und Fake! Danke für das Teilen dieses Artikels.

Zusatzinfo!

In der Story um die HIV Nadel in der Zapfpistole findet sich das klassische Narrativ des HIV-Fakes wieder. Die dabei erzeugte Hysterie ist problematisch, denn sie gibt ein falsches Bild über die Infektionswege von HIV wieder. Wir raten hierzu immer wieder, die Webseite der Deutschen Aids-Hilfe zu besuchen, wenn man sich vernünftig mit diesem Thema auseinandersetzen will.

Und die Deutsche Aids-Hilfe schreibt zu den Übertragungswegen:

HIV ist relativ schwer übertragbar. Ein Infektionsrisiko besteht nur, wenn infektiöse Körperflüssigkeiten mit Wunden oder Schleimhäuten in Berührung kommen. Zu diesen Körperflüssigkeiten gehören vor allem Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und der Flüssigkeitsfilm auf der Schleimhaut des Enddarms.

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