Artikelbild von Nataliia Pyzhova / Shutterstock.com

HIV infizierte Orangen? Unsinn!

Von | 21. Januar 2019, 9:33

Und wieder findet sich auf Facebook eine Warnung vor HIV infiziertem Obst.

Es handelt sich bei den Geschichten um HIV infizierte Gegenst├Ąnde, die einem im Alltag st├Ąndig zur Gefahr werden k├Ânnten, um ein immer wiederkehrendes Narrativ. Dieses zeigt sich mal in HIV infizierten Nadeln wahlweise in Kinosesseln, Zugsotzen oder Zapfpistolen an Tankstellen, aber auch immer wieder vermeintlich infizierten Bananen oder Orangen.

Gemeinsam haben diese Horrorgeschichten immer denselben Erz├Ąhlstrang: man k├Ânne unverschuldet ├╝ber allt├Ągliche Handlungsweisen auf einfachste Weise sich mit HIV infizieren. Zudem haben diese Geschichten gemeinsam, dass sie urbane Legenden sind, die aufgrund einer ├╝bersteigerten Angst vvor einer HIV-Infektion entstanden sind.

Und nun ist diese (bebilderte) Warnung auf Facebook aufgetaucht:

ACHTUNG!!!!!!!!

heute hab ich die beim penny gekauft

HIV infiziertes Blut !!!!!

Passt bei jedem Obst, Gem├╝se, Fleisch gut auf und immer drauf acht geben und kontrollieren bevor ihr dass essen euren Kinder gebt !!!!

Screenshot Mimikama.at

Screenshot Mimikama.at

HIV infiziertes Blut in einer Orange?

Nein. Das ist kein Blut in dieser Orange. Wir haben in der Vergangenheit bereits mehrfach Bildern von Orangen, Mandarinen oder auch Bananen gesehen, deren Fruchtfleisch teilweise eine Rotf├Ąrbung hatte. Die Gr├╝nde daf├╝r waren zwar unterschiedlich, jedoch handelt es sich nicht um eine F├Ąrbung aufgrund von HIV infiziertem Blut.

Bei Mandarinen und Orangen kommt eine Rotf├Ąrbung des Fruchtfleischs meist aufgrund ihrer Z├╝chtung, bzw. gar einer fehlerhaften Z├╝chtung auf. So kann man bei Halbblutorangen, bzw. pigmentierten Orangen sehr gut sehen, wie ihr Fruchtfleisch teilweise rot ist (hier eine bebilderte ├ťbersicht).

Diese Flecken, speziell bei eher seltenen fehlerhaften oder nicht abgeschlossenen Z├╝chtungen, sind nat├╝rlich v├Âllig harmlos!

Ärgerlich!

In allen diesen Fakes taucht das klassische Narrativ des HIV-Fakes auf. Die dabei erzeugte Hysterie ist problematisch, denn sie gibt ein falsches Bild über die Infektionswege von HIV wieder. Wir raten hierzu immer wieder, die Webseite der Deutschen Aids-Hilfe zu besuchen, wenn man sich vernünftig mit diesem Thema auseinandersetzen will.

Und die┬áDeutsche Aids-Hilfe┬áschreibt zu den ├ťbertragungswegen:

HIV ist relativ schwer ├╝bertragbar. Ein Infektionsrisiko besteht nur, wenn infekti├Âse K├Ârperfl├╝ssigkeiten mit Wunden oder Schleimh├Ąuten in Ber├╝hrung kommen. Zu diesen K├Ârperfl├╝ssigkeiten geh├Âren vor allem Blut, Sperma, Scheidenfl├╝ssigkeit und der Fl├╝ssigkeitsfilm auf der Schleimhaut des Enddarms.

Artikelbild von Nataliia Pyzhova / Shutterstock.com

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